Seit neun Jahren warten Schüler, Lehrer und Eltern auf die Erneuerung der Adalbert-Stifter-Schule (AST). Die Generalsanierung war wiederholt verschoben worden, weil es noch dringlichere Schulprojekte (Reuth, Kersbach) gab. Der hohe Preis von knapp zehn Millionen Euro, der nun für die Sanierung der AST zu zahlen sei, müsse auch als Folge der Verschiebungen gesehen werden, meinte CSU-Stadtrat Holger Lehnard. Auch Sigrun Wagner (im Hochbauamt für Neubauten zuständig) betonte, dass sich der Zustand der AST seit den Sanierungsplänen im Jahr 2008 "erheblich verschlechtert" habe. "Dadurch sind die Kosten erheblich gestiegen."
Erleichtert nahm der Planungsausschuss daher die Ideen des Forchheimer Architekten Ralf Bahl auf, die nicht nur bei Sebastian Körber (FDP-Stadtrat und selbst Architekt) den Eindruck einer "schönen Austarierung zwischen Ökonomie und Ökologie" hinterließen.


85 Prozent Einsparung

Wobei für den ökologischen Teil der Bau-Physiker Wilfried Krah (Basic GmbH) zuständig ist, der in der sanierten Schule bei der Primärenergie Einsparungen von 85 Prozent prognostizierte. Erzielt wird dieser ökologische Effekt durch den Anschluss an das Nahwärme-Netz. "Denn der Königsweg der Wärmedämmung entfällt in der Stifter-Schule", erläuterte Krah; die Fassade dürfe ja aus denkmalpflegerischen Gründen nicht angetastet werden. Folglich könnten energetische Einsparungen durch bauliche Veränderungen nur durch bessere Fenster und durch eine Dämmung des Dachs erzielt werden. "Die Verbesserungen liegen hier aber nur bei 20 Prozent", betonte Krah.
Architekt Ralf Bahl führte den Stadträten im Planungsausschuss die Bilder der in Teilen maroden Schule vor Augen: Nicht nur die Fassaden der zwischen 1962 gebauten und bis 2006 immer wieder erweiterten Schule sind beschädigt. Das Mobiliar ist abgewohnt, die Toiletten stinken, die Infrastruktur in den Klassenzimmern ist hoffnungslos veraltet. 5500 Quadratmeter werden saniert. Räume werden verlagert. Die Hausmeisterwohnung muss weichen, damit ein 20. Klassenzimmer entstehen kann.
Etwa 3,9 der 9,8 Millionen Euro muss die Stadt selbst bezahlen, der Löwenanteil wird aus Zuschüssen finanziert. Ab Sommer 2017 soll gebaut und saniert werden. Der Schulbetrieb wird auf dem Gelände weiterlaufen; die Schüler, die vom ersten Bauabschnitt betroffen sind, werden in Containern unterrichtet.
Manfred Hümmer (FW, Jahrgang 1961), der selbst Schüler in der AST war, freute sich: "Die Sanierung der Schule ist eine Aufwertung des ganzen Stadtteils." Holger Lehnard (CSU) bezweifelte jedoch, dass es bei den vier Millionen Euro Eigenanteil der Stadt bleiben werde. Außerdem drängten er und Reinhold Otzelberger (SPD) darauf, eine Beteiligung der Forchheimer Stadtwerke bei der Energieversorgung zu untersuchen. Das habe er bereits getan, sagte Bau-Physiker Krah und verwies auf ein umfangreiches Dokument, das der Stadt vorliege. Ergebnis: Das von den Forchheimer Stadtwerken angebotene Biogas sei "nicht CO2 -neutral" und auch "von den Kosten nicht attraktiv".
Die Grüne Stadträtin Sabine Dittrich lobte Krahs "zukunftsorientierte Energiekonzept". Um es noch effektiver zu machen, regte Philipp Blümlein (JB) eine "Innendämmung" an. Doch der Bau-Physiker winkte ab: Darunter leide das Raumklima. Zudem stünden die 1,5 Millionen Euro, die dafür investiert werden müssten, in keinem Verhältnis zu den Einsparungen.