Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich die Baustelle des Projektes "Wohnen im Alter" noch im Stadium der Vorarbeiten für das Fundament befand. Besichtigt man heute das größte Bauprojekt in Heroldsbach, kommt man ins Staunen, wie schnell die Arbeiten bereits vorangeschritten sind.

Ähnlich gut geht es nun bei den einzelnen Planungsschritten, die das Haus Mitte 2021 mit Leben füllen sollen. Vor gut fünf Jahren hatten die ersten Planungen für das Projekt begonnen, bevor dann im September 2019 der Spatenstich durch die GBI Wohnungsbau in der Unteren Hauptstraße stattfand.

Die Gemeinde Heroldsbach habe sich für die im Wohn- und Dienstleistungszentrum entstehenden einkommensorientiert geförderten Wohnungen ein Benennungsrecht für die Dauer von 25 Jahren gesichert, um den Bürgern von Heroldsbach einen bevorzugten Zugang zu diesen Wohnungen zu ermöglichen, erklärte Bürgermeister Benedikt Graf von Bentzel (CSU) bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dieses Benennungsrecht sollte möglichst sozial gerecht ausgestaltet werden, was Mathias Abbe und seinem Team von der Seniorenhilfe-Genossenschaft gelungen sei.

Zunehmende Vereinsamung

Das Wohnen der Zukunft braucht neue Konzepte, davon ist die Interessengemeinschaft "Wir für uns" überzeugt. "Wir müssen vom Ich zum Wir kommen", sagte Mathias Abbe, denn "die wichtigsten Fragen sind die, die uns zueinander führen". Die bisherigen Gespräche und Anfragen hätten gezeigt, dass es umfassenden Beratungs- und Unterstützungsbedarf besonders bei älteren Mitbürgern bei der Beratung und Antragstellung gibt. Die Gemeinde habe großes Interesse daran, das gesicherte Benennungsrecht auszuschöpfen, um den Einzug der Bürger aus dem Gemeindegebiet bei der Erstbelegung der Wohnungen zu ermöglichen, erklärte Abbe. Der zunehmenden Vereinsamung von Menschen im Alter entgegenzuwirken, ist für ihn eine der wichtigsten Motivationen für sein Engagement.

Insgesamt sind es 28 Wohneinheiten, wovon für 25 Wohnungen die Gemeinde ein Benennungsrecht für 25 Jahre hat. Drei Wohnungen sind frei vermietbar.

"Wir müssen Informationsveranstaltungen, persönliche Beratungen und die Bewertung der Bewerbungen anhand vieler Kriterien durchführen. Dazu braucht es erfahrene Personen und Zeit, um Senioren und Bewerber für die Wohnungen dabei zu unterstützen, die Anträge auszufüllen", berichtete der Bürgermeister.

Bewerbungskriterien

Für eine Wohnungsbewerbung seien unterschiedliche Kriterien festgelegt, erläuterte Abbe dem Gemeinderat und hob dabei hervor, dass die Bewerber einen Wohnberechtigungsschein beantragen müssten, der für den Bezug der Wohnung erforderlich sei. Kriterien seien ein Mindestalter von 65 Jahren, das Einkommen, und man müsse in der Gemeinde mit Wohnsitz gemeldet sein.

"Auf eine in der Gemeinde kursierende Falschmeldung möchte ich unbedingt hinweisen", betonte Mathias Abbe. "Es gibt eine Einkommensbegrenzung, das ist richtig. Dazu gehört jedoch nicht das eigene Haus, denn Vermögen ist nur dann relevant, wenn man daraus ein Einkommen erzielt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn man Mieteinnahmen hat. Wenn mehr Wohnungsbewerbungen vorliegen, als Wohnungen vorhanden sind, entscheidet die Gemeinde laut einem Vergabekonzept nach sozialen Gesichtspunkten wie Alter, Pflegegrad, Behinderung usw. Wir werden zeitnah mit den Informationsveranstaltungen beginnen und persönlich Hilfestellung dazu leisten." Die Termine würden im Nachrichtenblatt rechtzeitig bekanntgegeben.

Der Gemeinderat beschloss das von der "Wir für uns" eG vorgestellte optimierte Wohnungsvergabe-Konzept mitsamt den Kriterien und stimmte auch der unterstützenden Dienstleistung zur gewünschten umfassenden Ausgestaltung des Benennungsrechts der Gemeinde Heroldsbach zu.

Zuschüsse zu Pflegearbeiten

Ebenfalls verabschiedete das Gremium den Feuerwehrbedarfsplan. Des Weiteren beschlossen die Räte vorbehaltlich zur Verfügung stehender Haushaltsmittel für die Jahre 2020 bis 2025 für die Pflegearbeiten der Sportplätze auf Antrag einen freiwilligen Zuschuss in Höhe der nachgewiesenen Kosten, maximal 4000 Euro je Rasenspielfeld sowie 3000 Euro für den Tennisplatz. Ferner stimmte das Gremium einer Kostenübernahme in Höhe von maximal 4000 Euro für den Schulsportplatz zu.