Eine besondere Gratwanderung stellt die stade Zeit für Profisportler dar. Speziell der internationale Tenniszirkus kennt kaum eine Pause. Kevin Krawietz (28) ist über die Feiertage zu Hause in Coburg, wünscht sich manchmal aber weit weg von den duftenden Plätzchen seiner Mutter. Corona ändert an den Plänen des zweifachen French-Open-Siegers im Doppel indes wenig.

"Mein aufregendstes Weihnachtsgeschenk war kein Tennisschläger, sondern ein Billardtisch, als ich ungefähr elf Jahre alt war. In den Tagen vor Heiligabend war ich voller Vorfreude und habe alle mit meinem Wunsch genervt, doch jeder hat gesagt, dass ein Billardtisch nicht machbar ist. Am Abend des 24. Dezember stand er plötzlich im Hobbykeller.

Zu essen gab es bei uns meistens einfach Schinken im Brotteig, an den Feiertagen dann Braten. Erst nach dem Essen sind wir in die Kirche gegangen, weil die Messe bei uns in Witzmannsberg sehr spät war. Auch heuer feiern wir wie immer im kleinen Familienkreis. Es kann allerdings sein, dass meine Tante wegen Corona nicht kommt.

Der Kalender sieht vor, dass ab Januar in Australien gespielt wird, daher bin ich nach den Feiertagen meistens auf dem Weg dorthin und verbringe Silvester nicht in der Heimat. Ich muss also zwischen den Jahren fit bleiben und darf nicht schlemmen. Das fällt mir bei dem üppigen Essen und den leckeren Plätzchen meiner Mutter besonders schwer. Ganz verzichten muss ich nicht, aber ich brauche Disziplin."