Eckehard Kiesewetter Kreis Haßberge/Ebern —  Gut, die Baubranche ist glimpflich davongekommen. Das Coronavirus hat ihr bislang weitaus weniger zugesetzt als anderen Bereichen der Wirtschaft. Das galt auch für die großen Vorhaben im Straßenbau. Dennoch wurden die Planungen des Staatlichen Bauamts Schweinfurt durch die Krise durcheinandergewürfelt. "Eine Zeitlang war nichts erlaubt, dann immer nur zwei Personen; die Auflagen waren so", erinnert Bauoberrat Manfred Rott, "da konnten wir unsere eigenen Kolonnen nicht losschicken."

Folglich wurden im Frühjahr aufgrund der Corona-Einschränkungen nur ganz dringende Maßnahmen ausgeführt.

Jetzt aber laufe es wieder rund und die aufgeschobenen Vorhaben, Straßensanierungen und Ausbesserungsarbeiten können sukzessive abgearbeitet werden. Sie müssen jetzt nachgeholt werden, sagt Rott, der beim Staatlichen Bauamt für die Kreise Haßberge und Rhön-Grabfeld und die Stadt Schweinfurt zuständig ist. Dem tun auch sommerliche Hitzegrade keinen Abbruch, die den Arbeitern natürlich zusetzen. Aber "der nächste Winter kommt bestimmt und bis dahin müssen unsere Straßen wieder so saniert sein, dass sie den Winter so gut als möglich ohne Verkehrssicherheitsprobleme überstehen."

Gute Zeit

Der Sommer ist zudem die günstigste Jahreszeit. Auf heißer Fahrbahn bindet der Asphalt besonders gut. Rott: "An kalten Tagen kann man solche Maßnahmen, wenn sie gelingen sollen, nicht durchführen."

Zu den verschobenen Sanierungsvorhaben gehören auch Abschnitte der Staatsstraße 2278 (Haßfurt-Ebern) im Bereich Unterpreppach. Die Verkehrsbelastung der Straße ist laut Rott mit 3075 Kraftfahrzeugen pro Tag "für unsere Bereiche relativ hoch", entspreche aber der Bedeutung dieser als Verbindung zwischen der ehemaligen Kreisstadt Ebern und der jetzigen Kreisstadt Haßfurt.

Aufgrund von Spurrinnen war es im Bereich Unterpreppach seit geraumer Zeit bei Regen zu Aquaplaning gekommen. Deshalb, erklärt Manfred Rott, wurden in den letzten Tagen "die Spurrinnen mit Hilfe eines Einbaupfluges für Asphalteinbau verfüllt und abgezogen, so dass die Rinnen danach für ein paar Jahre beseitigt sind". Dies sei eine einfache Sanierungsmaßnahme, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. "Längerfristig muss dort eine Deckenerneuerung stattfinden", verspricht Rott. Sie steht allerdings in diesem oder nächsten Jahr erst mal nicht auf dem Plan.

Im betroffenen Bereich, bei Unterpreppach und an der Einmündung Staatsstraße/Alte Ziegelei (Zufahrt zum Gewerbegebiet Sandhof), häuften sich in den zurückliegenden Jahren die Unfälle.

Ein Tempolimit?

Der Verkehrsreferent des Eberner Stadtrats, Zweiter Bürgermeister Harald Pascher hatte deswegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert. Wie steht das Staatliche Bauamt dazu?

"Die Ursachen der Unfälle in diesem größeren Bereich wurden analysiert", bestätigt der Baudirektor. "Es lag wohl in den meisten Fällen an Vorfahrtsmissachtungen beim Abbiegen oder Einbiegen an den beiden Einfahrten nach Unterpreppach." Auch das Bauamt führe verdeckte Geschwindigkeitsmessungen durch, die Informationen für derartige Entscheidungen liefern. "Diese Informationen bringen wir in die Diskussion mit den Unfallkommissionen - Verkehrsbehörde, Polizei, Baulastträger - mit ein", erläutert Rott. "Die Entscheidung trifft aber die Verkehrsbehörde aufgrund von Sachargumenten." Nun dürfte zumindest die Gefahr durch Aquaplaning erst mal gebannt sein.