Das Stadtmuseum Fürth zeigt von Donnerstag, 20. Januar, bis Sonntag, 11. September, die Sonderausstellung „Fürth & Nürnberg – 100 Jahre gescheiterte Vereinigung – hunderte Jahre gemeinsame Geschichte“, wie das Presseamt der Stadt Fürth berichtet. Die Schau anlässlich des 100. Jahrestag des gescheiterten Zusammenschlusses beider Orte 1922 – eine Volksabstimmung zugunsten der Fürther Unabhängigkeit verhinderte diese Pläne – beleuchtet die nicht immer einfache Historie der beiden Nachbarstädte, die bis heute noch für einen Witz oder Stichelei gut ist.

Die bekannteste „Gemeinsamkeit“ von Fürth und Nürnberg ist die erste Eisenbahn Deutschlands, die 1835 zwischen den beiden Nachbarn verkehrte. Nicht ohne Grund wurde genau diese Verbindung gewählt, war sie doch seiner Zeit die verkehrsreichste in Bayern. Von einem unbedingten Gegeneinander der beiden Städte kann also keine Rede sein. Es herrschte reger Austausch.

Eine gewisse Rivalität tritt heute am ehesten durch die beiden größten Fußballvereine der Region zu Tage. Die Duelle zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg gehören zu den am meisten ausgespielten und ältesten Derbys der deutschen Fußballgeschichte. Errang 1914 zunächst die „Spielvereinigung“ den ersten deutschen Meistertitel, so überflügelte der „Club“ bald die Fürther bei der Anzahl. Glänzend waren die Zeiten, als beide Mannschaften den Großteil der deutschen Nationalmannschaft stellten.

"Doch darüber hinaus verbindet die Gemeinden nicht nur eine gemeinsame Stadtgrenze. Zahlreiche Pendlerinnen und Pendler überqueren täglich die für Auswärtige kaum bemerkbare Linie. Viele Firmen residieren in der einen wie in der anderen Stadt."

Kaum unterschiedlicher jedoch könnte die Architektur sein: Auf der einen Seite steht Nürnberg mit der Burg, den prunkvollen Gebäuden des Patriziats und den Monumentalbauten des 19. und 20. Jahrhunderts. Fürth dagegen verkörpert einerseits den mittelalterlich-frühneuzeitlichen Marktflecken, zum anderen die Bürgerstadt mit ihren repräsentativen Gebäuden des 19. Jahrhunderts.

"Dazu gibt es eine unerschöpfliche Anzahl weiterer Themen, die Fürth und Nürnberg verbinden und trennen. So liegen die Städte früher wie heute direkt nebeneinander, meist, aber vielleicht nicht immer, in Verbundenheit", heißt es.

Die Ausstellung ist Dienstag bis Donnerstag und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt beträgt zwei Euro, ermäßigt ein Euro.

Zu sehen ist die digitale Ausstellung beim Stadtarchiv Nürnberg ab Donnerstag, 20. Januar, unter https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/fuerth-nuernberg.