Berta Kätzel feierte 95. Geburtstag, und geistig voll auf der Höhe begrüßte sie ihre Gäste. Seit sechs Jahren ist Berta Kätzel nun im Caritas-Altenheim St. Elisabeth in Wallenfels. Mit ihrem Frohmut und "der großen Klappe" bereichert sie nach wie vor den Alltag der Senioren und Seniorinnen.

An ihrem Ehrentag gratulierten deshalb nicht nur die Mitbewohner und das Pflegepersonal sondern auch Bürgermeister Jens Korn, der "seiner Tante Berta" zum 95. Geburtstag alles Gute wünschte. Im Namen des Landkreises und des Landrats überbrachte stellvertretender Landrat Gerhard Wunder die Glückwünsche. Pater Jan Poja vertrat die katholische Kirchengemeinde.

Berta Kätzel ist eine Wallenfelserin, wie sie im Buche steht. Hier geboren und aufgewachsen, war sie zwar mit 16 nach Wien in Stellung gegangen, aber das Heimweh trieb sie nach acht Monaten wieder zurück. Dann hat sie bei einem Bauern gearbeitet, wurde zum Arbeitsdienst eingezogen und lernte schließlich in Bamberg als Krankenschwester. Sie arbeitete danach in Bayreuth und lernte dort ihren späteren Mann kennen.

1951 war Hochzeit und Sohn Hubert kam zur Welt. "Ich hab ganz alleine ein Haus gebaut, mein Mann war ja nie da", erzählt Berta Kätzel. Gearbeitet hat sie im Betrieb der Schwester und später in deren Lebensmittelladen. Als der Betrieb geschlossen und das Geschäft aufgegeben wurde, blieb noch der Getränkemarkt übrig, in dem sie bis zu ihrem 85. Lebensjahr mitarbeitete. Vor einigen Jahren hat Enkelin Steffi den Markt übernommen und ihn im ehemaligen Schlecker-Markt neu eröffnet.

Gerne würde Berta Kätzel auch dort noch mit "werkeln", aber da wollen die Beine und Arme nicht mehr so richtig. "Ich hatte keine Hobbys, als ich jung war, immer nur Arbeit und meinen Sohn Hubert. 1968 ließ ich mich scheiden, mein Mann war ja eh nie da", erklärt die Jubilarin. Und so hat sie lange Jahre ihre kranke Mutter gepflegt, die 1966 mit 86 Jahren starb. Sie war bei ihrer Schwester Betti im Haushalt beschäftigt und die Hände standen eigentlich nie still. Heute ist sie im Altenheim zufrieden und froh, dass sie immer wieder jemanden zum Reden hat, denn "den Mund lass ich mir auch mit 95 nicht verbieten", sagt Berta Kätzel lachend. Obwohl sie vor zwei Jahren mit einem Schlaganfall einen "Schuss vor den Bug" bekommen hatte, gab sie nicht auf und ist schon fast wieder die Alte. Schlagfertig und witzig und immer zu Scherzen aufgelegt, so kennen sie auch die Damen vom Besuchsdienst, die regelmäßig zu ihr kommen. sd