Bereits im Mai hatte sich der Adelsdorfer Gemeinderat ein Bild von der ehemaligen Wärterwohnung des Wasserwerks in Uttstadt gemacht. Geplant war, diese in Büro-, Besprechungs- und Sozialräume umzuwandeln. Doch schon damals sprachen brandschutztechnische Anforderungen sowie ein sechs bis sieben Jahre später erforderlicher Neubau eher gegen eine Sanierung. Das technische Bauamt erhielt den Auftrag, die Kosten für Neubau und Sanierung zu ermitteln und gegenüberzustellen. Am Mittwochabend stellte Julia Sänger dem Gremium nun die Ergebnisse vor.

Neubau hat etliche Vorteile

"Ein Neubau würde in vielerlei Hinsicht mehr Sinn machen", lautete das Resümee der Hochbautechnikerin. Die Kosten für einen möglichen Neubau würden sich auf 584 000 Euro belaufen, eine Sanierung würde mit etwa 636 200 Euro zu Buche schlagen. Letzteres ist laut Sänger "wirklich nur ein grober Wert. Ich habe vier Gebäude hergenommen, die dem Bau entsprechen, und dann einen Mittelwert errechnet".

"Wir entscheiden da über eine nicht unerhebliche Summe", gab Uwe Pöschl (CSU) zu bedenken.

"Wir wollen schon in Richtung Neubau gehen", erklärte Bürgermeister Karsten Fischkal, "da sind wir uns wohl alle einig."

"Wir müssen nach vorne schauen", fand auch Norbert Lamm (SPD). "Wir brauchen was Ordentliches." Er hatte aber auch Bedenken: "Mir ist das nur alles nicht schlüssig", sagte er, "Mir fehlen aktuell Informationen. Ich kann keine Grundsatzentscheidung fällen, wenn ich nicht mehr Informationen habe." Zudem bemängelte er, dass im Haushaltsplan für die Kostenschätzung des Neubaus eine ganz andere Summe stehe.

"Ich würde den Vorschlag machen: Lasst uns in Richtung Neubau gehen, und der Architekt soll uns vorlegen, was das alles kostet", sagte Fischkal. "Jeder, der in dem Gebäude war, wird bestätigen: Für eine Sanierung ist das nicht geeignet."

"Der Vorteil an dem Neubau ist, dass ich ihn über 50 Jahre abschreiben kann", erklärte Geschäftsleiter Wolfgang Mößlein. "Die 12 000 Euro pro Jahr gehen direkt in die Gebührenberechnung mit ein."

Norbert Birkner meinte: "Es ist klar, dass wir auf den Neubau gehen, wenn das für die Bürger dann kostengünstiger wird."

Jörg Bubel (SPD) erbat noch ein Raum- und Betriebskonzept sowie eine Kostenaufstellung und die Abrisskosten.

Michael Auer (Grüne) beschäftigte noch etwas anderes: "Neubau auf jeden Fall", sagte er. "Wir haben die Hochlastfaulung, den Hochbehälter in Aisch und das Wasserwerk. Wie wirkt sich das alles auf die Wassergebühren aus?"

Fischkal schlug eine erneute Kalkulation durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband vor, die dann dem Gremium vorgelegt werden könne.

Einstimmig wurden ein Neubau und die Beauftragung eines Architekten beschlossen.

"Schlangen" vor der Post

Norbert Lamm sprach zum Ende der öffentlichen Sitzung ein Problem an, das er selbst Tag für Tag beobachtet: "Ich gehe immer wieder bei der Post vorbei", sagte er. "Da stehen wahnsinnig viele Leute vor der Post." Er erklärte, dass er zwischen 14 und 17 Personen zähle, wenn er dort vorbeikommt. "Das wird privat betrieben, wir müssen uns Gedanken machen", sagte Lamm. "In Höchstadt ist die Post in einer Filiale. Wir sollten auf Filialen zugehen." Lamm befürchtet, dass die Leute sonst woanders zur Post fahren könnten und dort dann gleich einkaufen.

"Mir ist auch schon aufgefallen, dass die Leute da anstehen", sagte Fischkal. "Das Gebäude ist zu klein, da darf immer nur einer rein. Ich hätte auch am liebsten eine Postfiliale, in der drei Leute drinnen stehen." Er werde auf das Thema im nichtöffentlichen Teil näher eingehen.

Tim Scheppe (FW) fragte an, ob der Verstärkerbus im nächsten Jahr weiter eingesetzt werde.

"Momentan wird der Bus zu 100 Prozent übernommen", sagte Fischkal. "Ab 1.1. werden 80 Prozent übernommen, 20 Prozent wären von uns zu tragen. Wir lassen uns Angebote kommen. Die Gemeinde wächst. Wir sollten den Bus auf jeden Fall weiterfahren lassen." bs