Beim "InFra nken-Kick" geht es um ein Duell mit unterschiedlichen Zielrichtungen. Während die Gastgeber aus Mittelehrenbach im zehnten Jahr Kreisklassenzugehörigkeit versuchen, den Kopf aus der Abstiegsschlinge zu ziehen, wollen die Weilersbacher die Spitze in der Kreisklasse 2 nicht davonziehen lassen. Im Derby der Kreisliga 2 erwartet der neue Tabellenführer einen Aufsteiger.


Kreisklasse 2 ER/PEG: SV Mittelehrenbach (12.) - SV Weilersbach (6.)

Beide Mannschaften haben sich in der Vorwoche nicht mit Ruhm bekleckert. Weilersbach stolperte am Sonntag mit einer 1:3-Pleite auf eigenem Geläuf gegen Kleinsendelbach in die Rückrunde, Mittelehrenbach musste heuer bereits zwei Mal auswärts antreten und ging mit 0:4 in Kleinsendelbach sowie 1:4 bei Neunkirchens zweiter Garnitur jeweils klar als Verlierer vom Platz.


Uri bereiten Tore Kopfzerbrechen

Für Christian "Uri" Ursprung, seit Saisonbeginn in Mittelehrenbach am Ruder, sind die beiden Niederlagen verdient gewesen. Obwohl der Kader noch nicht vollständig besetzt war, bereiteten ihm die jeweils vier Gegentore etwas Kopfzerbrechen: "Es zeigt mir die Verunsicherung meiner Spieler, wobei wir in Kleinsendelbach wirklich kaum etwas entgegen setzen konnten. Vorige Woche war es bereits wesentlich besser und wir gingen mit einer 1:0-Führung gegen Neunkirchen in die Pause, haben den Sack dummerweise nicht zugemacht und mussten danach vor allem wegen fehlender personeller Alternativen klein bei geben."
Nach Ursprungs Meinung liegt darin der Schlüssel: "Es ist halt einfach unser Manko, dass wir einen sehr begrenzten Kader haben und bei Ausfällen von zwei, drei Leuten einfach keinen gleichwertigen Ersatz stellen können. Gegen Neunkirchen waren unsere beiden derzeit besten Torschützen Tobias Meixner und Christian Kirchner zum Skifahren."
Überhaupt zeige sich die Kellerregion in diesem Jahr als Haifischbecken: "Immer wenn man glaubt, einer der Mitkonkurrenten gibt nach, holt er sich plötzlich irgendwo Punkte, die keiner erwartet hatte. Das wird noch eine verdammt enge Kiste heuer. Vermutlich machen bis zum Ende fünf Mannschaften die drei Abstiegsplätze aus." Wobei einzig Willersdorf schon sehr abgeschlagen scheint. Auf Fabian Fritsch muss Ursprung beruflich bedingt verzichten: "Er ist mit seiner Bereitschaftseinheit beim Club gegen Leipzig und fehlt mir ganz besonders."


Bergmann will nichts beschönigen

Apropos Club: Gästetrainer und Ex-Nürnberger Christian Bergmann will gar nicht um den heißen Brei herumreden: "Wir sind schlecht gestartet, da gibt es nichts zu beschönigen. Klar muss man den Kleinsendelbachern auch konstatieren, dass sie eine gute Truppe mit jungen Talenten haben. Aber das haben wir auch und gingen zu Hause nach gutem Beginn in Führung." Doch schon bis zur Pause stand das 1:3-Endresultat fest - und damit der "klassische Fehlstart", räumt Bergmann ein, der einst für die zweite Mannschaft des FCN das Tor hütete.
"Es ist heuer noch einiges möglich in der Spitzengruppe. Der Erfolg von Ebermannstadt in Hallerndorf am vergangenen Sonntag hat gezeigt, dass noch niemand für eine Meisterfeier planen kann. Jede Woche kommt es zu direkten Duellen und die Top-Teams nehmen sich meist gegenseitig die Punkte ab." Schon deshalb gilt es dranzubleiben und den Ausrutscher der Vorwoche wett zu machen.
Ein weiteres Ziel hat der 33-Jährige ebenfalls festgelegt und übt Kritik an der Mannschaft: "Wir müssen wieder konstanter in den Leistungen werden, wir haben zuletzt zu oft ,Hui' und ,Pfui' abgeliefert. Das reicht zwar für die Liga, bringt dich aber sonst nicht weiter." Dass es seine Leute drauf haben, zeigen ihm die Spiele gegen die Mitkonkurrenten um die Aufstiegsplätze und die kleine Serie von sechs ungeschlagenen Spielen zwischendurch. Im Hinspiel trennte man sich mit 2:2, aber Bergmann, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, gibt die Richtung vor: "Wir haben in Mittelehrenbach für den Fehlstart etwas gutzumachen!"