Schuldunfähiger Täter

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Es war ein großer Schock in einer kalten Winternacht für die Menschen des beschaulichen Eberner Stadtteils Eyrichshof. Am 30. Januar standen gegen 4 Uhr eine große Scheune und die darin gelagerten Reifen in Flammen, das Gebäude brannte komplett nieder. Der geschätzte Gesamtschaden: knapp 500.000 Euro.

Bis in die Morgenstunden waren etwa 180 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK, THW und Polizei mit den Lösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Das bekannte Schloss Eyrichshof, in dessen Innenhof im Sommer viele Open-Air-Konzerte stattfinden, liegt nur 50 Meter von der Scheune entfernt.

Der nächste Schock folgte, noch bevor das Feuer endgültig unter Kontrolle war. Am Vormittag wurde ein 26-Jähriger festgenommen, der selbst bei den Löscharbeiten geholfen hatte. Der ortsansässige Mann war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. 

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: vorsätzliche Brandstiftung, versuchte Brandstiftung und gemeinschädliche Sachbeschädigung. In Eyrichshof war es in den Wochen vor dem Großbrand bereits zu weiteren Zwischenfällen gekommen. 

So hatten sich seit Silvester im Ort immer nachts insgesamt drei weitere Brände ereignet. Der Beschuldigte soll in zwei Fällen öffentliche Müllbehälter und in einem Fall einen Briefkasten in Brand gesetzt haben.

Jetzt sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg abgeschlossen. Dem Beschuldigten wird laut Staatsanwalt Matthias Eichelsdörfer vorgeworfen, „im Zustand der Schuldunfähigkeit die Tatbestände der Brandstiftung und Sachbeschädigung in drei Fällen und der versuchten gemeinschädlichen Sachbeschädigung und Brandstiftung in zwei Fällen und Brandstiftung in Tateinheit mit Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen verwirklicht zu haben“. 

Weil die Staatsanwaltschaft davon überzeugt ist, dass der Beschuldigte die Taten im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat, wurde ein Antrag auf Sicherungsverfahren an das Landgericht gestellt. Ziel dieses Verfahrens ist es, dass der Beschuldigte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird.