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Klang zweier Alphörner bereichert seit sechs Jahren das Dorfleben

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In Poppenlauer erklingen regelmäßig Alphörner.
In Poppenlauer erklingen regelmäßig Alphörner.
Foto: Wolfgang Rützel

Wer sonntags um 11 Uhr aufmerksam lauscht, hört sie oft schon von Weitem: die tiefen, beruhigenden Töne zweier Alphörner, die sich über die Dächer von Poppenlauer legen. Seit März 2020 erfreuen die beiden Musiker Günter Wohlfart und Wolfgang Rützel, Mitglieder der „Lauertaler Alphornbläser“, ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger mit einem kleinen Konzert – Woche für Woche, bei Wind und Wetter, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Je nach Witterung und Windrichtung erklingen die traditionellen Alphornmelodien vom Säugrabenhügel oder vom Schützenhaus aus. Die beiden Musiker haben sich mit diesen Orten bewusst erhöhte Plätze gesucht, von denen sich der Klang weit ins Tal hineinträgt. „Uns ist wichtig, dass die Menschen die Musik hören können, auch wenn sie nicht direkt vor Ort sind“, erklärt Günter Wohlfart mit einem Lächeln. „Gerade in der Anfangszeit während der Corona-Pandemie wollten wir etwas Hoffnung und Gemeinschaftsgefühl schenken – kontaktlos, aber herzlich.“

Die Idee, regelmäßig zu musizieren, entstand aus einem starken Gemeinschaftsgeist heraus. „Es war eine Zeit, in der viele Menschen verunsichert waren. Da wollten wir mit dem Alphorn ein Zeichen setzen“, erinnert sich Wolfgang Rützel. Was damals als musikalische Geste in einer Ausnahmesituation begann, ist heute längst liebgewonnene Tradition geworden.

Die beiden Musiker, selbst echte „Poppenläurer“, greifen mittlerweile jeden Sonntag um Punkt 11 Uhr zu ihren beeindruckenden Holzinstrumenten – und sorgen für eine besondere Atmosphäre im Ort. „Die Resonanz ist durchweg positiv“, erzählen sie. Spaziergänger bleiben stehen, Familien öffnen die Fenster, ältere Menschen lehnen sich mit einem Lächeln in ihren Gartenstuhl zurück. Die Klänge der Alphörner scheinen die Zeit für einen Moment stillstehen zu lassen. Auch musikalisch wird einiges geboten: Neben klassischen Alphornstücken wie dem „Lünersee“ oder der „Abendruhe“ erweitern die beiden ihr Repertoire regelmäßig um neue Melodien, ohne dabei den traditionellen Charakter ihrer Musik aus den Augen zu verlieren.

Die „Lauertaler Alphornbläser“, zu denen die beiden gehören, sind eine bekannte Gruppe in der Region. Ihr Ziel ist es, die selten gewordene Kunst des Alphornblasens lebendig zu halten und auf Veranstaltungen, Festen und eben auch im Alltag zu zeigen, wie kraftvoll und gleichzeitig beruhigend diese besondere Musik sein kann. „Solange uns die Luft nicht ausgeht und die Leute Freude daran haben, machen wir weiter“, sagt Wohlfart augenzwinkernd. Rützel ergänzt: „Es ist ein kleiner Dienst an der Dorfgemeinschaft – und für uns beide ein wunderbares Ritual.“ Poppenlauer darf sich also weiterhin freuen: auf besinnliche Töne, heimatliches Gefühl – und zwei Musiker, die mit Herz und Atem für ihre Gemeinde spielen. red