War wegen zu wenigen Tagesordnungspunkten die Gemeinderatssitzung in Marktgraitz im Februar noch abgesagt worden, gab es diesmal zu vielen Themen meist auch größeren Redebedarf. So zum Beispiel über die Idee, eine „Allee des Lebens“ in dem Ort zu gründen. Hintergrund ist, Bäume für Neugeborene in Marktgraitz – wie schon in anderen Kommunen Oberfrankes – zu pflanzen. Es zeichnet sich ab, dass der öffentliche Feldweg in der Rosenau als Standort favorisiert wird.

Verschiedene Baumarten

Bürgermeister Jochen Partheymüller (BB-FW) hatte sich nun mit dem Baumexperten Andreas Harz dieses Themas angenommen. Auf dem als Radweg genutzten Fahrstreifen von Redwitz kommend ist linksseitig ein Pflanzstreifen von fünf Metern Durchschnittsbreite vorhanden. Allerdings sollte zu der landwirtschaftlichen Nutzfläche vier Meter Abstand eingehalten werden, wenn die Bäume über zwei Meter hoch werden. Hier muss noch mit dem Landwirt abgeklärt werden, ob dies ein Problem darstellt. Die vorgesehenen Bäume (Krone beginnt meist erst ab zwei Metern Höhe) sind durch ihren langsamen Wuchs und meist schmaler Krone für den Standort geeignet. Folgende Baumarten wurden ausgesucht: Felsenbirne, Trompetenbaum, Esche , Eisenholzbaum, Seifenbaum, Mandelbaum, Eiche, Amberbaum, Apfelbaum und Magnolien, die der Fachmann Andreas Harz für besonders geeignet ansieht.

Fragen und ein weiteres Thema

Georg Bülling ( CSU ) machte auf die seiner Meinung nach hohen Preise der Bäume aufmerksam. Michael Beier (FW) vertrat die Meinung, dass bei Bäumen, die schon größer seien, die Überlebenschancen besser gegeben sind. Man solle doch auf die Erfahrungen mit Bäumen auf das Gespräch mit Mitarbeitern des örtlichen Bauhofs zurückgreifen, schlug Anton Hügerich (FW) vor.

Im Grunde waren alle Räte für die Pflanzung einer derartigen Anlage. Alle weiteren Fragen und mögliche Kosten sollen bis zur nächsten Sitzung konkretisiert werden.

Viel diskutiert wurde auch über die Möglichkeit, Ruhebänke und eine ortsprägende Marienglocke auf dem „Gratzer Bergla“ aufzustellen. Hauptfinanzierbar würde das durch das Regionalbudget zur Umsetzung von Kleinprojekten zur örtlichen Verbesserung durch die „Allianz B 303 plus“, in der die Gemeinde Marktgraitz Mitglied ist. Für 17 Kleinprojekte werden 100 000 Euro zur Verfügung gestellt, die der Förderung des ländlichen Raums dienen.

Gemeinderat Stefan Stumpf ( SPD ) fragte nach, wie es mit den kompletten Kosten aussehe, da schon Bürger nachgefragt haben. Die Errichtung der beiden Ruhebänke mit Holzskulptur und die Marienglocke kämen dabei auf rund 30 000 Euro, wobei die Förderung bei 80 Prozent liege, antwortete der Bürgermeister. „Wollen wir das überhaupt?“, fragte Georg Bülling, der sich irgendwie vor vollendete Tatsachen gestellt fühlt. Einigen schien das Projekt zu teuer.

Passend zu Marienweg

Fragen zum Unterhalt, zur Sturmsicherung und Lärmbelästigung stellte Kerstin Röling ( CSU ). Die Bedenken versuchte Bürgermeister Partheymüller zu entkräften. Auch sei es ein Gewinn, da das Projekt Glocke am Marienwanderweg liege und dies für Wanderer und Spaziergänger eine wesentliche Aufwertung „Am Bergla“ sei. Auch Pfarrer Lars Rebhan habe schon bekräftigt, dass die Glocke schön zum Kreuz passen würde und eine Bereicherung bei Freiluftgottesdiensten wäre. Letztendlich einigte sich der Rat auf die Weiterführung beider Projekte. Anton Hügerich bat, in Zukunft eine Entscheidungsfindung bei derlei Projekten besser vorzubereiten.