Der Infran-ken-Kick aus der Kreisklasse 1 zwischen der DJK Oesdorf und der DJK Wimmelbach passte sich dem Spruch des ehemaligen nordirischen Nationalkapitäns Martin O'Neill an, der einst befand: "Das Beste, was man machen kann, ist, das 0:0 zu halten, bis man ein Tor erzielt." Freilich war das Derby kein Leckerbissen, es lebte vom Kampf und der am Ende buchstäblichen Dramatik. Zwei Minuten vor dem Abpfiff stocherte Torjäger Milan Todorovic die Kugel nach einem Eckball in die Maschen und verursachte kollektives Dampfablassen seiner Leute.

DJK Oesdorf - DJK Wimmelbach 1:0
Während Oesdorfs Coach Florim Nreci nach dem späten 1:0 jubelnd bis in den Mittelkreis sprang, stand Gästetrainer Reinhard Marsching wie versteinert an der Außenlinie und zitierte eine Fußballer-Weisheit: "Wenn du unten stehst, klebt dir die Kacke an den Stiefeln." Durch die Punktgewinne von Vestenbergsgreuth und Bubenreuth war dies
sogar ein ganz großer Fladen am Kühberg, während der Oesdorfer Sieg durch die Niederlagen der Konkurrenten Höchstadt und Hemhofen noch mehr an Gewicht bekam.

Es war ein typisches Nachbarschaftsderby, das glanzloses Gekicke bot und chancenarm dahin plätscherte. Kaum Kombinationsspiel, kaum Aufregung vor den Toren, dafür Verbissenheit zwischen den Strafräumen. Schnell wurde klar, zum Zunge schnalzen wird das nix. Schiedsrichter Armin Schmidt tat in der Anfangsviertelstunde gut daran, drei Gelbe Karten zu zücken. Gespielt wurde aber auch: Der trickreiche und wendige Matthias Pinzel setzte zu hoch an, als die Gästedefensive allzu leichtfertig den Ball verlor (11.). Schleicher zwang den gut aufgelegten Alexander Fediouk im Wimmelbacher Tor zu einer ersten Glanzparade (24). Damit hatten beide Reihen ihr Pulver bis zur Halbzeit schon verschossen. Möglichkeiten, die das Wort Chance verdient hätten, gingen gegen Null.

Es schien, als wollten beide Seiten nach der Pause den ersten Abschnitt vergessen machen. Jim Lutumba tauchte vor Keeper Jörg Winkler auf und schickte ihn schon in die lange Ecke. Mit einem tollen Reflex parierte er dennoch. Milan Todorovic war im direkten Gegenzug auf und davon, scheiterte aber am mutigen Eingreifen von Fediuok (52.). Es folgte die stärkste Phase der Hausherren, die den Druck erhöhten, ohne jedoch Zwingendes zu produzieren. Daniel Gößwein legte bei einem Gästekonter für Alexander Tully auf, der jedoch zur Ecke geblockt wurde (69.). Die vermeintliche Führung nach Kopfball von Todorovic, der sich regelwidrig gegen Keul einsetzte, pfiff Schiri Schmidt zurück (79.). Dann durfte der Goalgetter aber doch noch jubeln. Eine vermeidbare Ecke brachte Wimmelbach um den Lohn, als am langen Eck die Fußspitze des Serben zum 1:0 zur Stelle war (88.). Ein Gebrüll brach los, der angestaute Druck entlud sich in einem Jubel-Inferno. Der Torschütze quittierte indes die insgesamt siebte Verwarnungskarte nach Ausziehen des Trikots mit einem Lächeln.


Die Meinung der Trainer

Gästetrainer Marsching war niedergeschlagen: "Ich bin frustriert. Wir hätten uns mindestens den einen Punkt verdient gehabt mit unserer couragierten Leistung. Es war ein Spiel mit vielen Ballverlusten auf beiden Seiten, typisch Derby halt, ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen, aber wir nehmen den Schwung von heute mit."

Nreci, der vor allem im zweiten Abschnitt mit seinen Leuten grantelte, zeigte sich versöhnlich: "Ich wusste, dass es nicht einfach wird, gegen Wimmelbach tun wir uns meistens schwer. Am Ende sehe ich unseren Sieg verdient, weil wir spielerisch mehr geboten haben."

DJK-SC Oesdorf: Winkler - Glaser, Tannigel, Schachtner, Haradinaj, Warter, Schleicher, Pinzel, Todorovic, Uyar, Conocchia, (Pudler, Heigl, Sales-Kaluza)

DJK Wimmelbach: Fediouk - Pihl, Schwarzenbach, Brandmeier, Keiner, Daniel Gößwein, Kluge, Keul, Lutumba, Thomas Griesbeck, Frank Griesbeck, (Florian Gößwein, Schwarzmann, Tully)