Durch Verzicht seinem Körper und Geist etwas Gutes tun, so kann Fasten beschrieben werden. Mit dem Aschermittwoch ist also nicht alles vorbei, sondern es beginnt etwas Neues.

Die österliche Bußzeit, meist Fastenzeit genannt, soll daher durch Besinnung, Umkehr und Verzicht die Menschen zu sich selbst führen, damit die österliche Freude der Erlösung tief empfunden werden könne. In Gößweinstein feierte Pfarrer Pater Ludwig Mazur den Aschermittwochsgottesdienst in der gut gefüllten Basilika.

Dabei zog sich der "Dekalog der Gelassenheit" von Papst Johannes XXIII. als roter Faden durch den Gottesdienst. Die zehn Handlungsziele beginnen jeweils mit "Nur für heute" und beziehen sich auf das eigene Handeln. So lautet beispielsweise der erste Leitsatz: "Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben - ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen", oder der zehnte Leitsatz: "Nur für heute werde ich fest daran glauben - selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt." Abschließend erfolgt auch der Rat: "Nimm dir nicht zu viel vor. Es genügt, die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde und ohne Übertreibung und mit Geduld."

Die Auflegung der Asche erfolgte durch Pfarrer Pater Ludwig und Mesner Reinhold Hutzler mit den Worten: "Kehr um und glaub an das Evangelium!" Umkehr und Gottvertrauen kamen auch in den Liedern, gesungen und an der Orgel begleitet von Georg Schäffner, zum Ausdruck. Durch die Auswahl teils ökumenischer Lieder konnte auch eine Form der Versöhnung der Konfessionen erkannt werden. Mit der abschließenden mehrfachen Anrufung "Gott, kehr uns um", die wie die übrigen Texte von Waltraud Howells vorgetragen wurden, nahmen die Gläubigen den festen Willen zur Änderung des eigenen Lebens mit in ihren Alltag.