Am großen Adventskranz im Altarraum der Basilika Vierzehnheiligen brannte die erste Kerze als Symbol dafür, dass die vierwöchige Adventszeit begonnen hat. Zum Einstieg in die besinnliche Zeit gab der Jugendchor der Landesschule Pforta gemeinsam mit Professor Harry Ries (Posaune und Alphorn) und Markus Ritzel an der Orgel ein vielbeachtetes Konzert in der Reihe Musiksommer Obermain.
Die zahlreichen Besucher erlebten ein vielseitiges Konzert, das von der Musizierfreude der Interpreten und ihrer Hingabe zur Musik geprägt war. Der 1953 gegründete Chor der Landesschule Pforta besteht überwiegend aus Oberstufenschülern, die dem Musikzweig mit seinem erweiterten Unterricht angehören. Ihr Repertoire umfasst A-cappella-Musik von der Renaissance bis zur Gegenwart.


Vielseitiges Programm

Entsprechend vielseitig gestaltete sich auch ihr Programm, das von deutschen Komponisten über zeitgenössische Werke bis hin zu Liedgut aus fernen Ländern reichte. Die knapp 50 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Kersten Lachmann stimmten ihre Zuhörer mit "Machet die Tore weit" von Andreas Hammerschmidt auf ein mehr als einstündiges Konzert ein.
Heinrich Schütz wird oft als "Vater der deutschen Musik" bezeichnet. Dessen Mottete "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" forderte zwar einiges an Konzentration, erwies sich aber als würdiger Programmpunkt. Barocken Glanz erfüllte die Basilika, als Georg Friedrich Händels Arie "Lascia ch'io pianga" in einer Instrumentalversion erklang. Interpretiert wurde sie von Harry Ries auf der Posaune und Markus Ritzel an der Orgel.
Im weiteren Verlauf erklangen neben drei Chorälen von Johann Sebastian Bach auch zwei Werke von Sethus Calvisius, der zwölf Jahre als Kantor, Lehrer und Komponist in Schulpforta tätig war. Mit ergreifender Intensität kamen auch Otto Ruthenbergs "Maria durch ein Dornwald ging" und Hugo Distlers emotionales "Ich brach drei dürre Reiselein" zu Gehör. Als ein besonderer Höhepunkt darf sicher "My Way" gelten. Ein besonderer Hörgenuss, der eher selten geboten wird.


Posaune und Alphorn

Professor Ries ist nicht nur für sein Posaunenspiel bekannt, sondern auch für seine Virtuosität auf dem Alphorn. Ein Instrument, das im kirchlichen Raum nicht oft zu hören ist. Es war diese Mischung aus Chor- und Instrumentalmusik, die den Reiz des Konzerts ausmachte. Allerdings hätte man sich manchmal eine doch etwas intensivere Lautstärke des Chors gewünscht, besonders in der Mitte der Basilika.
Etwas mehr Rhythmus versprühten dagegen die Advents- und Weihnachtslieder aus Korea, Ghana und Venezuela. In den drei Werken von Jürgen Golle überzeugten die Solisten Ronja Häußler (Alt), Lorenz Manchon (Tenor), Celine Hülsemann (Sopran) und Katharina Krannich (Sopran).
Als Solist begeisterte auch Markus Ritzel auf der Orgel.
Am Ende durften sich alle Mitwirkenden über einen langanhaltenden Applaus freuen.