Fünf Bauwerber würden gerne in den nächsten fünf Jahren in Schoßaritz bauen. Im Flächennutzungsplan ist dort jedoch keine Bebauung vorgesehen. Die meisten Eigentümer hätten aber ihr Einverständnis gegeben, wie die Hiltpoltsteiner Bürgermeisterin Gisela Schulze-Bauer (BfH) im Gemeinderat erklärte.

Um noch in den Genuss des beschleunigten Bauverfahrens ohne Umweltprüfung zu kommen, muss die Gemeinde den Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet noch vor dem 31. Dezember fassen. Zwei Varianten hatte die Verwaltung ausgearbeitet. Das ging dann doch etlichen Gemeinderäten zu schnell, zu viele Punkte seien ungeklärt.

Da ist eine Familie, die dort zwei Grundstücke hat, diese aber nicht in das Bebauungsgebiet einbeziehen möchte. Auf den Flächen sind Alpakas untergebracht. Eine andere Familie hat keine hundert Meter von den künftigen Baugrundstücken ihren Ziegenstall. "Die Familie zeigte große Bedenken, dass der Ziegenstall mit dem künftigen Baugebiet nicht verträglich ist", sagte Schulze-Bauer. "Die Kollision mit dem Ziegenstall ist vorhanden", fügte die Bürgermeisterin hinzu.

Das emissionsrechtliche Gutachten zuerst anzufordern, dazu reiche die Zeit nicht mehr, denn dann wäre der "13-b-Vorteil", das beschleunigte Verfahren, verwirkt. Schulze-Bauer schlug deshalb vor, den Aufstellungsbeschluss zu fassen und die beiden Grundstücke mit den Alpakas herauszunehmen. Alles weitere würde dann besprochen werden. Das Verfahren könne jederzeit abgebrochen werden.

Das war den Gemeinderäten noch immer zu vage. "Wer übernimmt die Kosten des Gutachters?", wollte die Dritte Bürgermeisterin Gisela Geldner (FW) wissen. Das müsse noch geklärt werden, antwortete Schulze-Bauer. "Ein Gutachten ist notwendig. Der Ziegenstall ist da und die Ziegen sind extra ausgesiedelt, damit sie im Baugebiet niemanden stören", erklärte die Gemeindechefin.

Wolfgang Engel (CSU) gefiel das alles nicht. Über ein halbes Jahr hätten sich die Gemeinderäte mit viel Arbeit und Zeit mit dem Flächennutzungsplan beschäftigt und diesen aufgestellt. "Wir können nichts dafür, wenn die Leute nicht wach geworden sind. Wir reden seit einem Jahr über den Flächennutzungsplan", meinte Engel. Sein Fraktionskollege ging einen Schritt weiter. "Mir fehlt ein Planungsbüro. Was kostet der Gemeinde der Weg dorthin und was den Anwohnern? Das ist eine größere Hausnummer als das Gutachten", meinte Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU). Hier musste die Bürgermeisterin zustimmen, dass die Erschließung "nicht ohne" sei.

"Für Schoßaritz wäre es aber eine kleine Entwicklungsmöglichkeit", sagte Schulze-Bauer. "Die Grundstückseigner müssen wissen, dass sie 90 Prozent der Straße bezahlen müssen. Je weniger Grundstücke es sind, desto teurer wird es", ergänzte Geldner. Zudem müsste geklärt werden, wie die Zufahrt von der Kreisstraße aus zum künftigen Baugebiet geregelt werde, betonte Gerhard Leistner.

Beschluss mit 8:5 Stimmen

Das als Kompromiss zu betrachten, darum bat Sebastian Heinze (BfH). "Wir sollten sehen, dass 13 b möglich ist, aber es wird erst gebaut, wenn alles andere gelöst ist", schlug er vor. Der Aufstellungsbeschluss fürs beschleunigte Verfahren wurde mit 8:5 Stimmen gefasst.

Bevor es weihnachtlich wurde, dankte die Bürgermeisterin den Räten. Sie bedauerte sehr, dass so viele aufhören. Das Gremium habe viel erreicht. Die fast abgeschlossene Sanierung der Turnhalle nannte sie als Beispiel. Auch in der Schule gehe es zügig voran. Teils über 40 Handwerker sind derzeit mit den Sanierungsarbeiten beschäftigt.