Bis zu drei Monate gedulden müssen sich die 354 Hirschaider, die einen Bürgerantrag gemäß Artikel 18 b der Gemeindeordnung eingereicht haben. Ihr Ziel ist die Verlegung des Eisenbahn-Haltepunkts südlich der Maximilianstraße in den "Leimhüll".

Der Marktgemeinderat anerkannte zunächst - mit 21:2 Stimmen - nur die Zulässigkeit des Antrags, womit er selbst den gesetzlichen Anforderungen genügte, und vertagte die Beratung. Ob das Anliegen der Bürger im Falle einer Zustimmung des Marktgemeinderats noch in der Planung zum Ausbau der ICE-Strecke innerhalb von Hirschaid berücksichtigt werden könnte, ist ohnehin ungewiss. SPD-Rat Josef Haas sah die "Durchführbarkeit nicht gewährleistet". Dass Bürger einen Antrag einreichen können, der für die Gemeinde zu einer Ausgabe von über drei Millionen Euro führen würde, kann sich Haas nicht vorstellen. Dritter Bürgermeister Hans Wichert (WGW) freute sich hingegen, dass nicht alle Bürger mit dem Bahnkonzept und dem Verbleib des Haltepunkts am jetzigen Platz einverstanden sind. Es gehe ums Übermorgen des Marktes Hirschaid, betonte Wichert. Allerdings scheinen die Bürgermeinungen auch geteilt, denn wie Heinrich Dorn von der CSU erfahren hat, ist möglicherweise mit einem Gegenantrag zu rechnen. Den müsse man dann auch behandeln.

Unterdessen akzeptierte der Marktgemeinderat bei einer Gegenstimme Verbesserungen in den Plänen zum Ausbau der Bahnstrecke. So sichert die Bahn zu, während der Verbreiterung der Brücke über die Maximilianstraße den Personenverkehr auf der Durchgangsstraße halbseitig aufrechtzuerhalten. Die Lärmschutzwände werden an dieser Stelle mit durchsichtigem Material ausgeführt. Ferner konnte die Gemeinde erreichen, dass der Lärmschutz im Gewerbegebiet Nord um bis zu 130 Meter verlängert wird. "Das ist durchwegs positiv", so Bürgermeister Klaus Homann. wb