• Nach einer zweiten Kühl-Panne kann der Impfstoff nicht mehr verwendet werden.
  • In mehreren oberfränkischen Städten und Landkreisen fiel der geplante Impfstart gegen das Coronavirus am Sonntag (27.12.2020) aus.
  • Der Grund: eine Panne in der Kühlkette.
  • Am späten Sonntagabend gab die Regierung bekannt, der Impfstoff könne verwendet werden.
  • Am Montag (28.12.2020) kam die Entscheidung der Landräte: Der Pannen-Impfstoff wird nicht gespritzt.
  • In den Impfzentren in Coburg, Lichtenfels, Kronach, Kulmbach, Hof, Bayreuth und Wunsiedel soll noch am Montag neuer Impfstoff ankommen

Eine mögliche Panne in der Kühlkette bei der Auslieferung des Corona-Impfstoffes hat die Impfungen in zahlreichen oberfränkischen Städten und Landkreisen verzögert. Nachdem Biontech die Impfdosen freigegeben hatte, äußerten die Landräte Zweifel - nun haben das Bayerische Gesundheitsministerium und die Regierung von Oberfranken reagiert. Nun wurde eine weitere Panne bekannt, die den Impfstoff endgültig unbrauchbar macht.

Update vom 31.12.2020: Weitere Impf-Panne zerstört Impfstoff für Oberfranken endgültig

Die in Oberfranken zunächst zurückgehaltenen Impfdosen sind nun endgültig unbrauchbar. Nach der Panne bei der Einhaltung der Kühlkette waren Zweifel an der Wirksamkeit des Mittels aufgekommen. Die Städte Nürnberg und Erlangen hatten sich jedoch bereit erklärt, 500 Dosen zu übernehmen. Kaum zu glauben: Beim neuerlichen Transport wurde der Impfstoff tiefgefroren - und ist damit definitiv nicht mehr verwendbar.

Update vom 28.12.2020: Ursache für Impf-Panne geklärt - neue Impfdosen bereits geliefert

Die Panne um den Impfstoff in Oberfranken scheint geklärt: Laut einer Mitteilung der Regierung von Oberfranken vom Montagabend (28.12.2020) konnte in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege sowie dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit die Ursache für den Fehler in der Kühlkette ermittelt werden.

Im Zuge der Verteilung des Impfstoffes vom Impfzentrum in Bamberg an die übrigen Zentren im Oberfranken, waren Abweichungen bei der Aufzeichnung der Datenlogger, die die Temperatur während dem Transport aufzeichnen, festegestellt worden. Grund dafür war eine fehlende Vorkühlung und die Positionierung des Geräts in der Kühlbox. Der Impfstoff wurde inzwischen zurückgeholt und wird erneut zusammen mit Hersteller Biontech überprüft und bewertet.

Die betroffenen Impfzentren in Oberfranken haben inzwischen neue Impfstoffdosen erhalten, die auch bereits im Laufe des Tages verimpft wurden.

Ursprungsmeldung vom 27.12.2020: Landräte sprechen sich gegen den Pannen-Impfstoff aus

Eine mögliche Panne in der Kühlkette des Corona-Impfstoffes hatte am Wochenende für Verwirrung in Oberfranken gesorgt. Die Regierung versicherte jedoch in einer Pressemitteilung am späten Sonntagabend (27. 12. 2020), dass der "Impfstart in Oberfranken gesichert" sei: Demnach habe Hersteller Biontech aufgrund der Datenlage aus Oberfranken den Impfstoff freigegeben.

"Biontech bestätigt die Qualität der Impfdosen", hieß es in der Mitteilung. Trotz Freigabe entschieden sich die Landräte der betroffenen Landkreise am Montagnachmittag (28. Dezember 2020) dagegen, den Impfstoff einzusetzen. "Da jedoch ein Restzweifel besteht und wir der Bevölkerung gegenüber nur 100 Prozent einwandfreie Impfstoffe anbieten wollen, wird die Charge von gestern nicht verimpft. Sicherheit hat bei diesem sensiblen Thema absoluten Vorrang",  erklärt Landrat Meißner am Montagnachmittag in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Lichtenfels.

"Dieser 'problematische' Impfstoff wird zurückgeholt, fachlich nochmals geprüft und neu bewertet. Sollte das Ergebnis positiv sein, wird der Impfstoff schnellstmöglich verwendet", heißt es vom Bezirksverband Oberfranken.

Laut Staatsministerin Melanie Huml (CSU) sollen die betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte noch am Montag eine weitere Lieferung erhalten. So soll der geplante Impfstart am Montag in Oberfranken eingehalten werden. Eine Übersicht über alle Impfzentren in Bayern mit interaktiver Karte finden Sie hier. 

In Forchheim und Bayreuth wurde bereits mit dem Impfen begonnen

Aus dem Landkreis Forchheim wurde bereits gemeldet, dass mit dem Impfen begonnen wurde. Der Landkreis Forchheim hat dafür ein Impfzentrum im ehemaligen Don-Bosco-Jugendheim in Forchheim eingerichtet. Zudem sollen mobile Impfteams vor allem in den Alten- und Pflegeheimen den Impfstoff verabreichen. 

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Auch in Bayreuth wurde bereits im Hospitalstift geimpft, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Bayreuth. Am Dienstag (29.12.2020) sollen auch die beiden stationären Impfzentren an den Start gehen.

Der Grund für die Panne war am Sonntag (27. 12. 2020) noch nicht ganz nachvollziehbar. Bei der Kontrolle eines Messgeräts, das die Temperatur in den Kühlboxen aufzeichnet, war festgestellt worden, dass die Kühlkette nicht eingehalten wurde. "Beim Auslesen der Temperaturlogger, die in den zentral beschafften Kühlboxen beigelegt wurden, sind Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette für den Impfstoff aufgekommen", teilten verschiedene betroffene Landratsämter mit.

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