Die Brandmühle an der Staatsstraße 2281 blickt auf eine jahrhundertealte, wechselvolle Geschichte zurück. Nun soll ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, wie in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates deutlich wurde. Die neuen Eigentümer wollen aus den Wirtschaftsgebäuden Wohnungen machen und haben auch sonst einiges vor. Nach einer kurzen Diskussion beschloss der Marktgemeinderat einstimmig, das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht zu stellen. Das Anwesen Brandmühle besteht aus mehreren einzelnen Gebäuden. Sie wurden früher für die landwirtschaftliche Nutzung, den Betrieb einer Mühle und eines Wasserkraftwerks und als Wirtschafts- und Wohngebäude genutzt.

Gartenbetrieb und Hofladen

In der Beschlussvorlage heißt es, "als zukünftige Nutzung ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt geplant". Marktgemeinderat Christoph Klement (CSU) fragte deshalb etwas misstrauisch: "Soll hier eine Kommune entstehen?" Bürgermeister Matthias Klement (CSU) erklärte dazu, dass die neuen Eigentümer hier ihren Altersruhesitz einrichten wollten, "da ist nichts Dubioses". Für dieses gemeinschaftliche Wohnprojekt sollen die ehemaligen Wirtschaftsgebäude zu Wohngebäuden umgenutzt werden. Außerdem ist ein gewerblicher Gartenbetrieb geplant. In einem angegliederten Hofladen sollen die hier erzeugten Produkte verkauft werden. Zwei Gebäude sollen abgerissen werden. Die Einrichtung von 29 Parkplätzen ist vorgesehen.

"Eine Beeinträchtigung der öffentlichen Belange liegt nicht vor, da im Rahmen des geplanten Vorhabens keine neuen Gebäude errichtet werden sollen und lediglich eine Umnutzung der bereits bestehenden Gebäude stattfindet", stellte die Verwaltung fest. Dem schloss sich auch der Marktgemeinderat an und billigte den Vorbescheid einstimmig. Bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, müssen die Eigentümer allerdings genauere Pläne vorlegen und einen genehmigten Bauantrag haben.

Sanierung verschiebt sich

In der Poppenlauerer Straße im Ortsteil Maßbach sind umfangreiche Sanierungsarbeiten geplant. Im Bauabschnitt 1 eins sollen die Kanalanschlüsse, die Wasserleitung und die Asphaltdecke erneuert werden. Die Arbeiten sollten heuer beginnen, doch daraus wird nichts. Die Marktgemeinde hatte die Arbeiten beschränkt ausgeschrieben und an acht Firmen die Unterlagen verschickt. Bis zum Eröffnungstermin am 9. Juni ging jedoch nur ein einziges Angebot einer Firma aus Schweinfurt ein, das erheblich über den Vorstellungen der Gemeinde lag. Die Firma verlangt 461.214 Euro, das sind etwa 141.000 Euro mehr als der Ansatz in der Kostenberechnung. "Somit ist die Finanzierung des Bauabschnittes eins nicht gegeben", heißt es. Der Rat beschloss, das Vergabeverfahren aufzuheben. Im Herbst soll ein weiterer Anlauf gemacht werden. Diesmal sollen der Bauabschnitt eins Poppenlauerer Straße und der Bauabschnitt zwei Volkershausener Straße gemeinsam ausgeschrieben werden.