I ch habe von Geburt an Schlappohren, Segelohren oder auch abstehende Ohren genannt. Als Kind hat es mich noch nicht sonderlich gestört, aber dann in der Pubertät sah ich mich mit anderen Augen. Ich versuchte von nun an immer, dieses Manko durch meine Frisur auszugleichen. Eine Operation fanden meine Eltern damals unnötig.

Aber jetzt in Corona-Zeiten muss ich ja bei vielen Gelegenheiten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Verzweifelt schiebe ich immer wieder die Gummis der Maske hinter meine Segelohren. Ein, zwei Mal oder noch öfter lege ich die Gummis geduldig hinter den weichen Ohrmuscheln zurecht, bis sie endlich einigermaßen sitzen, ohne gleich wieder abzurutschen. Nebenbei stört dann noch die Brille, deren Gläser sich bei Ortswechsel gerne beschlagen und mir die Sicht rauben.

Aber bei einer falschen Bewegung biegen sich meine abstehenden Ohren plötzlich noch mehr nach außen und die Gummis rutschen ganz frech von den Ohrmuscheln herunter. "Verdammt!" Da überkommt mich schon große Verzweiflung. Jedes Mal, wenn ich die Maske aufsetze, das gleiche Spiel. Ich kann noch von Glück sagen, dass meine Haare das Schlimmste verdecken. Einzig die "Räubertücher", die man über den Kopf zieht, schaffen bis jetzt Abhilfe. "Wäre ich Mr. Spock, hätte ich keine Probleme!", denke ich verzweifelt. Aber wenn ich so manchem männlichen Zeitgenossen mit Segelohren begegne, die vom Gummi noch weiter außen gedrückt werden, und bei dem die abstehenden Ohren einem regelrecht zuwinken, empfinde ich großes Mitleid. Der Arme muss mit den rutschenden Gummis, seinen Schlappohren und seinem Aussehen klarkommen.

Jetzt habe ich aber endlich die rettende Lösung gefunden: Es gibt Ohrenschutz-Nackenhalter! Die bestelle ich mir doch sofort. In Zukunft rutschen mir dann die Maskengummis bestimmt nicht mehr über die Ohren und ich fühle mich gleich viel wohler. So ausgestattet werde ich mit meinen Schlappohren die nächsten Jahre mit Maske bestimmt locker überstehen.