Marco Meissner Der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum in Kronach wurde in den vergangenen Jahren immer lauter. Bürger, Mieter und Stadtrat sehen einen akuten Handlungsbedarf. Nun gibt es einen neuen Vorstoß von zwei Fraktionen. CSU und Freie Wähler bringen einen Antrag auf den Tisch, der noch in der bevorstehenden Haushaltssitzung zum Tragen kommen soll.

270 000 Euro pro Jahr sollen in den kommenden vier Jahren ein erster Impuls der Stadt sein, dass trotz des durch Corona angespannten Haushalts "ein Wiedereinstieg Kronachs in die Wohnungsbaupolitik stattfindet", wie Fraktionsvorsitzender Jonas Geissler (CSU) unterstreicht.

"Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Was Corona in diesem Bereich obendrein noch ändert - da sieht man erst, was die eigenen vier Wände wert sind", betont er. Um für die breite Masse der Wohnungssuchenden etwas zu bewegen, müssten drei Elemente berücksichtigt werden: die Erschließung von neuem Bauland, das Schließen von Baulücken und der geförderte Wohnungsbau. In den aktuell schwierigen Zeiten auf vier Jahre über eine Million Euro für diese Maßnahmen bereitzustellen, damit könnte der Stadtrat nach Geißlers Ansicht einen guten ersten Schritt tun.

Tino Vetter, Fraktionsvorsitzender der FW, unterstreicht: "Teure Wohnungen gibt es in Kronach, aber wir brauchen auch welche für die breite Masse." Er erklärt, dass natürlich auch daran gearbeitet werde, den künftigen Studenten Wohnungen bieten zu können. Das bedeute aber nicht, dass die Kronacher ins Hintertreffen geraten. "Wir denken sehr wohl an die Kronacher Bürger und wollen Wohnraum schaffen, den man sich auch leisten kann."

Welche Maßnahmen zuerst angegangen werden sollen, müsse noch besprochen werden, so die beiden Fraktionsvorsitzenden. Egal welche Projekte es dann sein werden, sind sie aber überzeugt, dass für den freien Wohnungsmarkt eine Entlastung erreicht werden kann.

Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) erläutert auf unsere Anfrage die Situation: In Kronach und den Stadtteilen fehlen demnach kleine bezahlbare Singlewohnungen mit maximal 50 Quadratmetern. Zudem sind erschlossene Baugrundstücke am Markt kaum erhältlich. "Im September hat daher der Stadtrat ein Wohnungsbaukonzept beschlossen", so Hofmann. Dabei gehe es vor allem darum, städtische Liegenschaften zu sanieren, zu verdichten und Leerstand zu nutzen. "Ich freue mich sehr, dass am Kreuzberg, am ehemaligen THW-Grundstück, circa 24 Wohnungen im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus entstehen. Mit dem Antrag der beiden Fraktionen wird das Wohnungsbaukonzept mit Finanzmitteln ausgestattet und damit erneut bekräftigt."