• Sturmtief "Ignatz" in Franken: Am Donnerstag (21. Oktober 2021) zahlreiche Feuerwehr- und Polizeieinsätze
  • Unwetter-Schwerpunkte am Vormittag in Oberfranken: Raum Coburg, Hof und Lichtenfels 
  • Landratsamt Lichtenfels: "Orkan tobt über Landkreis: Aktuell Großeinsatz der Feuerwehren"
  • Umgestürzte Bäume, Dachschäden und Autounfälle: Viele Schäden und sogar Verletzte in der Region

Sturmtief "Ignatz" sorgte am Donnerstag (21. Oktober) mit orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten bis 110 km/h für eine gefährliche Wetterlage in Franken. Umgestürzte Bäume und Schäden an Gebäuden waren die Folgen des Sturms. Der Deutsche Wetterdienst hatte dazu geraten, alle Fenster und Türen zu schließen, Abstand von Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen zu halten und den Aufenthalt im Freien zu meiden. inFranken.de gibt einen Überblick über die Schäden in Franken.

Update vom 22.10.2021, 11.30 Uhr: Zahlreiche Polizeieinsätze - Dachdecker durch umgestürzten Baum verletzt

Oberfranken

Kreis Forchheim

In Obertrubach ist durch den Sturm auf einem Waldgrundstück ein Baum entwurzelt worden. Wie die Polizei Ebermannstadt berichtet, stürzte der Baum auf ein Grundstück, auf der gerade Bauarbeiten durchgeführt wurden. Ein 19 Jahre alter Dachdecker konnte sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen und wurde von Ästen am Kopf getroffen. Er wurde mit einer Kopfplatzwunde nach Forchheim ins Krankenhaus gebracht. Die Freiwillige Feuerwehr Obetrubach beseitigte den umgestürzten Baum. Der Schaden beläuft sich auf etwa 1000 Euro.

Kreis Kulmbach

Auf der A9 bei Himmelkron wurde ein Kleintransporter von einer Windböe erfasst und gegen einen überholenden Sattelzug geschleudert. Der 31-jährige Fahrer wurde dabei laut Verkehrspolizei Bayreuth leicht verletzt. An den beiden Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

Kreis Coburg

Im Einsatzgebiet der Polizei Neustadt bei Coburg kam es zu mehreren Sturmschäden. In Neustadt kippte ein 15 Meter hoher Baum um und begrub zwei Autos unter sich, wie aus einer Mitteilung der Polizei hervorgeht. ein drittes Fahrzeug trug leichte Kratzer davon. Verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. Die Feuerwehr entfernte den baum schließlich. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 5.300 Euro.

Auf der CO11 in Richtung Sonnefeld stürzte ebenfalls ein Baum um - unmittelbar vor einer 25-Jährigen, die dort mit ihrem Auto entlang fuhr. Am Fahrzeug entstand ein Schaden im Frontbereich in Höhe von 1.500 Euro, die junge Autofahrerin erlitt einen Schock. Die Freiwillige Feuerwehr Sonnefeld räumte die Straße frei.

In Rödental machte sich auf dem Parkplatz eines Supermarktes ein Bauzaun selbstständig. Die Windböen wehten den Kunststoffzaun gegen ein fahrendes Auto. Ein Schaden am Fahrzeug konnte nicht festgestellt werden.

Kreis Lichtenfels

Der Bürgermeister der Gemeinde Redwitz im Landkreis Lichtenfels, Jürgen Gäbelein (UBR), hat gegenüber inFranken.de am Freitag ein Fazit der Sturmschäden durch "Ignatz" gezogen. "Zwei große alte Bäume hat es umgeweht, an einem mehrstöckigen Wohnhaus haben sich Dachziegel gelöst", sagte Gäbelein. Im Vergleich zu anderen Gemeinden im Landkreis Lichtenfels sei vor Ort "aber relativ wenig passiert", so der Bürgermeister. Es habe alles in allem "keine großen Beeinträchtigungen" durch den Sturm gegeben. Der Landkreis war am Donnerstag besonders betroffen gewesen, "Ignatz" hatte in Teilen des Gebiets heftig gewütet.

