Aktuell massives Problem an vielen fränkischen Orten - Gesundheitsgefahr wegen Insekt

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An vielen Orten in Franken breitet sich eine Raupe aus, die bei Menschen zur akuten Gesundheitsgefahr werden kann. Massive Bekämpfungsmaßnahmen laufen. Eine erste Großstadt meldet Überlastung.

Zahlreiche Städte in Franken kämpfen derzeit mit einem massiven Befall von Baumbestand mit dem Eichenprozessionsspinner. Auch entlang fränkischer Autobahnen gibt es große Probleme mit der kleinen Raupe. Der Eichenprozessionsspinner tritt nach Angaben der Autobahn GmbH dieses Jahr besonders früh und besonders stark auf. Deshalb nehmen Fachleute jetzt entlang der fränkischen Autobahnen den Kampf gegen die Raupe auf, deren Brennhaare bei Menschen zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden können. 

Eine Fachfirma mit Spezialgerät wird in den nächsten Wochen entlang der übrigen betroffenen Autobahnen, Parkplätzen sowie Tank- und Rastanlagen den Kampf gegen die Nester und Gespinste durchführen. Auch Grundstücksbesitzer sollten jetzt handeln. 

Eichenprozessionsspinner: So müssen Grundstücksbesitzer jetzt handeln - Stadt mit Hinweis

Zum Beispiel in Coburg ist der Eichenprozessionsspinner mittlerweile flächendeckend zum Problem geworden, wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt. Verantwortlich dafür seien unter anderem die milden Winter und die anhaltenden Trockenperioden, die den Raupen günstige Entwicklungsbedingungen bieten. Die Stadtverwaltung rät dringend dazu, befallene Bäume und Gespinste nicht zu berühren und betroffene Bereiche großzügig zu meiden.

Auf städtischen Flächen würden die Raupen derzeit entfernt. Dafür komme ein speziell ausgerüsteter Sauger zum Einsatz, mit dem die Tiere und ihre Nester abgesaugt werden, heißt es. Die Stadt Coburg weist darauf hin: Für die Bekämpfung auf Privatgrundstücken sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich, sofern von den Raupen eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehen kann. Wer im öffentlichen Raum ein Gespinst oder einen befallenen Baum entdeckt, kann dies dem Grünflächenamt per E-Mail an gruenflaechenamt@coburg.de melden. 

Der Eichenprozessionsspinner befällt bevorzugt nach Angaben der Stadt Coburg frei stehende, sonnige Eichen. Ende April oder Anfang Mai schlüpfen die Raupen aus den Eiern und ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Bäume. Nach mehreren Häutungen bilden sie ihre charakteristischen Gespinste. Ab der dritten Häutung entstehen die gesundheitsschädlichen Brennhaare.

Vorsicht an diesen Autobahnparkplätzen und Rastanlagen in Franken 

An den Autobahnen wird auf den Einsatz von Spritzmitteln zum Schutz anderer Insektengruppen verzichtet. Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner entlang der fränkischen Autobahnen wird vermutlich bis Ende Juli dauern, teilt die Autobahn GmbH des Bundes mit. Schwerpunkt der Maßnahmen seien die Autobahnabschnitte an der A73, zwischen den Anschlussstellen Möhrendorf und Breitengüßbach, an der A70 zwischen Hallstadt und dem Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach, an der A93 bei Weiden sowie auf der A9 zwischen den Anschlussstellen Pegnitz und Bad Berneck.

An Park- und Rastplätzen wird der Eichenprozessionsspinner nach Angaben der Autobahn GmbH vordringlich bekämpft. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners verfügen über feine Brennhaare, die schon bei leichtem Hautkontakt schwere allergische Reaktionen bei Menschen auslösen.

Es können sich dabei schmerzhafte oder juckende Quaddeln am ganzen Körper bilden und schwere Augenreizungen auftreten. Besondere Gefahr bestehe beim Einatmen der kaum sichtbaren Brennhaare des Eichenprozessionsspinners. Das Tückische: Die Brennhaare der Raupen können auch ohne direkten Kontakt mit den Tierchen zur Gesundheitsgefahr werden. Sie sind so leicht, dass sie quasi in der Luft schweben. 

Stadt Schwabach warnt insbesondere Eltern - erhebliche Gefahr auch von verlassenen Nestern

Selbst von verlassenen Nestern des Eichenprozessionsspinners geht noch eine erhebliche Gefahr durch die verbliebenen Brennhaare aus, teilt die Stadtverwaltung Coburg mit. Die Tiere seien vor allem an ihren auffälligen Gespinsten zu erkennen, die sich in Baumkronen oder an Astgabeln von Eichen befinden.

Diese sehen wie große Spinnweben aus, heißt es in der Mitteilung. Sehr viele Meldungen von vermehrtem Aufkommen des Eichenprozessionsspinners erreichen in diesen Tagen auch das Ordnungsamt Schwabach.

Dort werden die Raupen auf öffentlichen Flächen von befallenen Bäumen ebenfalls mit einem Spezialsauger entfernt. Areale in der Nähe von Spielplätzen, Schulen und Kindergärten werden nach Angaben der Stadt vorrangig gereinigt.

Auch Würzburg leidet verstärkt unter dem Eichenprozessionsspinner

Auch in Würzburg wird der Eichenprozessionsspinner allmählich zur Plage. In Waldbeständen und in den Grünanlagen der Stadt nehmen die Populationen laut einer Mitteilung zu. Die gefährlichen Raupen kommen demnach ausschließlich an Eichen vor.

Die Baumpfleger des Würzburger Gartenamtes sind laut Stadt bemüht, insbesondere an sensiblen Standorten wie Spielplätzen, Sportstätten und Liegewiesen in den Parkanlagen, die Raupen und Gespinste aus den Eichenbäumen zu entfernen. Dennoch rät man im Rathaus zu Vorsicht: "Achten Sie auf spielende Kinder in der Nähe von Eichen, so wie auf Hunde, die ebenfalls von den schädlichen Wirkungen der Raupen betroffen werden. Halten Sie sich nicht unter Eichen auf!", heißt es weiter.

Hinweise von Eichenprozessionsspinnern im Stadtgebiet können an das Sachgebiet Stadtbäume des Gartenamtes gemeldet werden, per Mail an stadtbaeume@stadt.wuerzburg.de

Nürnberg kommt bei der Bekämpfung kaum noch hinterher

Auch der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) verzeichnet aktuell außergewöhnlich viele Meldungen zu Sichtungen des Eichenprozessionsspinners. Um Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung zu minimieren, laufen die Bekämpfungsmaßnahmen nach Angaben der Stadt überall auf Hochtouren. Sämtliche verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien damit beschäftigt, eingehende Meldungen zu bearbeiten und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

Auch die beauftragten Fachfirmen arbeiteten an ihrer Kapazitätsgrenze, informiert die Stadt Nürnberg in einer Pressemitteilung. Aufgrund der hohen Zahl an Meldungen müssen Bürgerinnen und Bürger aktuell mit Wartezeiten von rund zwei Wochen rechnen, bis eine Bekämpfung durchgeführt werden kann. Vorrang hätten Bildungseinrichtungen, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie öffentliche Anlagen, Wege und Plätze mit hoher  Besucherfrequenz. Alle gemeldeten Vorkommen würden geprüft, bewertet und entsprechend ihrer Dringlichkeit bearbeitet.

Verdachtsfälle können dem  Sör-Servicetelefon unter 0911/2317637 oder per Mail an soer@stadt.nuernberg.de gemeldet werden. Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf privaten Flächen seien die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer verantwortlich, wird auch hier klargestellt. 

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