"Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich auch in schwierigen Zeiten insgesamt robust und gut aufgestellt", erklärt Sebastian Peine, Chef der Agentur für Arbeit Bayreuth-Hof, die auch den Landkreis Kulmbach zuständig ist. Die Arbeitslosigkeit in der Region sei zum dritten Mal in Folge wieder deutlich zurückgegangen, der Anstieg gegenüber dem Vorjahr verringere sich beständig, "und es konnten auch wieder rund 180 Arbeitslose mehr eine Beschäftigung aufnehmen als im Vorjahr," so Peine weiter.

10 331 Männer und Frauen waren im Agenturbezirk Bayreuth-Hof im Oktober von Arbeitslosigkeit betroffen, 822 weniger als im September. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren damit 1 667 Arbeitslose mehr zu verzeichnen. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt 4,0 Prozent. Damit liegt der Wert 0,4 Prozentpunkte unter dem Vormonat und 0,6 Prozent-punkte über dem Vorjahr.

Die Lage in Kulmbach

Im Landkreis Kulmbach waren im Oktober 1509 Menschen arbeitslos gemeldet, 93 weniger als vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren es 264 Personen mehr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Prozentpunkte zurück und lag damit bei 3,6 Prozent. Im Oktober 2019 betrug sie 3,0 Prozent.

In diesem Monat erfolgten viele Meldungen von Saisonkräften. Die Arbeitsverträge zuarbeitender Kräfte wurden oftmals nicht verlängert. Die Auswirkungen der Pandemie sind weiterhin spürbar. Kräfte aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe haben sich arbeitslos gemeldet. Fast alle kamen aus dem Bereich Reinigung und Service, arbeiteten überwiegend Teilzeit und sind an- oder ungelernt. Meldungen kamen weiterhin von Beschäftigten des stationären Einzelhandels.

Einige junge Leute haben ihre betriebliche Berufsausbildung, die sie in der Regel erst im September begonnen hatten, bereits wieder abgebrochen. Als Ursache hierfür wird meist eine falsche Berufswahl angegeben. Es gab einige Abmeldungen wegen Aufnahme eines Studiums. Festzustellen ist, dass immer mehr Arbeitnehmer die Online-Dienste der Bundesagentur für Arbeit nutzen.

Nachfrage gestiegen

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ging im Oktober deutlich nach oben. Es wurden 275 Vermittlungsaufträge erteilt. Damit gingen 116 Stellenmeldungen mehr ein als im September und auch im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 109 offene Stellen mehr. Wie in den Vormonaten wurde verstärkt medizinisches Fachpersonal nachgefragt. Auch einige Stellen im elektrotechnischen Bereich sind offen. Weiterhin werden Anlagenmechaniker, Fachleute für Sanitär, Heizung, Klima und Fachkräfte für das Baugewerbe gesucht. Die Lebensmittelindustrie stellt Techniker und Ingenieure ein. Der kaufmännische Sektor sucht Mitarbeiter im Vertrieb und im Back-Office. Allerdings werden oftmals Spezialwissen, so zum Beispiel ver-handlungssichere Fremdsprachen- oder SAP-Kenntnisse vorausgesetzt.

Nach den aktuell verfügbaren Hochrechnungen für Mai waren 448 Betriebe mit 4075 Beschäftigten in Kurzarbeit. red