Kreis Hof

Auf der A9 bei Münchberg wurden die stürmischen Wetterbedingungen einem Autofahrer zum Verhängnis, wie die Verkehrspolizei Hof berichtet. Der 58-jährige Geschäftsmann aus Crailsheim passte seine Geschwindigkeit nicht an und verlor aufgrund des Regens und massiven Seitenwindes die Kontrolle über seinen Wagen. Das Auto drehte sich mehrfach um die eigene Achse und krachte frontal in die rechte Schutzplanke. Der Aufprall schleuderte das Fahrzeug zurück auf die rechte Fahrspur, wo es total beschädigt liegen blieb. Durch den Zusammenprall wurden mehrere Felder der Leitplanke aus der Verankerung gerissen. Die Verkehrspolizei und die Feuerwehr Münchberg waren am Unfallort im Einsatz. Zudem war die Autobahnmeisterei vor Ort, um die Fahrbahn zu reinigen und die zerstörte Leitplanke zu sichern. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, der Sachschaden wird auf etwa 40.000 Euro geschätzt.

Mittelfranken

Kreis Ansbach

Die Autobahnen im Kreis Ansbach blieben laut Verkehrspolizei weitestgehend vom Sturm "Ignatz" verschont. Gegen 10.45 Uhr kam es jedoch zu einem Unfall auf dem Überleiter zwischen der A6 under A7 am Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim. In Fahrtrichtung Würzburg wurde im Bereich der Baustelle eine provisorische Hinweistafel von einer Windböe erfasst und gegen ein vorbeifahrendes Auto geschleudert. Der Fahrer, ein 46-Jähriger aus Baden-Württemberg, kam mit einem Schrecken davon. Am Auto entstand ein Schaden von etwa 4.000 Euro. Mit Ausnahme einiger umgeknickter Bäume und zahlreichen weiteren Baustellenschildern, die umgestürzt waren, gab es ansonsten keine nennenswerten Schäden.

Kreis Nürnberger Land

Laut Polizei Hersbruck gab es im Landkreis keine großen Schäden. Aufgrund von umgewehten Verkehrsschildern und heruntergefallenen Ästen kam es jedoch zu unzähligen Polizeieinsätzen.

Unterfranken

Kreis Aschaffenburg

Im Raum Aschaffenburg gab es ebenfalls zahlreiche Einsätze wegen des Sturmes. Besonders umgestürzte Bäume, Baustelleneinrichtungen und Verkehrszeichen sorgten für Verkehrsbehinderungen und Schäden. Das berichtet die Polizei Aschaffenburg. Neben den Beamten und Beamtinnen waren auch die Feuerwehren sturmbedingt im Einsatz. Es entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren tausend Euro.

Kreis Bad Kissingen

Auf dem Gelände der Camping Area der Offroad-Messe in Bad Kissingen richtete der Sturm einen hohen Sachschaden an. Die Bad Kissinger Polizei berichtet, dass ein 56-Jähriger sein Auto in etwa 15 bis 20 Metern Entfernung vom Wald abgestellt hatte. Die Sturmböen entwurzelten dort jedoch eine Eiche, die auf die Wiese stürzte und dabei den Wagen beschädigte. Verletzt wurde niemand, es entstand ein Sachschaden von 8.000 Euro.

Kreis Schweinfurt

In Gerolzhofen musste die Feuerwehr ein Dach sichern, bei dem sich mehrere Ziegeln gelöst hatten und drohten herunterzufallen. Laut Bericht der Polizei Gerolzhofen konnte sich die Hauseigentümerin nicht selbst um die Sicherung kümmern konnte. Daher wurde die Freiwillige Feuerwehr hinzugerufen. Die Rechnung für den Einsatz muss die Eigentümerin selbst tragen.

Update vom 21.10.2021, 17.15 Uhr: Baum stürzt auf Grundschule in Weismain - Gerüst am Klinikum Bayreuth stürzt ein 

Oberfranken

Lichtenfels

Während des starken Regensturms kam es am Donnerstagmorgen auf der Köstener Kreuzung zu einem Verkehrsunfall mit etwa 20.000 Euro Sachschaden, teilte die Polizeiinspektion Lichtenfels mit. Eine 53-jährige Autofahrerin kam aus Kösten und wollte an der Kreuzung nach links in Richtung Schney abbiegen. Hierbei übersah sie eine 56-Jährige in ihrem Auto, welche die Kreuzung geradeaus in Richtung Kösten überquerte. Es kam zum Zusammenstoß der beiden Autos. Ersten Erkenntnissen nach blieben beide Fahrerinnen unverletzt, begaben sich aber vorsorglich in ärztliche Behandlung. 

