Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Schiene Nr. 8.1 für die Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld wird für die Gemeinde Strullendorf grundlegende Veränderungen mit sich bringen. Mit der notwendigen Südanbindung und der Auflassung des Bahnübergangs am Stockweg entstehen in diesem Zusammenhang auch ganz neue Wegeverbindungen. Nach wie vor gibt es Abstimmungsbedarf über den barrierefreien Zugang des Strullendorfer Bahnhofs von der östlichen Bahnseite zum Mittelbahnsteig, zeitgemäße Lärmschutzmaßnahmen und eine Gleisverlegung nach dem neuesten Stand der Technik.
In der voll besetzten Aula der Grund- und Mittelschule Strullendorf stellten sich im Rahmen einer Bürgerversammlung die zuständigen Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG den Fragen der Strullendorfer Bürger. Kerstin Koch, Teamleiterin für den Planfeststellungsabschnitt 21, erläuterte den derzeitig geplanten Ablauf der Baumaßnahmen im Bereich der Gemeinde Strullendorf.
Vor Beginn der eigentlichen Gleisarbeiten müssen alle Überführungs- bzw. Unterführungsarbeiten abgeschlossen sein. Alle Maßnahmen sollen, soweit es möglich ist, unter "rollendem Rad", das heißt im laufenden Schienenbetrieb durchgeführt werden, damit es zu möglichst wenigen Streckensperrungen kommt. Hinsichtlich des Wasserschutzgebietes sind laut Koch besondere Maßnahmen notwendig, da hier eine aufwendige Entwässerung außerhalb des Wasserschutzgebietes vorgeschrieben ist. Arbeiten an der Brücke zum Nordring werden zu Verkehrsbehinderungen führen.
Die Brücke der B 505 muss erneuert werden, in diesem Zusammenhang wird eine provisorische Umfahrung notwendig sein. Hans Högg vom Büro Möhler + Partner hatte die schwierige Aufgabe, die Berechnungen zum Schall- und Erschütterungsschutz für den Planfeststellungsabschnitt vorzustellen. Er musste in diesem Zusammenhang immer wieder auf die gesetzlichen Vorgaben und die Rechtsprechung hinweisen. Alfons Plenter, Projektleiter für den Abschnitt Erlangen bis Strullendorf, erinnerte daran, dass das Planfeststellungsverfahren von 1996 weitergeführt wird und alle gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden. Er informierte über Baustelleneinrichtungsflächen, Baustraßen und die Modalitäten für den Erwerb bzw. die zeitliche Pachtung von notwendigen Flächen. Plenter warb auch dafür, dass die Gemeinde Strullendorf die notwendigen Kreuzungsvereinbarungen zeitnah unterschreiben sollte. Für Strullendorfs Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) besteht dafür aber noch Klärungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf den barrierefreien Ausbau des Strullendorfer Bahnhofs.


Anstieg des Güterverkehrs

In der sich anschließenden Diskussion wurde besonders intensiv über die Lärmproblematik gesprochen. Bereits jetzt wird von den Anwohnern ein Anstieg des Güterverkehrs wahrgenommen, der insbesondere in der Nacht zu deutlich mehr Lärm führt. Dies wird vor allem den veralteten Güterwaggons zugeschrieben. Die Lärmbelästigung werde sich, so die Befürchtungen vieler, mit dem Ausbau der Strecke und der prognostizierten Zunahme des Güterverkehrs erhöhen.
Kein Verständnis zeigten die Betroffenen, dass es keinen Lärmschutz nach der aktuellen Lärmschutzverordnung gibt und damit der Schienenbonus von 5 dB(A) weiter gilt. Darüber hinaus werden zusätzliche 3 dB(A) für das "Besonders überwachte Gleis" (BüG) von der Lärmberechnung abgezogen. Dass es keine Erschütterungen für die betroffenen Häuser an der Bahn durch den Gleisneubau geben soll, wollte man an diesem Abend auch nicht so recht glauben.
Bürgermeister Desel erinnerte die Betroffenen noch einmal daran, ihre Einsprüche gegen die Planungen der Bahn fristgemäß abzugeben. Die Rathausverwaltung kann bei der Formulierung Hilfestellungen geben. Die Gemeinde Strullendorf werde die Lärm- bzw. Erschütterungsberechnung durch ein eigenes Gutachten überprüfen lassen.