Michael Busch Hinter der Mund-Nasen-Maske lässt sich das Lächeln nur erahnen. "Geht es Ihnen gut? Alles in Ordnung?" Freundlich fragen Alina und Lea nach, wenn aus dem Nachbarzimmer jemand in den Raum kommt, um dort ein Esspaket und ein Geschenk in Empfang zu nehmen.

Die Adelsdorferin Alina Schlögel geht seit diesem Schuljahr auf die Fachoberschule in Eggolsheim. Sie ist nicht die Einzige, die aus dem Kreis Erlangen-Höchstadt in den benachbarten Kreis Forchheim fährt, um dort diese Schule zu besuchen. Der Fachbereich "Gesundheit" zieht einige Schüler an.

Jetzt gibt es aber erst einmal ein Essenspaket an die stellvertretende Schulleiterin Julia Lambert. Auch hier die Frage nach dem Wohlbefinden, und ob alles gut gelaufen sei. Das ist kein theoretischer Unterricht, der da absolviert wird. Keine Rollenverteilung, kein Schultheater. "Wir haben heute Blutspendetag", erklärt Alina. "Der wird vom Gesundheitszweig ausgerichtet."

Corona sorgt für Abstand

Zusammen mit dem Bayerischen Roten Kreuz wird dieser besondere Praxistag bereits seit drei Jahren organisiert. Die Nadel zum Anzapfen des Blutes dürfen die Schüler noch nicht setzen, aber sie sind beim Ablauf ganz eng dabei. "Wir haben hier verschiedene Stationen besetzt", sagt die Schülerin. Am Eingang werden die Spender empfangen und nach dem allgemeinen Gesundheitsempfinden befragt. Corona geschuldet wird streng auf die Abstandsregeln geschaut, die Hände müssen desinfiziert werden. Die beiden Schülerinnen am Startpunkt achten auch darauf, dass nicht zu viele Menschen in den umfunktionierten Klassenräumen sind.

"Manche schauen auch zu", sagt Alina. "Da muss dann abgeklärt werden, ob der Patient das erlaubt." Denn es sei nicht jedermanns Sache, beim Blutabgeben beobachtet zu werden. Kein Problem damit hat die stellvertretende Schulleiterin. Keine Miene wird verzogen, wenn die Expertin des BRK die Nadel in die Vene sticht. "Es ist nur ein kleiner Pieks und man muss sich überlegen, was mit dem Blut gemacht wird. Da kann ich den kurzen Stich schon aushalten."

In der Schule werden Themen gesucht, die zu dem Gesundheitszweig passen. Die Suche nach Blutspendern und die Ausbildung gehen da Hand in Hand. "Die Schüler sehen gleich, wie das abläuft und oft spenden sie selber dann irgendwann Blut." Es sind dann allerdings die Schüler, die bereits in der 12. Klasse sind, denn 18 Jahre alt muss man zum Blutspenden sein. Alina muss noch ein wenig warten, ist sich aber sicher, dass sie bestimmt einmal Blut spenden wird. "Das sind 15 Minuten für ein ganzes Leben", erklärt sie.

Der Betreuer für die Spenden seitens des BRK, Dieter Popp, ist froh, dass diese Aktion so durchgeführt wird. Dass diese auch in schwierigen Zeiten durchgeführt wird, denn Corona hat die Schule schon vor weitere Herausforderungen gestellt. Ein Hygienekonzept, die entsprechende Achtsamkeit - all das musste eingeplant werden. Einen Tag zuvor hatten die Verantwortlichen noch diskutiert, ob der Spendentag unbedenklich durchgeführt werden kann.

"Wir sind aus den vielen Einschränkungen herausgenommen", sagt der Fachmann. Popp erklärt: "Wir gehören zur Grundversorgung, daher wird eine Blutspende im Regelfall immer möglich sein." Er ist froh, dass die Schule sich für diesen Schritt entschieden hat. Er ist aber auch erfreut über das Engagement der Schüler. "Wir haben hier beim ersten Mal 140 Spender gehabt", sagt er begeistert. Das zeige, dass die Eggolsheimer und andere Spender aus der Gegend den ungewöhnlichen Ort zur Blutspende angenommen haben. "Wir haben hier auch immer viele Erstspender", das sei wichtig, da es ein "zu viel Blut" nicht wirklich gebe. Nebenbei bemerkt er: "Wegen Corona benötigen wir nicht unbedingt mehr Blut, aber die Versorgung muss trotz Corona ja weitergehen."

Alina hat in diese Richtung auch keine Bedenken. "Es läuft hier ja alles sehr professionell ab." Die Mitarbeiter des BRK unterstreichen das. Ordentlich, fast akribisch, werden die Formulare ausgefüllt, die Röhrchen beklebt, die gesammelten Blutspenden verstaut.

Von der Idee überzeugt

Diese gehen nach Wiesentheid, wo das BRK sein Blutspendelager hat. "Dort können die Schüler normalerweise auch hin", sagt Popp. Hier habe tatsächlich Corona dafür gesorgt, dass es momentan diese Möglichkeit nicht gibt.

Im Fazit findet Alina den Tag sehr spannend und ist sich sicher, dass er schnell vorbeigehen wird. Es sind viele Informationen, die es zwischen 11 und 20 Uhr gibt. Vom Auf- bis zum Abbau ist sie dabei, wie die anderen Schüler der Gesundheitsklasse auch. "Wir sind echt ein Team", sagt Alina. "Das bekommen wir gerade an solch einem Tag mit."

Von der Idee der Blutspende sind sie alle überzeugt. "Klar, es kostet bestimmt Überwindung, mal Blut zu spenden. Aber es gibt viele Menschen, die das Blut benötigen, und es kann jeden selber treffen."