In der Schloßstraße flog ein Trampolin durch die Luft und landete auf dem geparkten Auto eines Nachbarn, wodurch ein Sachschaden in noch unbekannter Höhe entstand. 

Seit 7.03 Uhr seien die Kräfte der Feuerwehr Lichtenfels im Einsatz, berichtete auch die Feuerwehr zum Sturm "Ignatz". 
Bisher (Stand: 16.10 Uhr) seien insgesamt 19 Unwettereinsätze "abgearbeitet". Momentan sei "die Drehleiter noch immer gefordert", schrieb die Feuerwehr weiter.

"Von heruntergefallenen Dachziegeln über umgestürzte Bäume gab es die unterschiedlichsten Lagen zu bewältigen. Die Kräfte aus Lichtenfels wurden zudem auch in andere Gemeinden im Landkreis alarmiert. Von Altenbanz über Lichtenfels bis nach Weismain und Marktzeuln mussten heute überall die Floriansjünger ausrücken." Auch im Feuerwehrgerätehaus stellte man "die Einsatzbereitschaft wieder her".  Einen Dank richteten die Männer und Frauen der Feuerwehr ebenfalls aus: "Wir bedanken uns auf diesem Wege gerne nochmal ausdrücklich bei den Arbeitgebern, die ihre Fachkräfte für den Feuerwehrdienst freigestellt haben."

Das Landratsamt Lichtenfels zog am späten Donnerstagnachmittag eine erste Bilanz zu den Einsätzen und Schäden infolge des heftigen Sturms mit Orkanböen. „Ignatz“, der am Donnerstag ab den Morgenstunden über den Landkreis hinweggefegt sei, hinterließ demnach "eine Spur Verwüstung im Landkreis Lichtenfels und hielt die Einsatzkräfte in Atem". Nur durch das "schnelle, engagierte und effektive Handeln" der Helfenden hätten die Aufräumarbeiten "so schnell vorangehen und weitaus Schlimmeres verhindert werden können", so Landrat Christian Meißner (CSU).

Die Schadensbilanz, die der Orkan hinterließ, sei "umfassend". In allen Teilen des Landkreises seien die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) zu Gange, "um mit schwerem Gerät und Drehleitern die Schäden zu beseitigen und aufzuräumen", hieß es weiter. So war unter anderem im Weiler Meuselsberg bei Burgkunstadt ein großer Baum auf ein Haus gestürzt, ein weiterer in Weismain auf die Grundschule.

"Auch am Knopsberg in Lichtenfels musste die Feuerwehr wegen eines abgeknickten Baums anrücken. Die alte Ortsverbindungsstraße zwischen Klosterlangheim und Roth und die Straße zwischen Wallersberg und Mosenberg musste wegen zahlreicher umgestürzter Bäume und der Aufräumarbeiten infolge bis auf Weiteres gesperrt werden", schrieb die Behörde. Aus Redwitz sei der "Teilabsturz eines Wohnhauses" gemeldet worden, in Seubelsdorf habe der Sturm das Dach der Firma Veenendaal teilweise abgedeckt. 

Insgesamt seien am Donnerstagnachmittag (Stand: 17 Uhr) noch rund 350 Kräfte von Feuerwehren und THW an etwa 100 Einsatzstellen zu Gange bei den Aufräumarbeiten. Diese werden noch bis in die Abendstunden des Donnerstags andauern, hieß es. 

Michelau 

Aufgrund von starken Sturmböen in der Nacht zum Donnerstag seien die Freiwilligen Feuerwehren von Michelau und Lettenreuth alarmiert worden, hieß es von der Gemeinde Michelau (Landkreis Lichtenfels). "Entwurzelte Bäume, verstopfte Straßeneinläufe, Äste und Blätter waren die häufigsten Probleme der Autofahrer/innen", schrieb die Verwaltung in einer Mitteilung bei Facebook. Der Bauhof sei ebenfalls zu früher Morgenstunde mit verschiedensten Maschinen und Geräten im Einsatz gewesen. "In Zusammenarbeit mit unseren Feuerwehren wurde so, innerhalb kürzester Zeit, gemeinsam die Sicherheit auf den gemeindlichen Straßen wieder hergestellt", hieß es.

