2012 stieg Michael Kuhn mit der SpVgg Reuth in die Kreisklasse auf. Inzwischen hat der 25-Jährige mit dem FC Schlaifhausen zwei brisante Duelle gegen seinen Ex-Verein hinter sich.

Wer hat Sie angespielt?
Michael Kuhn: Felix Burkel, mit dem ich 2012 mit der SpVgg Reuth in die Kreisklasse aufgestiegen bin. Zuvor waren wir im selben Kindergarten und in der Grundschule.

Überrascht Sie die steile Karriere Ihres ehemaligen Teamkollegen?
Überhaupt nicht. Felix hat nach der A-Jugend einen riesigen Sprung gemacht. Da war es abzusehen, dass er bald höherklassig spielen wird. Aus meiner Sicht ist er einer der komplettesten Stürmer im Spielkreis. Seine Torquote ist trotz beziehungsweise gerade wegen seiner relativ geringen Einsatzzeit bei Jahn Forchheim sensationell.

Bereuen Sie, es nie oberhalb der Kreisklasse versucht zu haben?
Nein. Ich fühle mich in der Kreisklasse wohl. Das ist eine geile Derby-Liga.

Mit dem FC Schlaifhausen haben Sie die Verfolgerrolle inne. Kommen Sie so vielleicht doch noch ins Kreisoberhaus?
Ich fürchte, dass Heroldsbach, Ebermannstadt und Kleinsendelbach zu konstant sind, als dass wir sie noch einholen können. In den entscheidenden Spielen gegen diese drei Spitzenteams hatten wir nicht das nötige Glück, sonst würden wir noch weiter oben stehen. Unser Kader ist sehr ausgeglichen. Wenn wir auswechseln, gibt es kaum einen Qualitätsverlust. In Schlaifhausen lautet die Devise, auf Einheimische zu setzen. Die Kreisliga ist zwar reizvoll, aber bevor wir lauter Auswärtige holen, bleiben wir lieber in der Kreisklasse 2.

Was war der Grund für Ihren Wechsel von Reuth nach Schlaifhausen?
Ich wollte schon länger mal etwas anderes probieren. Ich kannte FC-Trainer Wolfgang Auer von seinem Jahr bei der SpVgg. Als das Angebot als Co-Trainer kam, musste ich nicht lange überlegen. Von Wolfgang kann ich mir viel abschauen. Er hat großen Fußballverstand und weiß immer genau, was er sagt. Er bezieht mich in alle Entscheidungen mit ein. Ich finde, wir ergänzen uns gut.

Mit ihrem neuen Verein haben Sie schon zwei Duelle gegen den Ex hinter sich. Und zwei Mal hatten Sie eine Hauptrolle inne...
Erst am Sonntag habe ich in der 90. Minute relativ unspektakulär das 3:1 erzielt und nicht großartig gejubelt. Mehr Diskussionen gab es nach dem Hinspiel: Wir bekamen kurz vor Schluss einen Elfmeter, meine Mitspieler wollten, dass ich ihn schieße. Da die Partie praktisch entschieden war, fanden das die Reuther nicht so toll.

Hat die Beziehung darunter gelitten?
Nicht wirklich. Deshalb geht mein Steilpass nach Reuth zu Benedikt Wenzel. Er ist durch Felix' Bruder Max zu uns gewechselt, als ich aus der Jugend rauskam. Er ist ein schlampiges Genie, weil er eine starke Veranlagung hat, aber schnell den Kopf in den Sand steckt, wenn eine Aktion nicht gelingt.

Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.