Praxis statt Podium: So geht Pflege

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Praktische Übungen am Hebelifter veranschaulichen den interessierten Gästen die praktische Arbeit mit modernen Hilfsmitteln in der Pflege.
Praktische Übungen am Hebelifter veranschaulichen den interessierten Gästen die praktische Arbeit mit modernen Hilfsmitteln in der Pflege.
Ozan Kuhn
Das Leitungs- und Organisationsteam der Schule: (von links) Stephan Zeller, Standortleitung bfz Schweinfurt; Marie König, bfz Schulleitung Bad Kissingen und Wolfgang-Peter Großmann, Fachkoordinator der bfz in Bad Kissingen.
Das Leitungs- und Organisationsteam der Schule: (von links) Stephan Zeller, Standortleitung bfz Schweinfurt; Marie König, bfz Schulleitung Bad Kissingen und Wolfgang-Peter Großmann, Fachkoordinator der bfz in Bad Kissingen.
 

Ausbildung  Statt trockener Vorträge gab es in der Berufsfachschule für Pflege beim Tag der offenen Tür Action, Einblicke und Gespräche – so kam das neue Konzept an.

Der Tag der offenen Tür in der Berufsfachschule für Pflege wurde zur Bewerbungsplattform für zukünftige Pflegekräfte. „Pflegefachfrau oder -mann? Oder erst mal die einjährige Pflegefachausbildung?“ Mit dieser – oder einer ganz ähnlichen – Frage kamen zahlreiche Schülerinnen und Schüler in die Columbiastraße 23 nach Bad Kissingen. Die Berufsfachschulen für Pflege und Altenpflegehilfe der bfz hatten zu ihrem Informationstag eingeladen, um genau solche Entscheidungen zu erleichtern und gleichzeitig passende Ausbildungs- und Kooperationspartner vorzustellen.

Seit vielen Jahren öffnet die Schule im Frühjahr ihre Türen für die Öffentlichkeit. Doch das bisherige Konzept war sichtbar in die Jahre gekommen; das Interesse junger Menschen ging zurück, und klassische Vorträge oder Podiumsdiskussionen lockten kaum noch in die Schulräume. Die neue Schulleitung Marie König und ihr junges Kollegium reagierten – und entwickelten das Format vollständig neu.

Workshops

Dort, wo früher Stuhlreihen für theoretische Inputs standen, führte diesmal ein Rollstuhlparcours quer durch den Raum. Zwischen den Informationsständen der Kooperationspartner waren praxisnahe Workshops platziert, die von den Schülerinnen und Schülern selbst betreut wurden. Der direkte Austausch war dabei bewusst Bestandteil der Neuausrichtung, so die Pressemitteilung.

„Der direkte Kontakt auf Augenhöhe half dabei, Hemmungen abzubauen: Man kam unkompliziert ins Gespräch über Inhalte der Ausbildung, persönliche Erfahrungen aus dem Schulalltag und die Qualität der pädagogischen Arbeit am Standort“, erläuterte Schulleiterin Marie König.

Ausgestattet mit Stempelzetteln konnten die Gäste ihr Können an unterschiedlichen Stationen testen – von der Mobilisation mit einem Patientenlifter über Reanimation bis hin zu wichtigen Alltagsaufgaben wie der richtigen Händedesinfektion. Die praktischen Übungen ermöglichten einen eindrücklichen Blick auf die Anforderungen des Berufsalltags. Und das Beste: Am Ende konnten die ausgefüllten Stempelzettel am Glücksrad gegen attraktive Preise eingelöst werden.

Wer konkrete Fragen zur Bewerbung hatte, nutzte das Bewerbungs-Speed-Dating: Lehrkräfte und Ansprechpartner aus der Praxis standen bereit, um Bewerbungen direkt entgegenzunehmen oder zeitnahe Vorstellungstermine zu vereinbaren.

Der gesamte Tag stand bewusst im Zeichen der interessierten Jugendlichen. Mehr Raum für individuelle Beratung, persönliche Gespräche und echte Einblicke in die Ausbildung – weniger theoretische Präsentationen, die vor allem für Kooperationspartner relevant wären. Dieses Ziel verfolgte das neue Konzept, und die Resonanz zeigt: Die Neuausrichtung war ein voller Erfolg. Viele künftige Schulabgänger nutzten die Gelegenheit, sich direkt zu bewerben oder mit den Einrichtungen der Region ins Gespräch zu kommen. Auch von Trägerseite gab es deutliche Zustimmung. „Dieser praxisnahe Ansatz ist genau der richtige Weg“, betonte Stephan Zeller, Leitung des bfz Schweinfurt. Die Verantwortlichen seien sich einig, dass dieser direktere Zugang helfe, junge Menschen für die Pflege zu begeistern. Zeller ergänzte: „So lässt sich dem weiterhin steigenden Bedarf an Pflegefachkräften begegnen – mit echten Begegnungen, praxisnahen Einblicken und einer Schule, die offen dafür ist, neue Wege zu gehen.“ red