Warnstreiks an fränkischen Krankenhäusern: Die Gewerkschaft Verdi hat weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Nach dem öffentlichen Nahverkehr sind für Mittwoch, den 30. September 2020 auch die Mitarbeiter der bayerischen Kliniken dazu aufgerufen, ihr Arbeit niederzulegen.

"Es ist mehr als beschämend, dass die Arbeitgeberseite auf Zeit setzt, statt sich den berechtigten Forderungen ihrer Beschäftigten zu stellen", erklärte Robert Hinke, Fachbereichsleiter für Gesundheit & Soziales bei Verdi Bayern. Bereits die zweite Verhandlungsrunde blieb ohne Erfolg. Der Vorschlag der Gewerkschaft, die Verhandlung auf das kommende Jahr zu verschieben, wurde von Arbeitgeberseite jedoch abgewiesen.

Warnstreiks an fränkischen Kliniken

"Offenbar glauben die Arbeitgeber, wir seien unter den Bedingungen von Corona nicht handlungsfähig. Das werden wir in den nächsten Wochen gemeinsam mit den Beschäftigten widerlegen und ebenso kreativ wie wirksam in den Arbeitskampf treten", betonte Hinke.

Um die Versorgung der Patienten trotz Streik sicherzustellen, gibt es laut Verdi eine Notdienstvereinbarung. Einige Kliniken streiken nur in der Mittagspause. An manchen Standorten wollen die Mitarbeiter außerdem mit alternativen Mitteln wie einer Fotoaktion auf ihre Situation aufmerksam zu machen. 

Insgesamt sind laut Informationen des Bayerischen Rundfunks 25 Standorte in Bayern an den Warnstreiks beteiligt. In Franken hat das Klinikum Bayreuth einen Warnstreik geplant. Die Kliniken Aschaffenburg-Alzenau, Main-Spessart und Kitzinger Land wollen mit Bannern und eine Fotoaktion für Aufmerksamkeit sorgen. In Nürnberg ist am Abend eine Kundgebung vor dem bayerischen Gesundheitsministerium geplant. 

Der Streik ist absichtlich auf den 30. September gelegt: Zur gleichen Zeit tagt in Berlin die Gesundheitsministerkonferenz.