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Franken
Umwelt

Weiterhin hohe Waldbrandgefahr in Franken

Zahlreiche Experten warnen weiterhin vor einer hohen Gefahr an Waldbränden in der Region. Die Trockenheit macht dem Boden zu schaffen.
 

Update vom 25.04.2020: Weiterhin hohe Waldbrandgefahr in Franken

Die Waldbrandgefahr in der Region ist weiterhin hoch. Die Regierungen von Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken haben deshalb für das Wochenende "Luftbeobachtung als Maßnahme der vorbeugenden Waldbrandbekämpfung" angeordnet. Sogenannte "schnelle Einsatzhubschrauber (SEH)" kommen dabei zum Einsatz. 

Die Behörden gehen von frühlingshaften Temperaturen am Samstag und Sonntag (26. April 2020) sowie keinem Regen aus. Der Waldbrandindex des "Deutschen Wetterdienstes" meldet hohe Warnstufen für Franken. Insbesondere Mittelfranken steht im Fokus bezüglich der Waldbrandgefahr. 

Wetter-Experten sorgen allerdings mit ihrer Prognose für Hoffnung: Die Meteorologen erwarten zum Wochenstart einen Wetterumschwung. 

Erstmeldung vom 20.04.2020: Hohe Waldbrandgefahr in der Region

Die Waldbrandgefahr in Franken ist derzeit hoch. Zahlreiche Behörden und Ämter sind in Sorge und warnen vor den Konsequenzen für die Umwelt in der Region. 

Zwar fegte am Wochenende (17. bis 19. April 2020) ein Gewitter über Teile Frankens, allerdings betraf dies lediglich eine bestimmte Schneise. Laut Angaben des fränkischen Meterologen Stefan Ochs zog das regnerische Unwetter durch den oberfränkischen Streifen "Ebrach-Ebermannstadt-Pegnitz". Die restliche Region blieb hingegen trocken. 

Waldbrände in Franken? Experten warnen vor Trockenheit

So warnte die "Regierung von Oberfranken" bereits am Freitag vor einer erhöhten Waldbrandgefahr und ordnete eine "vorsorgliche Luftbeobachtung" an. Am Wochenende kamen deshalb "schnelle Einsatzhubschrauber" zum Einsatz, die große Waldgebiete im Blick behielten.

Die "Regierung von Unterfranken" warnte bereits zu Beginn des Monats vor der Gefahr an Waldbränden. Auch in dieser Region flogen deshalb bereits an Ostern und am vergangenen Wochenende Kontrollflüge über den Wäldern. Dabei handle es sich um eine "vorbeugende" Waldbrandbekämpfung, heißt es von der Regierung. 

Neben den regionalen Regierungen warnt auch das "Zentrum für Umweltforschung" in seinem "Dürremonitor" vor den aktuellen Bodenverhältnissen in Franken. Dabei steht Mittelfranken vor allem im Fokus. Dort wird derzeit von "extremer Dürre" gesprochen. Auch Wetter-Experte Ochs warnt vor der Lage in Mittelfranken: Man habe es mit einem "besonders trockenen Streifen zu tun, der von Neustadt/Aisch über Nürnberg bis Neumarkt in der Oberpfalz" verlaufe. In den umliegenden Regionen ist die Rede von "schwerer Dürre". 

DWD-Warnung: Hohe Waldbrand-Gefahr in Franken

Der "Deutsche Wetterdienst" unterstützt die Beurteilung der derzeitigen Lage. Bis zum Wochenende (24. bis 26. April 2020) gilt im "Waldbrandgefahrenindex" für nahezu komplett Franken die Warnstufe 4 von 5. Bei der höchsten Stufe ist von einer "sehr hohen Gefahr" die Rede. "Das dritte Jahr infolge gefährdet die Frühjahrestrockenheit besonders die Waldverjüngung", sagt Johann Koch vom "Bayerischen Bauernverband" zur aktuellen Situation. "Die Wurzeln trocknen aus, die Vitalität der Jungpflanzen ist beeinträchtigt und das führt bis zum Absterben", so Koch. Dies sei Grundlage der Ausbreitung von Schädlingen. 

Die Dürre betrifft allerdings nicht nur die Wälder der Region, sondern ebenfalls die Landwirtschaft. Der "Bayerische Bauernverband" warnt auch in diesem Bereich vor trockenen Böden. Vor allem das Wintergetreide brauche aktuell Wasser, erklärt Johann Graf vom "Bauernverband": "Die Pflanzen befinden sich jetzt in der eigentlichen Schossphase, die Halme streben in Richtung Sonne", so der Experte. 

Die Prognose für die nächsten Tage verspricht zwar einen wolkenlosen Himmel sowie warme Temperaturen, was Spaziergängern gefallen dürfte . Allerdings verheißt dies nichts Gutes für den Wald und die Landwirtschaft. Meteorologe Stefan Ochs warnt zudem vor einem weiteren Phänomen: "Bei der Trockenheit und den starken Winden kann von unbewachsenen Ackerflächen leicht Staub weggeweht werden. In solchen Staubstürmen kann es wegen der sehr geringen Sichtweiten schnell zu Verkehrsunfällen kommen."