Geboren wurde er am 6. Oktober 1936 in Großenbrach. Nach seiner Lehre arbeitete er zunächst als Schreiner, wechselte aber später zur Deutschen Bundesbahn. Viele Jahre war er verantwortlich für die Stellwerke in Ebenhausen und an anderen Standorten der Region. Im November 1993 wurde er als Bundesbahnsekretär in den Ruhestand verabschiedet. Seitdem kümmerte er sich noch intensiver um seine Ehrenämter.
Niemals hat sich Walter Hein irgendwo aufgedrängt. „Vor Jahrzehnten gab es nur wenige Menschen, die sich ehrenamtlich engagiert haben“, erinnert sich Ehefrau Elisabeth, die mit ihrem Walter seit 62 Jahren verheiratet ist, an damals. Immer, wenn jemand für einen Posten gesucht wurde, hieß es: „Geh mal zum Walter, der kann das.“ So wurde er unversehens Mitglied bei den Jagdgenossen, obwohl er gar kein Jäger war.
Mit 18 Jahren zur Feuerwehr
Vor Jahrzehnten suchte der Vorstand, der damals gerade in der Halle tagte, einen Schriftführer. Draußen saß zufällig Walter Hein. „Geh mal zum Walter, der macht das“, hieß es wieder. Prompt wurde er Schriftführer der Jagdgenossen – und blieb es 25 Jahre lang.
Anders lief es allerdings bei der Feuerwehr . „Ich bin als 18-Jähriger gern bei der Großenbracher Feuerwehr eingestiegen und kam nach meiner Heirat zur Aschacher Wehr.“ Dort wurde er erst Kassier, dann Vorstand und schließlich 2006 zum Ehrenvorsitzenden.
Wer sich derart ins Gemeinwesen einbringt, kommt wie von selbst in politische Führungsämter. Folgerichtig wurde CSU-Mitglied Hein für zehn Jahre Ortsvorsitzender seiner Partei, wurde 1972 erstmals in den Gemeinderat der Marktgemeinde Bad Bocklet gewählt und blieb es – von einer Wahlperiode unterbrochen – insgesamt 30 Jahre lang. Als sei dies fast selbstverständlich, war er auch noch 18 Jahre lang dritter Bürgermeister.
Ehrenbürger Bad Bocklets
Für seine kommunalen Verdienste wurde er 2008 mit der goldenen Bürgermedaille der Gemeinde geehrt und im Januar 2009 zum Ehrenbürger Bad Bocklets ernannt. Schon zuvor hatte der Freistaat Bayern ihn im Jahr 2007 mit der Kommunalen Verdienstmedaille ausgezeichnet.
Als Walter Hein im vergangenen Jahr sein Ehrenamt als Kirchenpfleger aufgab, machte er wahr, was er immer zu seiner Frau gesagt hatte: „Wenn ich mal nicht mehr kann, gebe ich meine Ämter in dieser Reihenfolge auf: Feuerwehr , Gemeinderat und alles andere und erst ganz zuletzt meine Kirche.“
Jetzt kümmert er sich nur noch um den Garten, um seine sieben Hühner „und ich passe auf meine Frau auf“. Was scherzhaft klingen mag, ist ein Liebesbekenntnis. „Wir beide haben uns gegenseitig hochgehalten und sind froh, dass wir es bis hierher gemeinsam geschafft haben“, sagt er.
Gerne im Garten
Klassische Hobbies hat Walter Hein nicht. Bücher lesen ist auch nicht so sein Ding. Er arbeitet lieber draußen im Garten oder sieht fern – nicht mehr so gern die Nachrichten, dann schon lieber Fußball.
Bevor er aber seinen Tag beginnt, um zur Kirche oder zum Einkaufen zu gehen, braucht er zum richtigen Frühstück die Heimatzeitung. „Die Zeitung muss jeden Tag da sein.“ Auch den heutigen Tag, seinen 90. Geburtstag , wird er sicher wieder mit der Lektüre seiner Lokalzeitung begonnen haben.