Es zieht wieder Leben ein in den kleinen bunten Waldplatz am Serlbacher Ortsrand. Zehn lange Wochen mussten sie warten. Gestern war es endlich soweit: Erleichtert fallen die Waldstrolche ihren Erzieherinnen in die Arme. Kein Trennungsschmerz beim Abschied von Mama und Papa. Stattdessen strahlende Kinderaugen und einfach nur große Freude, dass ihr geliebter Kindergarten, auf den sie so lange verzichten mussten, wieder offen hat.

Einige Eltern nutzten bereits die Notgruppe in den vergangenen Wochen. Seit gestern dürfen wieder alle 23 Kinder zurück in ihren Waldkindergarten. "Die Sehnsucht war groß", sagt Barbara Langguth aus Forchheim (Foto oben). Ihre Tochter Edda (3) hat sich sehr gefreut, dass es wieder losgeht. "Sie hat sich schon genau überlegt, was sie jetzt als erstes macht." Die vergangenen Wochen verbrachten sie auch zuhause viel im Wald. "Man lebte so von Tag zu Tag. Aber die anderen Kinder haben ihr sehr gefehlt", erzählt Langguth.

Stolz zeigen die Kinder Mitgebrachtes von zuhause. Stürzen sich auf den Waldplatz, als wäre keine Zeit vergangen. Das Infektionsschutzgesetz und die strengen Hygienevorschriften aufgrund der Corona-Pandemie werden aber selbstverständlich auch im Wald eingehalten. Gemeinsam mit den weiteren Waldkindergärten des Landkreises wurde ein "Corona-Exit-Plan" erarbeitet. Die Kinder dürfen normal miteinander spielen, die Erzieher untereinander müssen allerdings auf Abstand zueinander gehen. Beim Bringen und Abholen dürfen nur zwei Eltern gleichzeitig bis zur Waldhütte. Dort wird das Kind abgegeben. Eltern müssen dann über den direkt angrenzenden Bolzplatz den Kindergartenbereich verlassen. "Ein Einbahnstraßen-System, um das Ganze zu entzerren", erklärt Katrin Kroder, pädagogische Leiterin der Waldstrolche.

Flüssigseife und Fließendwasser

Die Stückseife wurde durch Flüssigseife ersetzt, auch ein Kanister mit Fließendwasser wurde installiert, um ein ständiges Händewaschen mit frischem Wasser gewährleisten zu können. Die Hütte darf zum Spielen oder Ausweichen bei schlechtem Wetter nicht genutzt werden. Doch bei all diesen Einschränkungen: "Wir freuen uns jetzt einfach, dass es wieder losgeht. Die Zeit zuhause kam uns allen lang vor und die Eltern hatten mit Homeoffice, Haushalt und Kinderbetreuung vieles zu organisieren. Ein großes Lob an die Eltern, sie haben das geduldig gemeistert."

Auch Vanessa Bähr aus Buckenhofen ist froh, dass der Kindergarten wieder seinen Betrieb aufnehmen konnte. Sie und ihr Mann sind beide selbstständig. Ihr Sohn Moritz (5) zählte bereits die Tage. "Zum Ende hin hat es schon sehr gezehrt. Man konnte ja zunächst nicht einmal auf den Spielplatz. Er braucht die sozialen Kontakte", so die Mutter.

Sie überbrückte die kindergartenfreie Zeit mit viel Basteln, Gartenarbeit und bemalte Karten für seine Kindergartenfreunde. "Es war auch schwierig, die Waage zu finden zwischen: Sei vorsichtig und hab keine Angst", findet Bähr.

Nicole Fischer aus Marloffstein hatte ihren Sohn Moritz, ebenfalls 5, bereits in der Notbetreuung. Als Psychologin konnte sie nicht im Home Office arbeiten. "Anfangs war es noch ganz nett. Irgendwann bin ich aber extrem an meine Grenzen geraten", erzählt sie.

Auch Mark Sauerborn aus Forchheim ist erleichtert über den wiedergewonnenen Alltag: "Wegen mir hätte der Kindergarten schon viel früher aufmachen können", sagt der Vater von Linda (4).

Jetzt darf im Wald endlich wieder gespielt und getobt werden. Die lange Pause ist endlich vorbei.