Das Jahresende verbrachte der Leiter der Einsatzdienste des Arbeitersamariter-Bundes (ASB), Benjamin Baier, in seinem Büro in der Geschäftsstelle Kronach. Es stand der Jahresabschlussbericht für die Geschäftsführung sowie die Vorstandschaft an. Obwohl das Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie gefühlt ruhiger verlief, sammelten sich dennoch über 5400 ehrenamtlich geleistete Stunden an. Das Ergebnis überrascht, da pandemiebedingt relativ wenig Fahrten vom Wünschewagen durchgeführt werden konnten und auch die Anzahl an Sanitätsdiensten äußerst überschaubar war. Die Zahl der ehrenamtlich Tätigen erhöhte sich jedoch erneut auf nun insgesamt 79 Frauen und Männer.

Lediglich der Faschingsumzug in Rothenkirchen wurde sanitätsdienstlich betreut. Die Einsatzdienste des ASB Kronach wurden zu 38 Einsätzen alarmiert. Die Kronacher Hundestaffel bewältigte im Jahr 2020 17 Einsätze in Bayern und Thüringen. Besonders erwähnenswert sei der glückliche Ausgang einer Vermisstensuche im Bereich Ebensfeld. Dort konnten die Kronacher ASB-Spürnasen den abgängigen Patienten lebend und wohlauf finden.

Als weitere Besonderheit sei die akute Einsatzalarmierung zu einem verunfallten Wanderer im Waldbereich auf der Landesgrenze zwischen Friedersdorf (Bayern) und Heinersdorf (Thüringen). Dieser konnte sich nicht mehr orientieren und musste von den Rettungskräften mit äußerst spärlichen Ortsinformationen "gesucht" werden.

Zur sogenannten "Spitzenabdeckung" wurden die Fahrzeuge des ASB (Standort Rothenkirchen und Kronach) dreimal alarmiert. Immer dann, wenn Aufgrund hoher Auslastung der öffentlich rechtliche Rettungsdienst an seine Kapazitätsgrenzen kommt, kann die Integrierte Leitstelle auf die Kräfte und Fahrzeuge der Hilfsorganisationen zurückgreifen. In der Regel wird auch hier das nächstgelegene und geeignete Fahrzeug alarmiert.

Bei Bränden im Einsatz

Außerdem kam die SEG (Sanitäts- bzw. Schnelleinsatzgruppe) des ASB Kronach 18 Mal zum Einsatz. Neben dem verheerenden Brand auf dem Wildberghof bei Tettau, dem Brand in einer glasproduzierenden Firma (ebenfalls in Tettau) folgten diverse Brandabsicherungen im gesamten Landkreis. Außerdem wurden etliche Hilfeleistungen durchgeführt, bei denen die Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes medizinisch erstversorgt und betreut wurden. Der Katastrophenschutzbeauftragte des Verbandes wurde kürzlich zu einer gemeinsamen Lagebesprechung mit der gebildeten Sanitätseinsatzleitung alarmiert.

Die Vermutung, auf ein nicht so einsatzreiches Jahr zurückblicken zu können, ist mit Zahlen und Daten damit widerlegt. Lediglich der gewohnte Ausbildungsbetrieb und die Sanitätsdienste waren reduziert.

Für 2021 stehen schon jetzt eine Vielzahl an Projekten an. Neben der Anschaffung eines weiteren Einsatzfahrzeuges, dessen Um- und Ausbau wieder von den Mitgliedern in Eigenregie übernommen wird, will der ASB das fünfjährige Bestehen der Hundestaffel aus 2020 "nachholen". Verbunden wird dies mit einer großen Hunde- und Haustiermesse, welche ebenfalls der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist. red