Burgkunstadt

Der Baum, der in der Straße Meuselsberg auf ein Haus gekracht war, konnte durch die Feuerwehr und das THW gesichert und anschließend beseitigt werden, teilte die Polizeiinspektion Lichtenfels mit. Ersten Erkenntnissen nach ist das Haus nicht mehr bewohnbar, dies überprüft derzeit noch ein Statiker. Der geschätzte Sachschaden liegt bei ca. 30.000 Euro. Die Bewohnerin blieb glücklicherweise unverletzt, sie ist bis auf Weiteres bei Nachbarn untergekommen. 

Bamberg

Wegen eines umgestürzten Bauzaunes aufgrund des Sturms war die Pfisterbergbrücke in Richtung Atrium gesperrt, teilte die Stadt Bamberg mit. Die Sicherung vor Ort fand bereits durch die Feuerwehr statt. Es kam dort jedoch zu Verzögerungen des Verkehrs.

Ebenfalls in Bamberg stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto, berichtete News5. Verletzt wurde nach jetzigem Stand glücklicherweise niemand. Die Feuerwehr war im Einsatz.

Außerdem wiesen die Bamberger Service Betriebe (BSB) darauf hin, Grün- und Parkanlagen im Stadtgebiet sowohl während als auch nach dem Sturm zu meiden. Auch nach dem Sturm sei die Sicherheit in diesen Bereichen trügerisch, da noch lose Äste aus den Baumkronen fallen könnten, so die Stadt Bamberg.

Im Restaurant und Hotel Bruckertshof in Bamberg hat der Sturm womöglich ein großes Projekt zerstört, wie Betreiber Jörg Weinert inFranken.de erzählte. "Mir sind die Gartenlampen rausgeflogen und es hat die komplette Überdachung zerlegt", so Weinert. Eigentlich wollten Weinert und seine Frau nach den Herbstferien "den ersten Bamberger Winterbiergarten" eröffnen. Doch jetzt stehe alles auf der Kippe. "Das war richtig krass, es hat mich einen Meter in die Luft gehoben, beim Versuch die Schirme festzuhalten", so Weinert. 

Auch am beliebten "Kiosk Kunni" im Stadtteil Wunderburg hat "Ignatz" seine Spuren hinterlassen. Wie die Betreiber in einer Instagram-Story erklärten, müsse der Baum im Sitzbereich gefällt werden. "Unser Baum hat leider diesen Sturm nicht überlebt...so traurig", schrieben sie in einem Kurzvideo auf dem sozialen Netzwerk mit einem weinenden Emoji. 

Bayreuth

Die Freiwillige Feuerwehr Bayreuth wurde bis zum Donnerstagnachmittag zu insgesamt fünf Einsätzen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem heutigen Sturmtief alarmiert, hieß es in einer Pressemitteilung. Die erste Alarmmeldung sei gegen 08.45 Uhr eingegangen, als "Teile eines Gerüsts auf einer Baustelle am Klinikum Bayreuth eingestürzt waren".

"Glücklicherweise stellte sich jedoch schnell heraus, dass keine Personen beteiligt waren", schrieb die Feuerwehr. Da aufgrund der Windböen und der Instabilität des Gerüsts ein Betreten und Sichern der Teile zu gefährlich war, habe sich die Aufgabe der Feuerwehr auf weiträumiges Absperren beschränkt. Im weiteren Tagesverlauf hätten drei umgestürzte Bäume beseitigt, sowie eine Antenne gesichert werden müssen. Alle Einsatzstellen seien durch die Abteilung Ständige Wache abgearbeitet worden, die Feuerwehr Wolfsbach habe in einem Fall unterstützt.

Kronach

Bisher hat es in Kronach durch Stirm "Ignatz" 22 Einsatzstellen gegeben, teilte die Freiwillige Feuerwehr Stadt Kronach auf ihrer Facebook-Seite mit. Das gesamte Stadtgebiet sei betroffen, hieß es. Auf den Fotos sind umgestürzte Bäume zu sehen, ein Bauzaun war durch den Sturm auf die Straße gekippt. An einem Waldweg hatte ein umgekippter Baum die Straße versperrt, an anderer Stelle musste ein Teil der Fahrbahn gesperrt werden, weil großes Geäst auf der Straße lag. Außerdem musste offenbar ein Baugerüst an einem Haus nahe eines Modegeschäfts gesichert werden. 

