Eine Wiese unweit der Ortsmitte von Happertshausen ist als „Hirsegarten“ bekannt. Dieser Teil des Ortes soll umgestaltet werden. Die Nassach sowie der kleinere Goldbach sollen umgelegt werden und durch die Wiese fließen. Durch Bäume, Bänke und Trittsteine im Bachbett der Nassach soll die Wiese zu einem Park aufgewertet werden. Neben der Verlegung der Nassach soll auch die anliegende Kreisstraße HAS 35 im Ortsbereich von Nassach bis zur Gemarkungsgrenze Aidhausen erneuert werden.
Peter Ruck vom Ingenieurbüro Werner aus Eltmann und Alfons Schanz, Leiter der Tiefbaubehörde am Landratsamt, stellten die Pläne während einer Teilbürgerversammlung am Donnerstag im DJK-Heim in Happertshausen vor. Dabei stießen sie zum Teil auf Widerstand bei den Bürgerinnen und Bürgern.
Ein Anwohner befürchtete mehr Geld für seine Gebäudeversicherung zahlen zu müssen, wenn die Nassach näher an sein Anwesen rückt. Schanz erwiderte, dass das Bauprojekt auf ein 100-Jahre-Hochwasser ausgelegt ist. Der Wasserdurchlauf werde vergrößert und ein Regenrückhaltebecken gebaut. „Das Projekt bringt eine deutliche Verbesserung“, so Schanz.
Auch die Sorge, dass sich der Biber im neuen Bachbett wohlfühlen könnte, entkräftete Schanz. Nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde könne sich der Biber dort nicht niederlassen. Ein eventuell lauteres Plätschern der Nassach und das Quaken von Fröschen könne er jedoch nicht verhindern, entgegnete er einer Anwohnerin.
Bedenken, dass das neue Areal nicht sauber gehalten wird, zerstreute Zweiter Bürgermeister Harald Schneider, der auch den Bauhof leitet.
Erster Bürgermeister Thomas Wagenhäuser taxierte die Kosten für die Renaturierung auf rund 405.000 Euro, die mit 90 Prozent gefördert werden. Die Kosten für die Durchlässe und den Straßenbau würden mit 60 bis 80 Prozent gefördert. Der Gemeinde verbleibe ein Eigenanteil von etwa 121.000 Euro, von denen bereits rund 62.000 Euro vor allem für die Planung ausgegeben worden seien. Der Landkreis investiere rund 1,93 Millionen Euro, die mit 65 Prozent gefördert würden. Vorhandene Bäume sollen bestehenbleiben, betonte Wagenhäuser.
Die Umlegung der Nassach könnte im April 2027 beginnen, die Straßensanierung im Jahr 2028, sagte Schanz.