• Fürth: Jugendliche deponieren kostenlose Hygieneartikel auf Schultoiletten
  • Projekt am Helene-Lange-Gymnasium: "Wir schreiben einen Brief an den Stadtrat"
  • "Sollte eine Selbstverständlichkeit sein": Schülersprecherin äußert sich

Am Fürther Helene-Lange-Gymnasium (HLG) startete zu Beginn des Jahres 2023 das Projekt "Mut zum Blut - Menstruation (k)ein Tabuthema", bei dem Schultoiletten mit kostenlosen Menstruationsartikeln ausgerüstet werden. Im Gespräch mit inFranken.de berichtet Schülersprecherin Helin Topcu über den Ablauf der Aktion am HLG und erklärt, weshalb Gratis-Tampons und -Binden an Schulen "eine Selbstverständlichkeit" sein sollten. 

Fürther Gymnasiasten bringen kostenlose Hygieneartikel ans HLG: "Menstruation (k)ein Tabuthema"

Alles habe mit einer Bezirksschülersprecher-Konferenz begonnen, an der die 15-jährige Helin Topcu teilnahm. Als Teil des Projektes "Mut zum Blut - Menstruation (k)ein Tabuthema" habe die Schülersprecherin des Fürther HLG gemeinsam mit anderen Schülern elf weiterer Gymnasien ein Ziel verfolgt: "Kostenlose Hygieneartikel an die Schulen bringen." Diesbezüglich hätten sie ein Konzept entwickelt, das alle beteiligten Gymnasien anwenden können.

Zu Beginn des Jahres 2023 startete das Projekt am HLG: Seither liegen in den neun Toilettenräumen für Mädchen nun auch Boxen mit kostenlosen Tampons, Binden, Slip-Einlagen, Info-Broschüren über die Periode, Zykluskalendern und Müllbeuteln. Gemeinsam mit der 14-jährigen Günay Akgün, dritte Schülersprecherin des Gymnasiums, und dem Arbeitskreis Schultoiletten kümmere sich Topcu regelmäßig darum, diese Kisten wieder aufzufüllen. 

Die Aktion sei in zwei Phasen aufgeteilt worden: "Gerade befinden wir uns in der Vertrauensphase, in der wir der Schulleitung beweisen wollen, dass das auch ohne teure Spender funktioniert", erklärt Topcu. Dieses Stadium laufe noch bis zum 17. Februar 2023: "Dann holen wir Automaten für die Hygieneartikel, denn Boxen, die auf Stühlen liegen, werden der Sache nicht gerecht." 

"Klopapier wird auch von der Stadt gefördert": Schülersprecherin äußert sich zur Finanzierung des Projekts 

Bislang seien die Menstruationsartikel durch Kuchenverkäufe, das SMV-Budget oder Spenden von der Schüler- und Elternschaft finanziert worden. Doch Topcu erklärt: "Wir schreiben einen Brief an den Stadtrat, dass wir das komplett gefördert haben wollen. Klopapier wird schließlich auch von der Stadt gefördert."

Sollte die Schule keine Hilfe von der Stadt erhalten, stehe die Überlegung im Raum, einen "Solidaritätseuro" einzuführen. "Jeder Schüler gibt dann verpflichtend einen Euro", alle Gymnasiasten seien sehr angetan von dieser Idee, so die 15-Jährige.

Abschließend betont die Schülersprecherin des Fürther HLG bezüglich kostenloser Menstruationsartikel auf Schultoiletten: "Der Bedarf ist da, es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, wir haben Schulpflicht, dass sich Schülerinnen wegen ihrer Periode befreien lassen müssen, sollte nicht der Fall sein."

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