Von einer "Bürgerversammlung der ganz anderen Art" sprach die Bürgermeisterin Ruth Frank dieser Tage in Kottendorf. In dem kleinen Gemeindeteil von Breitbrunn entsteht derzeit ein Gemeindehaus. Darin war ab Mai eine trügerische Ruhe durch Corona eingekehrt und der weitere Ausbau ins Stocken geraten. Zur Versammlung hatten sich knapp 20 Personen eingefunden. Sie verfolgten auf dem mit Dachpappe verschweißten Boden im Rohbau stehend die Ausführungen der Bürgermeisterin.

Ruth Frank gestand ein, dass ihr durch die Corona-Pandemie der Kontakt zu den Bürgern total fehle. Deswegen wolle sie mit dieser Versammlung mit den Bürgern ins Gespräch kommen.

Auf Landkreisebene versuche man, die notwendigen Hygienemaßnahme möglichst gemeinsam abzusprechen. Alle Seniorenveranstaltungen, die Weihnachtsmärkte und Faschingsveranstaltungen habe man im Kreis schon abgesagt, erklärte sie.

Die guten Zahlen zeigten die Richtigkeit solcher Maßnahmen. Sie bat die Bürger, sich an die Regeln zu halten und nicht leichtsinnig zu werden. Dabei sollte man Verständnis haben, wenn das Gemeindeleben darunter etwas leide oder sogar lahmgelegt werde. Man sollte das alles nicht nur negativ sehen, denn die Krise habe vieles entschleunigt und viele Bürger hätten ihre Heimat wieder neu entdeckt, sagte Ruth Frank.

Hinsichtlich ihrer neuen Funktion als Bürgermeisterin sprach sie von einem sehr anstrengenden Amt, zumal viele Arbeiten immer komplizierter würden. Die Gemeinde habe genügend damit zu tun, ihre Verwaltungsaufgaben hinzukriegen, und deshalb sei für viele andere Dinge eine funktionierende Bürgergemeinschaft notwendig.

"Was ihr hier in Kottendorf hergestellt habt, kann sich sehen lassen", meinte sie zum neuen Gemeindehaus. Den schleppenden Baufortschritt begründete sie neben der Corona-Pandemie mit einer schwierigen Situation auf dem Bausektor, wo man keine Angebote hereinkriege.

Straßenbaustelle

Durch die Straßenbauarbeiten sei es zudem nicht leicht gewesen, Baustoffe anzuliefern. Es sei auf jeden Fall das Dämmmaterial bestellt, und in der übernächsten Woche könne man wieder arbeiten. "Das nächste Dorffest soll also in diesen Räumen stattfinden", zeigte sich Bürgermeisterin Ruth Frank zuversichtlich - und ein Bürger ergänzte: "oder draußen".

Weiter nannte die Bürgermeisterin die Digitalisierung ein wichtiges Thema. Breitband sei überall gelegt und auch die Mühlen angeschlossen. Derzeit laufe eine Markt-Erkundung, welche Haushalte noch direkt angeschlossen werden können. "Je mehr Breitband, desto weniger Funk brauchen wir", meinte sie. Sie will eine Plattform einrichten, "wo ich jeden Bürger erreiche. Termine und andere Dinge will ich online stellen, so dass ich mit jedem in Kontakt treten kann."

Beim Straßenausbau auf der Staatsstraße 2281 zwischen Kottendorf und der Hasenmühle solle in der nächsten Woche die Deckschicht aufgebracht werden. Dann könne zumindest wieder der Schulbusverkehr mit Sondergenehmigung laufen. Bis Mitte November werde der Gehweg zum Friedhof mit der Stützmauer zum Friedhof fertig, so dass die Straße wieder für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden könne, sagte sie.

Weitere Themen

Zur Sprache kamen noch die Sanierung einer früheren Quelle, Arbeiten am Friedhof sowie das Biberproblem an der Lauter.