"Maß voll": Bus-Chaos bringt Eltern in Rage - Schulkinder warten umsonst an Haltestellen

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Landkreis Fürth: Bus-Chaos bringt Eltern in Rage - Schulkinder warten umsonst an Haltestellen
Im Landkreis Fürth hat es vor allem auf Bus-Linien, die Schulkinder nutzen, massive Probleme gegeben.
Landkreis Fürth: Bus-Chaos bringt Eltern in Rage - Schulkinder warten umsonst an Haltestellen
Archivbild: News5/Herse

Wegen eines Betreiberwechsels im Landkreis Fürth kommt es seit einigen Tagen auf mehreren Buslinien zu Chaos: Haltestellen werden nicht angefahren, Schulkinder nicht abgeholt. Aufgebrachte Eltern stehen nun einem beschwichtigenden Landratsamt gegenüber.

  • Landkreis Fürth: Bus-Betreiberwechsel von Rangau zu Lyst-Reisen gilt seit Sonntag (12. Dezember 2021)
  • Eltern stocksauer: Kinder warten vergeblich an Bushaltestellen, Verstärkerbusse fallen aus
  • "Kannten Ausmaß nicht": Landratsamt Fürth zeigt sich betroffen 
  • Nach Betreiberwechsel: Neuer Vertrag gilt für acht Jahre

Es ist "keine angenehme Situation", gibt Christian Ell vom Landratsamt Fürth im Gespräch mit inFranken.de zu: Seit ein neuer Busbetreiber mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 mehrere Linien im Landkreis Fürth befahre, habe es mehrere Beschwerden über zu spät oder gar nicht gekommene Busse gegeben. Problematisch hier: Es sind vor allem Linien, die von vielen Schulkindern genutzt werden. 

Bus-Chaos im Landkreis Fürth: Kind wartet "mutterseelenallein im Dunkeln" 

Das Landratsamt Fürth äußerte sich am Mittwoch (15. Dezember 2021) auf Facebook zu den Schwierigkeiten und bittet um Entschuldigung. Es "wurden beispielsweise auf den Linien 123 und 126 einzelne Bushaltestellen nicht angefahren und bei der Linie 152 ist es zum Ausfall einer Fahrt gekommen. Auch sind teilweise Verstärkerbusse ausgefallen und es wurden Bushaltestellen verspätet angefahren." 

Der Post wird zur Zielscheibe wütender Eltern: "Jetzt ist das Maß voll!", schreibt eine Mutter, "Unser Kind mit 10 Jahren stand nach ihrem Nachmittagsunterricht mutterseelenallein im Dunkeln vor der Schule und hat auf ihren Bus gewartet!!!!! Nach 15 min hat sie doch Gott sei Dank uns angerufen, dass ihr Bus nicht kommt!!! Leider wohnen wir 20 Minuten weg!" Eine andere Frau beschwert sich über "gerammelt volle" Busse.

Ein Mann schreibt: "Ist doch unseren Verantwortlichen egal woher sie kommen, Hauptsache billiger als der günstigste von unseren regionalen Busunternehmern." Da es eine europaweite Ausschreibung war, wird auch vermutet, der Bus-Betreiberwechsel sei nur von Kostengründen angetrieben worden. Das Landratsamt negiert diesen Vorwurf und klärt inFranken.de über die Hintergründe der Ausschreibung auf.

Landratsamt Fürth betroffen über Ausmaß - langjährigen Vertrag abgeschlossen 

Es sei üblich, dass regelmäßig einzelne Linienbündel neu ausgeschrieben würden, stellt Ell klar. Keinesfalls habe hier eine Kostenminimierung im Vordergrund gestanden. Wie bereits 2018 und 2020 seien dagegen gewisse Qualitätsanforderungen zu erfüllen gewesen. Die Busse sollten beispielsweise neue barrierefreie Fahrzeuge sein und mit WLAN ausgestattet. Sie sollten außerdem an die dynamische Fahrplanauskunft angebunden sein und ein einheitliches Design haben.

Der neue Betreiber Lyst-Reisen erfülle all diese Kriterien. Der Unternehmenssitz liege in Zellingen im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Die Qualitätsstandards sollen eigentlich "den Nutzerinnen und Nutzern zugutekommen", fügt Ell mit etwas Bedauern hinzu. Bei jedem Betreiberwechsel gebe es Dinge, die nachgeschärft werden müssten, "dieser Fall hat uns aber schon betroffen gemacht, weil wir es in dem Ausmaß nicht kannten."

Die guten Neuigkeiten seien aber, dass sich die Situation inzwischen gebessert habe. Derzeit würden die Reklamationen abgearbeitet und Personal vom ÖPNV sei auf den einzelnen Buslinien anwesend, um die Probleme zu beheben und zu überprüfen, "dass die vertraglich zugesicherten Leistungen eingehalten werden", versichert Pressesprecher Christian Ell. Zwar sei noch nicht der "gewünschte einwandfreie Zustand" eingetreten, doch zum Beispiel würden nach seinem Kenntnisstand Bushaltestellen jetzt nicht mehr ausgelassen und es fielen keine kompletten Fahrten mehr aus. Der Vertrag mit dem neuen Busbetreiber im Landkreis Fürth gelte trotz der Startschwierigkeiten für acht Jahre.

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