Die etwas andere Grenzwanderung mit Rangerin Katja Winter entlang der Grenze der ehemaligen DDR.
„Habt ihr das eben gehört? Das war ein Wendehals, ein typischer Bewohner von Streuobstflächen. Natürlich bekamen die Touristiker, die vom Verein Haßberge Tourismus im Rahmen mehrerer Workshops eingeladen waren auch Informationen zum einstigen Todesstreifen von Kreiskulturreferent Hanns Friedrich.
Geschäftsführerin Susanne Volkheimer verwies auf das Thema des Tages „Heimat entdecken“. Auf dem „Grenzgängerweg“ im Bereich des thüringischen Grabfeldes stand vor allem das „Grüne Band“ im Fokus des Nachmittags. Die Gäste waren beeindruckt von einer fast unberührten Landschaft mit seltenen Tier- und Pflanzenarten.
Sie erfuhren aber auch einiges über die Zeit des DDR-Regimes, als sie zum Beispiel vom Hausberg bei Schlechtsart einen Blick in den Westen werfen konnten. Rangerin Katja Winter ging dabei auf die Vorteile in der Natur ein, die dieser unberührte Todesstreifen mit sich brachte.
Ehemalige Minenfelder
Dort, wo einst Minenfelder und Metallgitterzaun eine Flucht in den Westen unmöglich machten, konnte sich die Natur ungehindert entfalten. Das wiederum führte nicht nur zu seltenen Pflanzenarten, sondern auch Vögel, Schmetterlinge oder Käferarten, die teils heute auf der „roten Liste“ stehen.
Zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten diente der einstige Todesstreifen nicht nur als Lebensraum, sondern auch als Wander- und Ausbreitungsfläche. „Das Grüne Band ist daher äußerst wertvoll für sowohl die lokale als auch die überregionale Biodiversität der jeweiligen Region.“ Deshalb sind Teile des Grünen Bandes bereits Nationales Naturerbe, das damit auch auf bayerisches Gebiet reicht.
Beispiel dafür ist das Naturschutzgebiet „Altenburg im fränkischen Trappstadt.“ Dort ist das ausgedehnte Waldgebiet und die naturnahen Flächen Heimat geschützter Arten. So findet man hier zum Beispiel den großen Schillerfalter aber auch den Neuntöter. In diesem Gebiet, am Grenzwanderweg, befindet sich der Spanshügel.
Hanns Friedrich: „Hier stand zu DDR-Zeiten ein Wachturm. Die Soldaten hatten einen weiten Blick in das thüringische und das fränkische Land, bis zu den Gleichberge und weit über Bad Königshofen hinaus.“