von unserem Mitarbeiter Gerd Fleischmann

Stockheim — Am Samstag und Sonntag findet in Stockheim erneut das traditionelle Bergmannsfest auf dem ehemaligen Bergwerksgelände der Zeche St. Katharina statt. Diese Veranstaltung erhält in diesem Jahr durch die Einweihung des bergbaulichen Magazins sowie des Geotops "Stockheimer Kohle" eine besondere Note.
Dieses Geotop ist eine besondere Rarität, denn es zählt zu den hundert schönsten von Bayern und gibt einen Blick frei auf 290 Millionen Jahre Erdgeschichte. In einer Gemeinschaftsaktion von Knappenverein, Förderverein und Bergmannskapelle konnten die Vereinsidealisten in über 700 freiwilligen Stunden das bergbauliche Magazin realisieren. Einschließlich Spenden investierten die drei Vereine bisher an die 20 000 Euro. Im ersten Obergeschoss des Bauhofes wurde eine Fläche von über 200 Quadratmeter zur Verfügung gestellt und von der Gemeinde ein separater Zugang zum Magazin errichtet.
Bürgermeister Detsch zeigt sich optimistisch, denn mit dem Geotop sowie dem bergbaulichen Magazin habe man einen wichtigen Schritt bezüglich der Erhaltung der bergbaulichen Historie getan. Schließlich habe der Steinkohlenbergbau Land und Leute in unserer Region geprägt und gehöre bei vielen zur persönlichen Familiengeschichte, so Detsch.
Hochkarätige Modelle, Arbeitsgeräte, bergmännische Lampen, Fotos, Kartenmaterial sowie weitere Ausstellungsstücke informieren über die schicksalhafte Ära der Bergleute, die zuletzt in bis zu 300 Meter Tiefe nach dem schwarzen Gold gegraben haben. Immerhin förderten die Knappen bis zu 120 Millionen Zentner Steinkohle. Eine weitere Attraktion ist der Stollenausbau der Arbeitsgruppe "König Ludwig" aus Recklinghausen, die die musealen Bemühungen der Stockheimer tatkräftig unterstützt hat. Erneut hat sich eine Delegation aus Recklinghausen für das Bergfest angemeldet, informierte Vorsitzender Heiko Eisenbeiß vom Knappenverein.


Erstes Fest 1862

Und das ist auch ein Teil der Industriegeschichte, denn die bergmännische Tradition reicht weit zurück: Bereits 1862 wurde eines der ersten Bergmannsfeste abgehalten. Immerhin kann das Stockheimer, Reitscher und Neuhäuser Bergbaurevier auf eine über 400-jährige Ära zurückblicken. Im Jahre 1968 schloss die letzte der einst neun eigenständigen Zechen.
Der Auftakt der Festlichkeiten erfolgt am Samstag, 19. September, um 13 Uhr im Bereich der ehemaligen Katharinazeche mit Führungen auf dem Bergbauerlebnispfad "Dachsbau". Um 16 Uhr wird Vorsitzender Gregor Förtsch einen Vortrag über "10 Jahre Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim/Neuhaus" halten. Ab 19 Uhr sorgt die Schwäbische Trachtenkapelle Hirblingen im Festzelt für Unterhaltung.
Der Sonntag wird um 8.30 Uhr mit der Kirchenparade ab Dorfplatz mit der Bergmannskapelle und den Vereinsabordnungen eingeleitet. Der anschließende Festgottesdienst findet im Gotteshaus St. Wolfgang mit dem Gesangverein "Liederkranz" Haig" statt. Danach bewegt sich die Bergparade mit den Stockheimer Musikanten zum Festplatz.
Anschließend werden bergbauliches Magazin und Geotop eingeweiht. Gleichzeitig findet außerdem die Eröffnung der Sonderausstellung "10 Jahre Förderverein Bergbaugeschichte" statt.
Ab 10 Uhr sorgt die Bergmannskapelle Stockheim für Unterhaltung.
Weitere Besichtigungsmöglichkeiten bestehen im bergmännischen Magazin. Am Sonntagnachmittag tritt dann das musikalische Duo "Garry & Paul" auf. Der Festausklang ist gegen 17 Uhr.
Zum Bergmannsfest laden der Knappenverein, die Bergmannskapelle, der Förderverein Bergbaugeschichte sowie die Gemeinde Stockheim ein. Die Einnahmen finden ausschließlich Verwendung für den Erhalt und die Pflege der Stockheimer Bergbautradition und ihrer Geschichte.
Außerdem lädt die Stockheimer Geschäftswelt zu einem verkaufsoffenen Sonntag am 20. September ein.