Nach jahrelanger intensiver Planungs- und Finanzierungsphase beginnt in Kürze ein wegweisendes Großprojekt für eines der markantesten Wahrzeichen Würzburgs: Die dringend notwendige Innenrenovierung der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung und Schmerzhafte Muttergottes“ am Käppele startet Mitte September, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Bistum Würzburg heißt.
„Es geht los“, erklärte Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran gemeinsam mit weiteren Verantwortlichen am Donnerstag, 18. Juni, bei einer Pressekonferenz am Käppele. Aufgrund formaler Vorgaben muss das historische Bauwerk – bestehend aus dem von Balthasar Neumann errichteten Zentralbau und der älteren Gnadenkapelle – in einem einzigen Bauabschnitt saniert werden. Anders als ursprünglich geplant, wird die Kirche daher für voraussichtlich zweieinhalb Jahre komplett geschlossen.
Seit der vorigen großen Gesamtinstandsetzung im Jahr 1975 sind sämtliche Oberflächen, Deckengemälde und Ausstattungsgegenstände stark verschmutzt. Damals war es technisch nicht möglich, dunkle Überzüge früherer Epochen zu entfernen, weshalb man mit grauen Lasuren einen künstlich gealterten Raumeindruck schuf.
„Heute ist man dank modernster Verfahren wie der Lasertechnik in der Lage, das nachzuholen, was 1975 nicht realisiert werden konnte“, erklärte Dr. Jan Menath vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Das Ziel sei eine möglichst vollständige Wiederherstellung der ursprünglichen, hellen und kühlen barocken Raumwirkung des 18. Jahrhunderts.
Das beauftragte Architekturbüro ProDenkmal aus Bamberg, das die Maßnahmen auf Basis eines präzisen digitalen 3D-Modells steuert, hat bereits im Juni eine umfassende Untersuchungskampagne an Musterachsen
im Kirchenraum gestartet. Nach dem Aufbau der Innengerüste im Oktober beginnen im November die eigentlichen, gewerkeübergreifenden Restaurierungsarbeiten. Neben der sensiblen Reinigung und Konservierung der Raumschale, Stuckmarmoroberflächen und Altäre wird auch die komplette Elektro-, Heizungs- und Beleuchtungsanlage erneuert. Abgeschlossen soll das Projekt bis Ende Dezember des Jahres 2028 sein.
Die Gesamtkosten für die Innenrenovierung belaufen sich auf rund 5,8 Millionen Euro brutto. Größter Zuschussgeber ist die Diözese Würzburg mit 1,5 Millionen Euro. Bedeutende Fördermittel fließen zudem aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XII des Bundes (975.000 Euro), dem Entschädigungsfonds Bayern (1.020.000 Euro) sowie von der Stadt Würzburg (200.000 Euro), dem Bezirk Unterfranken (200.000 Euro) und dem Landkreis Würzburg (50.000 Euro). Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steuert erneut eine sechsstellige Summe bei.