Naila

In Naila im Stadtteil Marxgrün (Landkreis Hof) war am späten Vormittag in Folge des Sturmes "Ignaz" ein Baum auf ein Hausdach gefallen. Das berichtete die Freiwillige Feuerwehr Marxgrün. Insgesamt habe der Einsatz zwei Stunden gedauert, auch Polizei und Technisches Hilfswerk seien vor Ort gewesen. Fotos zeigen mehrere vollständig entwurzelte Bäume, einer davon auf dem Dach eines Einfamilienhauses. 

Marktredtwitz

Seit etwa 06.30 Uhr am Donnerstag seien Einsatzkräfte wegen des Sturmtiefs an verschiedenen Stellen der Region unterwegs, so die Integrierte Leitstelle Hochfranken. "Rund 140 Einsatzstellen wurden durch die Feuerwehren der Region abgearbeitet", hieß es in einem Bericht. "Den Schwerpunkt bildete zunächst der Frankenwald mit dem Berger Winkel, aber auch der Bereich Marktredwitz, die Stadt Hof nebst umliegender Ortschaften waren Hotspots", schrieben die Einsatzkräfte.

Entwurzelte oder abgeknickte Bäume, abgedeckte Dächer, fliegende Trampoline, überschwemmte Fahrbahnen sowie beschädigte Gebäude habe es gegeben, gebrochene Telefonleitungen und Strommasten hätten für entsprechende Störungen gesorgt, so eine erste Bilanz.

"Die Integrierte Leitstelle aktivierte um 07.14 Uhr das eigene Verstärkungskonzept und stockte das Personal von vier Mitarbeitern Regelbesatzung auf bis zu neun Mann auf", hieß es in dem Bericht, der auch auf Facebook geteilt wurde. Und: "Das Wichtigste: Sturmbedingte Verletzte gab es nicht." Man gehe nun davon aus, dass das "Ding durch" sei und bedanke sich "bei allen Akteuren". 

Mittelfranken

Nürnberg

Aus Sicherheitsgründen waren die städtischen Friedhöfe in Nürnberg am Donnerstag, 21. Oktober, bis vorerst Freitag, 22. Oktober 2021, um 7 Uhr geschlossen. "Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde könnten Äste abbrechen und Bäume umstürzen lassen", teilte die Stadt Nürnberg mit. Derzeit seien viele Bäume noch belaubt und böten dem Wind somit eine große Angriffsfläche. Die für den Donnerstag, 21. Oktober, angesetzten Trauerfeiern und Beisetzungen fänden statt. 

In Nürnberg waren am Donnerstag auch Teile eine Baumes in ein Reinigungsbecken des Klärwerks gestürzt und haben dort einen Räumer blockiert. "Die Berufsfeuerwehr sowie die Mitarbeiter des Klärwerks konnten mit vereinten Kräften das Hindernis entfernen, um den Betrieb der Anlage sicherzustellen. In Zusammenhang mit den Unwettereinsätzen waren glücklicherweise keine Verletzten zu beklagen", schrieb die Feuerwehr Nürnberg. Insgesamt habe es im Stadtgebiet bisher 63 Einsätze wegen "Ignaz" gegeben. "Teilweise stürzten auch Bäume auf Telefonfreileitungen oder in Oberleitungen der Straßenbahn in Nürnberg", hieß es.  In der Region habe es folgende Einsätze wegen Ignaz gegeben: 

  • Stadt Nürnberg: 63
  • Landkreis Nürnberger Land: 37
  • Landkreis Erlangen-Höchstadt: 30
  • Landkreis Fürth: 28
  • Stadt Erlangen: 24
  • Stadt Fürth: 17

Zirndorf

In Weiherhof, einem Gemeindeteil der Stadt Zirndorf (Kreis Nürnberger Land), wüteten Orkanböen so stark, dass zahlreiche Äste auf die Fahrbahn krachten, wie News5 berichtete. Dabei wurden auch parkende Autos beschädigt. Auf einem Bild eines Fotografen vor Ort ist ein Auto zu sehen, dessen Scheiben von einem dicken Stamm durchbohrt wurden. 

