Eckehard Kiesewettter Nanu! So viele bekannte Gesichter? War da nicht eine Wahl in jüngster Vergangenheit? Tatsächlich haben die Kommunalwahl am 15. März und die Stichwahl am vergangenen Wochenende nicht allzu viel verändert auf den Chefsesseln im Landkreis Haßberge. Souverän hat sich der Landrat Wilhelm Schneider (CSU) im Amt behauptet und auch die meisten der bisherigen Bürgermeister erwiesen sich als sattelfest - auch wenn der eine oder andere am Ende wohl mehr zittern musste, als ihm lieb war.

Von 26 Gemeinde- und Stadtoberhäuptern mussten drei erst gar nicht antreten in diesem Jahr. So konnten der Hofheimer Wolfgang Borst, der Thereser Matthias Schneider (beide CSU) und der Sander Bernhard Ruß (SPD) sich ganz auf die Gemeindepolitik konzentrieren, während die meisten der andere Kollegen sich im Wahlkampf bewähren mussten.

Oktett war sicher

Relativ einfach hatten es auch die Bürgermeister in den Städten Eltmann und Zeil sowie in den Gemeinden Aidhausen, Bundorf, Ermershausen, Gädheim, Oberaurach und Wonfurt. Sie mussten keinen Gegenkandidaten fürchten - höchstens den Unmut ihrer Wähler. In ihren Kommunen zählte allein das Stimmungsbild, und alle acht Rathauschefs haben ein Ergebnis eingefahren, das Schwung für die nächsten sechs Jahre geben sollte. Drei plus acht macht elf.

Ohne drei Titelverteidiger

Bleiben also noch 15 Gemeinden, in denen es tatsächlich um einen möglichen Amtswechsel ging. In dreien davon garantiert, denn in den Gemeinden Breitbrunn und Ebelsbach sowie dem Markt Rentweinsdorf traten die amtierenden Bürgermeister aus Altersgründen nicht mehr an.

In Ebelsbach und Rentweinsdorf gab es je drei Bewerber. Erwartungsgemäß mussten hier Stichwahlen entscheiden. Nachfolger von Walter Ziegler in Ebelsbach nach 18-jähriger Amtszeit wurde Martin Horn (SPD). Gar nach 27 Jahren trat Willi Sendelbeck ab. Statt des ältesten Bürgermeisters im Landkreis hat Rentweinsdorf fortan nun den jüngsten. Wahlsieger Steffen Kropp (SPD) ist gerade mal 30 Jahre alt. Die einzige Frau inmitten der 25 männlichen Rathauschefs, Gertrud Bühl (Breitbrunn), fand in Ruth Frank (Freie Wähler) eine Überraschungs-Nachfolgerin.

Nur einer wurde abgewählt

Überraschend deshalb, weil die Breitbrunner die Nominierungs-Deadline verpasst hatten und Frank den Hut so spät in den Ring warf, dass sie nicht mehr als offizielle Kandidatin nominiert werden konnte. Die Urwahl war dann aber eine klare Angelegenheit. Und so stellt die Gemeinde Breitbrunn neuerlich sozusagen die Alibi-Frau in einer fast reinen Männer-Domäne.

Fehlen also noch zwölf Gemeinden, in denen die Bürgermeister sich tatsächlich gegen Konkurrenten behaupten mussten. Und die meisten von ihnen haben die Herausforderung gemeistert; elf der Bürgermeister wurden in ihren Ämtern bestätigt, zehn von ihnen gleich auf Anhieb.

Nur der Stettfelder Alfons Hartlieb musste in die "Ehrenrunde". In der Stichwahl setzte sich der CSU-Politiker gegen die Vertreterin der Dorfgemeinschaft, Diana Galefske, durch. Er bleibt im Rathaus.

Einziger Bürgermeister, der von den Bürgern aus dem Amt gekegelt wurde, war der Pfarrweisacher Amtsinhaber Ralf Nowak (ULB), der es in einer Drei-Mann-Konkurrenz nicht einmal ins Stechen schaffte. Bei der vierten Stichwahl im Kreis siegte der CSU-Politiker Markus Oppelt.