Der „Paukenschlag gegen die Einsamkeit“ der Josef und Luise Kraft-Stiftung war am 1. Mai um Punkt 11 Uhr quer durch Bayern zu hören – von Hof bis Oberammergau, von Bad Füssing bis Goldbach. Über 100 Berufsmusiker spielten an diesem Feiertag ein Potpourri von Blasmusik über Volkslieder und Jazz bis Oldies vor mindestens 55 Senioreneinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt , dem Seniorenwohnen BRK und dem München Stift. So auch im Seniorenwohnen Bruderwald in Bamberg .

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, ältere Menschen aus ihrer coronabedingten Einsamkeit zu holen und ihnen zum Maifeiertag eine musikalische Freude zu bereiten. Dabei haben wir auch an die vielen freien Berufsmusiker gedacht, die seit Monaten nicht mehr arbeiten können und ihr Publikum vermissen. Deshalb haben wir den Tag der Arbeit auch ganz bewusst dafür ausgewählt“, so Harald Mosler, Vorstand der Josef und Luise Kraft-Stiftung, der diese Aktion ins Leben gerufen hat.

Nach der unendlich langen Winter-Corona-Zeit erleben die Bewohner durch die musikalische Unterhaltung ein Stückchen Normalität. „Nicht nur die Bewohner, auch unsere Mitarbeiter sind nach der langen Zeit der Entbehrungen ganz gespannt auf dieses Konzert gewesen. Eine wunderschöne Ablenkung für alle“, so Einrichtungsleiterin Renate Aman.

Rund 20 Bewohner haben sich mit Sicherheitsabstand im Garten der Einrichtung verteilt, weitere sitzen auf ihren Balkonen oder in den Wohnbereichen bei offenen Fenstern. Schlag 11 Uhr ertönten die ersten Klänge der Musiker Luca Wißmann und Johann Wolpold auf der Trompete .

Die Musik brachte die Bewohner nicht nur zum Schunkeln, sie weckte ebenfalls Emotionen : „Die Stücke kenne ich noch von den Maifesten meiner Kindheit “, so eine Bewohnerin, die seit zwei Jahren im Seniorenwohnen Bruderwald wohnt. „Da könnte man doch glatt für einen Moment vergessen, dass wir mitten in einer Pandemie stecken.“ red