Schmerzen im Genick
Näher dran am Geschehen war zwar Stefan Mildenberger, aber auch der Schiedsrichter nahm lediglich einen „normalen Zweikampf um den Ball mit einem belanglosen Rempler in den Rücken“ wahr. „Der Lichtenfelser wusste nicht, was passiert war, wo er ist oder gegen wen er spielt, und hatte Schmerzen im Genick“, sagte Keeper Achtzehn.
Spätestens als Reichel auch über Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen klagte, war den Umstehenden die mögliche Tragweite bewusst, der Notruf wurde gewählt. Die Anweisungen des verständigten Rettungsdienstes waren jedenfalls unmissverständlich: nicht bewegen, bis professionelle Hilfe vor Ort ist.
Die folgenden Minuten bis zum Eintreffen des Rettungswagens müssen sich für die Beteiligten wie Stunden angefühlt haben. Nach der professionellen Erstversorgung auf dem Platz entschieden sich die Sanitäter allerdings für den schnelleren und schonenderen Transport per Rettungshubschrauber.
Rund 45 Minuten waren inzwischen seit dem unglücklichen Zusammenstoß vergangen, als Reichel schließlich auf dem Luftweg unterwegs war in Richtung Bamberg. Auf dem Sportgelände in Reichmannsdorf dachte zu diesem Zeitpunkt niemand mehr an eine Fortsetzung des Spiels. Noch während der Behandlung signalisierten die Lichtenfelser, nicht weiterspielen zu können, mit Zustimmung der Gastgeber brach Schiedsrichter Mildenberger die Partie dann ab.
„Auch wir mussten das Ganze erst einmal sacken lassen, da bleibt einem die Spucke weg“, sagt Achtzehn, der Reichmannsdorfer Keeper. „Der Abbruch war die absolute richtige Entscheidung. Die Nerven waren bei allen Spielern am Boden, das hat jeden stark mitgenommen. Das Wichtigste ist, dass Hannes wieder gesund wird“, hatte auch Vorsitzender Menger noch am Abend gesagt.
Sportgericht entscheidet
Auch wenn sie gewollt und gekonnt hätten: Eine Fortsetzung der Partie wäre an diesem Abend auf dem flutlichtlosen Platz ohnehin schwierig geworden aufgrund des späten Spielbeginns um 19 Uhr, der langen Unterbrechung und der nun eintretenden Dunkelheit.
Wie es mit der Partie weitergeht, entscheidet jetzt das Sportgericht. Aufgrund des frühen Zeitpunkts des Abbruchs, der im Raum stehenden Schwere der Verletzung und der Einigkeit der beiden Teams über den Abbruch, ist eine Neuansetzung die wahrscheinlichste Lösung. „In so einem Fall kann es eigentlich nichts anderes als eine Neuansetzung geben“, sagte auch Schiedsrichter Mildenberger, ohne natürlich das Urteil vorwegnehmen zu können.
Ob bei der Neuauflage dann auch wieder Hannes Reichel mit auf dem Platz steht, ist eine andere Frage. „Mit einer Gehirnerschütterung ist nicht zu spaßen, das braucht seine Zeit“, sagt Menger.