Die Weihe ihres Gotteshauses vor 90 Jahren feiern morgen die Pressecker Katholiken. Dazu hat sich hoher Besuch aus Bamberg angesagt, denn den Festgottesdienst wird Domkapitular Heinrich Hohl halten.

Angesichts der derzeitigen Neustrukturierung von Seelsorge und Verwaltung der Pfarreien setzt die Erzdiözese damit ein Zeichen, dass auch die Belange der kleinen Pfarreien in der Diaspora berücksichtigt werden.

Presseck ist eine Kuratie, hat keinen eigenen Geistlichen und wird von der Pfarrei Wartenfels administriert - seit 2007 von Pater Godfryd Mizerski. Der polnische Franziskaner ist auch für die Filialkirche in Reichenbach zuständig. Unterstützt wird er von Pfarrer Helmut Spindler, der seinen Ruhestand in Wartenfels verbringt.

Reges Gemeindeleben

Dennoch herrscht unter den etwa 300 Pressecker Katholiken reges gemeinschaftliches Leben. Die Belange der Pfarrei regelt der Pfarrgemeinderat unter Vorsitz von Norbert Herrmann. Und wenn kein Geistlicher zur Verfügung steht, halten ausgebildete Wortgottesfeier-Leiter die kirchlichen Feiern: Anita und Reinhard Baar, Robert Thern und Klara Heinisch, die auch Mesnerin ist.

Der Grundstein zur katholischen Kirche in Presseck wurde 1927 gelegt. Geweiht wurde sie 1928. Das Gebäude ist schlicht gehalten und oberland-typisch verschiefert. Innen ist es nach der Renovierung in den 1980er Jahren nach wie vor in exzellentem optischen Zustand. Angebaut an die Kirche ist ein Pfarrhaus; auf dem Areal befindet sich außerdem das Gemeindehaus, an das sich der Friedhof anschließt. Geweiht ist das Gotteshaus Petrus Canisius (1521 bis 1597). Er war der erste niederländische Jesuit und einflussreicher geistlicher und politischer Vorkämpfer der Gegenreformation, wurde aber durch seine zurückhaltende Art im Umgang mit den Reformatoren anerkannt. Wie Luther prangerte auch er kirchliche Missstände scharf und deutlich an. 1864 wurde Canisius selig- und 1925 heiliggesprochen. klk