Auch Franken ist von den angekündigten Schließungen betroffen. Wie ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage von inFranken.de am Dienstag (28. April 2026) mitteilte, haben die bisherigen Filialen in Ansbach, Kulmbach und Weißenburg keine Zukunft. Dort haben die Türen demnach nur noch bis Juli geöffnet, ehe die Lichter ausgehen.
Die anderen sieben fränkischen Rofu-Geschäfte in Bayreuth, Coburg, Fürth, Goldbach (Landkreis Aschaffenburg), Kitzingen, Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) und Schweinfurt werden hingegen weitergeführt und alle Mitarbeiter übernommen, heißt es seitens des Einzelhandelsriesen.
Deal mit Investor: Schließungen und Kündigungen "leider unvermeidbar"
Insgesamt seien über drei Viertel der Beschäftigten in den Filialen Teilzeitkräfte und Aushilfen, so das Unternehmen. Ihnen droht nun der Verlust ihres Jobs. Die 1035 Mitarbeiter der übrigen Filialen, die weitergeführt werden, werden vom Investor übernommen. Für die Auswahl der Filialen haben laut der Spielwarenkette verschiedene Kriterien geführt, darunter "betriebswirtschaftliche Kennzahlen und die Attraktivität der Standorte für Rofu sowie die Wettbewerbssituation", so die Firma weiter.
"Die Investorenvereinbarung im Rahmen eines Insolvenzplans bietet die Chance, das Unternehmen Rofu zu erhalten. Auch für die Gläubiger erreichen wir damit die bestmögliche Lösung. Der Abbau von Arbeitsplätzen ist schmerzhaft, aber leider unvermeidbar", erklärt Rofu-Geschäftsführer und Pluta-Sanierungsexperte Marcus Katholing. Nur durch diese Lösung sei eine langfristige Fortführung des Unternehmens möglich. Andernfalls hätte der Firma die Einstellung des gesamten Betriebs gedroht.
Die Zentrale am Hauptsitz in Hoppstädten-Weiersbach bleibt erhalten, allerdings soll es im Rahmen des Erwerberkonzepts auch dort einen Personalabbau geben, wie aus der Mitteilung des Unternehmens hervorgeht. "Insgesamt werden dort über 80 der rund 360 Mitarbeiter übernommen", erklärt Rofu. Das Außenlager in Ramstein wird geschlossen.
Insolvenzplan soll Rofu retten: Zustimmung von Gläubigern steht aus
Seit über 40 Jahren ist Rofu Kinderland mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach im Spielwarenhandel aktiv und betreibt nach eigenen Angaben über 100 Filialen deutschlandweit. Zu ihrem Sortiment gehören bekannte Marken wie Lego oder Schleich, Gesellschaftsspiele und Kinderbücher.
Im Januar musste die bekannte Einzelhandelskette Insolvenz anmelden. Anhaltende wirtschaftliche Herausforderungen hätten zu dieser Entscheidung geführt, wie Rofu im Januar auf Anfrage gegenüber inFranken.de erläuterte. Um den langfristigen Erhalt des Unternehmens zu sichern, beschlossen die Verantwortlichen, ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung einzuleiten.
In den nächsten Wochen soll nun gemeinsam mit dem Sanierungsteam von Pluta ein Insolvenzplan erarbeitet werden. Diesem müssen alle Gläubiger von Rofu mehrheitlich zustimmen. Der Abstimmungstermin soll voraussichtlich im Sommer stattfinden. Sollte diesem Plan zugestimmt werden, könnte Rofu ab August 2026 wieder eigenständig agieren und das Insolvenzverfahren beenden.
"Mit gezielten Maßnahmen und dem vorgestellten Restrukturierungsplan wollen wir Rofu wieder profitabel machen und in eine positive Zukunft führen. Der Fokus liegt auf effizienten Prozessen und strategischen Partnerschaften, um die Filialen wirtschaftlich zu betreiben", so Achim Weniger von der Kids & School Holding GmbH.