Unterfranken

Würzburg

Gegen 06.00 Uhr war ein 32-jähriger Fahrer eines Gliederzugs auf der A7 in Richtung Ulm unterwegs. Auf der Rothofbrücke wurde der mit Styropor beladene Lkw dann von einer starken Windböe erfasst und kippte auf seine linke Seite, berichtete die Verkehrspolizeiinspektion Würzburg. Er kam quer zur Fahrbahn zum Liegen, sodass er alle Fahrstreifen der A7 in Richtung Ulm für etwa eine Stunde blockierte. Der Fahrer konnte durch die Windschutzscheibe leicht verletzt geborgen und in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Nachdem die Feuerwehr den Lkw auf eine Seite ziehen konnte, wurde ein Fahrstreifen in Richtung Ulm wieder befahrbar gemacht. Der Sachschaden wird auf ca. 45.000 EUR geschätzt. Die Feuerwehren Rottendorf, Estenfeld und Kürnach waren mit 60 Einsatzkräften vor Ort und sicherten die Unfallstelle ab. Während der Unfallaufnahme und Unfallstellenabsicherung wurden 54 Personen von der Polizei angezeigt, die mit ihrem Handy die Unfallstelle und die Bergung des verletzten Fahrers filmten, wie die Verkehrspolizeiinspektion Würzburg-Biebelried berichtete. 

"Während der Unfallaufnahme filmten wieder einmal viele Verkehrsteilnehmer die Unfallstelle und die Bergung des verletzten Fahrers", hieß es in einem Bericht vom Nachmittag. "Manche davon waren so dreist, dass sie die Polizeibeamten gleich mitfilmten, die zu dieser Zeit bereits alle Kennzeichen dieser Gaffer notierte." Alle diese Verkehrsteilnehmer erwarte nun eine Anzeige wegen unerlaubten Benutzen eines Handys mit einem Bußgeld von 200 Euro, hieß es. 

In Würzburg stürzte gegen 7.30 Uhr das Gerüst an einem Haus in der Zeppelinstraße um und kippte gegen das benachbarte Gebäude des BRK Kreisverbandes, wie News5 berichtete. Ein Auto wurde in Mitleidenschaft gezogen, es entstand jedoch nur Sachschaden, hieß es.

Erstmeldung vom 21.10.21, um 10 Uhr: Unwetter in Franken - Hier gibt es Schäden

Oberfranken

In Oberfranken ist der Raum Hof und Coburg betroffen, wie das Polizeipräsidium Oberfranken berichtet. Zwischen 6.00 und 8.00 Uhr gingen bei der Polizei 70 Anrufe ein. Bisher wurden noch keine Personenschäden verzeichnet. Das Landratsamt Lichtenfels warnt um kurz nach 10 Uhr: "Orkan tobt über den Landkreis: Aktuell Großeinsatz der Feuerwehren!"

Lichtenfels

Der ganze Landkreis Lichtenfels ist von Unwetterschäden betroffen. Darunter vor allem die Stadt Lichtenfels, Michelau, Hochstadt, Burkunstadt, Altenkunstadt und Weismain. "Seit 6.45 Uhr sind die Dispogruppe Starkwetter der Kreisbrandinspektion und aktuell 260 Einsatzkräfte der Feuerwehren im Landkreis mit Drehleitern und großem Gerät im Einsatz", teilt das Landratsamt Lichtenfels auf Facebook mit. Umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer werden genannt. Kreisbrandmeister Timm Vogler nennt auch "einige schwere" Einsätze, bei denen Häuser von umgestürzten Bäumen beschädigt wurden. Das Dach einer Industriefirma in Lichtenfels wurde demnach größtenteils abgedeckt.

Außerdem wurden zwei Verbindungsstraßen gesperrt: Zwischen Klosterlangheim und Roth ist die alte Verbindungsstraße durch den Wald gesperrt und von Wallersberg Richtung Moosberg ist ebenfalls gesperrt.

Vogler weist nachdrücklich darauf hin, dass eine weitere Orkan-Spitze gegen 11 Uhr erwartet wird und appelliert: "Wer heute nicht unbedingt das Haus verlassen muss, sollte zum eigenen Schutz daheim bleiben."

Weismain

Ein Baum ist auf ein Haus neben der Grundschule gestürzt.

Burgkunstadt

In Meuselsberg ist ein Baum auf ein Haus gestürzt. Die Feuerwehr und das THW sind bei einem Großeinsatz  vor Ort (Stand 9.35 Uhr).

Hof

Laut der Integrierten Leitstelle Hochfranken ist mit dem Frankenwald und dem Berger Winkel der westliche Landkreis Hof und der westliche Landkreis Wunsiedel besonders betroffen. Gegen 11 Uhr wurden etwa 100 Einsätze abgearbeitet oder waren noch am Laufen. Überwiegend handelt es sich laut ILS um Bäume auf Fahrbahnen, abgedeckte Dächer, herabfallende Dachziegel. Auch punktuelle Stromausfälle gab es in den Morgenstunden.

