"Selbst im Klinikum rechts der Isar in München waren die Ärzte hocherfreut, als ich die Notfall-Mappe dabei hatte." Dies sagt Marianne Raps aus Pegnitz, eine Patientin der Pottensteiner Internistin Dr. Gabriele Brütting, die die Idee hatte, eine Notfall-Mappe mit allen wichtigen Informationen schon für die Ersthelfer herauszubringen.

Aufgegriffen hat diese Idee dann der Landkreis Forchheim, wo - mit Unterstützung vieler Sponsoren - im Oktober 2017 erstmals eine Notfall-Mappe mit 10 000 Stück aufgelegt wurde. Diese kam so gut an, das alle Exemplare inzwischen vergriffen sind. Es war also Zeit für eine Neuauflage samt einiger Ergänzungen. Herausgekommen ist eine neue Notfall-Mappe, die die Geschäftsstellenleiterin der "Gesundheitsregion plus", Bärbel Matiaske, und Initiatorin Gabriele Brütting vorstellten.

Weil die Ärztin, die in Kleingesee lebt und praktiziert, nun auch in Pottenstein eine Praxis hat, weitet sich die Forchheimer Notfall-Mappe auf den Landkreis Bayreuth aus. Zumindest profitieren erst einmal Dr. Brüttings Patienten. So wie Rudolf Eckert aus dem Pottensteiner Ortsteil Leienfels, der seit einem Jahr diese Notfall-Mappe hat. "Gebraucht habe ich sie zum Glück noch nicht, aber man fühlt sich sicherer, wenn man sie zu Hause oder auch im Urlaub dabei hat", sagt Eckert.

Passiert etwas und man kann selbst nicht mehr sprechen, sieht schon der Sanitäter als Ersthelfer vor Ort, ob der Patient Diabetiker ist, ob und welche Medikamente oder blutverdünnende Mittel eingenommen wurden oder ob es weitere Besonderheiten gibt, die schon der Notarzt wissen sollte. Ein Aufkleber, der auf den Briefkasten oder die Wohnungstür gehört, ist ebenso wichtig, damit die Sanitäter gleich wissen, dass sie nach einer Notfall-Mappe suchen müssen. Idealerweise liegt diese zu Hause gleich neben dem Telefon. Enthalten sollten neben dem Medikamentenplan, auch Kopien des Arztbriefes des letzten Krankenhausaufenthalts, eine Übersicht über die Erkrankungen, ein Allergie-, Impf-, Implantat- oder Mutterpass, der Organspendeausweis, die Patienten- und Betreuungsverfügung und die Vorsorgevollmacht sein. Angekreuzt sollte auch sein ob der Patient sehbehindert, schwerhörig oder taub ist und ob er raucht und regelmäßig Alkohol trinkt.

Kostenlos erhältlich ist die mit 20 000 Stück neu aufgelegte Notfall-Mappe nebst Aufkleber bei allen Haus- und Fachärzten, Apotheken, Kliniken und weiteren Kooperationspartnern im Landkreis Forchheim. Und eben auch in der Praxis von Gabriele Brütting in Pottenstein.