Im Rahmen des Charity-Frauenlaufs "Gemeinsam sind wir pink", begrüßte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks am Dienstagabend die Vorsitzende von Brustkrebs Deutschland e.V. Renate Haidinger. Sie sprach in der Sinntalklinik über das Thema "Brustkrebs: Partnerschaft und Nähe".

Brustkrebs - kein Tabuthema mehr. Vereine wie Brustkrebs Deutschland und Frauen wie Renate Haidinger setzen sich dafür ein, dass betroffene Frauen eine Anlaufstelle finden, wo ihnen mit Information, Hilfe und Trost zur Seite gestanden wird. Zum achten Mal findet in Bad Brückenau nun schon der "Pink Lauf" statt und Meyerdierks umriss kurz, wie die Veranstaltung im Laufe der Jahre gewachsen ist. "Ich bin immer wieder berührt davon, wieviel Zusammenhalt und Solidarität wir bei diesem Lauf von Frauen für Frauen erfahren."

Haidinger sprach darüber, welche Auswirkungen eine solche Erkrankung auf Intimität, Partnerschaft im allgemeinen und auch das eigene Selbstbild haben kann.

Leicht könne es passieren, erklärt sie, dass auftretende Probleme und Schwierigkeiten in einer Beziehung, vollständig der Erkrankung zugeschoben werden. Daher könne es hilfreich sein zu überdenken: "Was war vorher gut und wie ist es jetzt? Oder was war vorher schon problematisch und wie bin ich damit umgegangen und was hat sich verändert?"

Zeit der Sprachlosigkeit

Die Zeit der Chemotherapien, Bestrahlungen und Operationen sei oft eine Zeit der Sprachlosigkeit. "Leicht kann es zu Missverständnissen kommen, wenn Wünsche, Empfindungen und Dinge, die man im Moment vielleicht nicht möchte, nicht miteinander besprochen werden. Darum empfehle ich allen, über Ängste und Gefühle zu sprechen." Angst vor Unattraktivität oder Ablehnung kann entstehen und eigene Bedürfnisse können sich verändern. Doch immer wieder betont Haidinger: "Jede Frau ist anders." Eine solche Erkrankung ist ein großer Einschnitt in das Körperbild und Körpergefühl und es kann sehr schwer sein, den eigenen Körper wieder anzunehmen.

Auf keinen Fall solle man sich durch gedachte Erwartungen unter Druck setzen lassen. Jeder kann nur selbst wissen, was ihm gut tut. Manchmal gibt es sogar die Chance sich als Paar ganz neu kennen zu lernen und zu finden.

"Schreiben Sie doch einfach mal einen Liebesbrief an sich selbst", schlägt die Medizinjournalistin vor. Dies könne übrigens jeder tun. Was mag ich an mir, was finde ich toll?

Zum Schluss macht die Medizinjournalistin noch einmal klar: "Geben Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um damit zurecht zu kommen."

Informationen und Kontakte finden Sie auf www.brustkrebsdeutschland.de bld