Der Zoo Hof wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, berichtet News5. Ein heruntergefallener Ast habe das Luchsgehege beschädigt. Die Tiere wurden umgesetzt. 

Eggolsheim

Die Feuerwehr Drosendorf wurde am Donnerstagmorgen gemeinsam mit der Feuerwehr Kremmeldorf zu einem umgestürzten Baum alarmiert, berichtet sie auf Facebook. Mehrere Äste hätten auf der Fahrbahn gelegen, auch weitere Gegenstände seien nicht ausgeschlossen.

Mittelfranken

In Mittelfranken verteilen sich die Orkanschäden über den ganzen Bezirk. Das Polizeipräsidium Mittelfranken berichtet beispielsweise von einem Baum, der in Neuhaus auf ein Auto gefallen ist und von weiteren umgestürzten Bäumen in Stein. Verletzte sind nicht zu verzeichnen. 

Nürnberg

Der Tiergarten Nürnberg bleibt am heutigen Donnerstag aus Sicherheitsgründen geschlossen, meldet die Stadt Nürnberg. 

Unterfranken

Das Polizeipräsidium Unterfranken berichtet von etwa 70 Einsätzen zwischen 4.00 und 8.00 Uhr im gesamten Regierungsbezirk. Darunter seien lediglich "Standardeinsätze" gewesen, wie umgefallene Bauzäune, Alarmauslösung aufgrund des Sturms, umgefallene Bäume oder Äste auf der Fahrbahn.

Bad Brückenau

Das mit Sturmwarnungen angekündigte Tiefdruckgebiet erreichte am Donnerstag in den Morgenstunden die Rhön. Im Altlandkreis Bad Brückenau kam es deswegen zu mehreren Einsätzen von Feuerwehr und Polizei, so die Polizeiinspektion Bad Brückenau. Bislang (11 Uhr) kann von einer glimpflichen Bilanz gesprochen werden. Gegen 5.45 Uhr erreichte die Polizei Bad Brückenau die Meldung, dass der Zunftbaum auf dem Marktplatz Bad Brückenau umgeweht worden sei. Vor Ort war zu erkennen, dass der mächtige Stamm im unteren Bereich nahe der Verankerung abgebrochen war. Die Feuerwehr Bad Brückenau kümmerte sich um die Bergung des Baums, der quer auf dem Marktplatz lag. Glücklicherweise war der Platz zu der frühen Uhrzeit menschenleer, sodass niemand zu Schaden kam.

Auch Sachschäden waren laut Polizei auf den ersten Blick nicht festzustellen. Gegen 6.00 Uhr hatten weitere, starke Windböen ein Verkehrszeichen auf der Staatsstraße 2289 zwischen Bad Brückenau und dem Staatsbad umgedrückt. Es wurde von der Straßenmeisterei Hammelburg wieder aufgestellt. Gleichzeitig kam aus der Ernst-Putz-Straße in Bad Brückenau die Meldung, dass ein Baum dort die Fahrbahn blockieren würde. Um die Beseitigung kümmerte sich die Feuerwehr. Sie veranlasste zu dem Zweck eine halbseitige Sperrung, die bis in die Vormittagsstunden aufrechterhalten werden musste. Nun schienen die schlimmsten Sturmböen vorbei zu sein, die nächsten Stunden brachten keine neuen Meldungen mehr.

Gegen 11 Uhr frischte der Wind wieder deutlich auf. Prompt war in Kothen die Ortsdurchfahrt in Höhe des Campingplatzes durch heruntergefallene Äste blockiert. Die Beseitigung übernahm der Grundeigentümer selbst. Die Polizeistreife sicherte die Stelle ab. Eine zweite Streife wurde gleichzeitig nach Wildflecken beordert. Dort war die Staatsstraße nach Langenleiten ebenfalls durch umgefallene Bäume in Höhe Ziegelhütte teilweise blockiert. Die örtliche Feuerwehr kümmerte sich darum, die Straße wieder befahrbar zu machen. Als Zwischenfazit bleibt festzuhalten: Bislang reges Einsatzgeschehen, wetterbedingt noch kein Ende abzusehen, keine Verletzten, keine Sachschäden (wenn man vom zerstörten Zunftbaum in Bad Brückenau absieht).