In der Fußball-Kreisliga 1 ER/PEG hat der erste Spieltag des Jahres 2018 einen Trainerrücktritt zur Folge (siehe Artikel unten auf der Seite). Der SC Oesdorf hat indes die Chance verpasst, näher an die drittplatzierte SpVgg Heßdorf heranzurücken, die im Spiel bei Ortsnachbar Großenseebach nicht über ein 3:3 hinauskam. Sogar innerhalb der Gemeinde wurde in Heroldsbach gekickt, wo es lange nach einem Auswärtssieg für Oesdorf aussah, doch in der Schlussphase versagten den Gästen die Nerven. Die Hausherren hingegen agierten über weite Strecken harmlos, hatten jedoch das nötige Quäntchen Glück, um das prestigeträchtige Nachbarschaftsduell zu drehen. Die SpVgg Zeckern teilte zum ersten Mal in dieser Saison die Punkte, so dass der SV Buckenhofen mit drei Zählern Vorsprung Spitzenreiter bleibt.


SpVgg Heroldsbach - SC Oesdorf 2:1

Konsterniert wirkten die Spieler des SC Oesdorf nach Abpfiff, so richtig wussten sie nicht, wie sie dieses Spiel verlieren konnten. Denn vieles deutete in einem von gleich drei Derbys der Kreisliga 1 auf einen Auswärtserfolg hin, doch ein gehaltener Strafstoß wurde zum Weckruf für die Hausherren. Dabei hätte der favorisierte Tabellenvierte bereits nach fünf Minuten jubeln müssen: Einen flachen Freistoß wehrte SpVgg-Keeper Tobias Gügel nur nach vorne ab, Cem Camuz trat beim eigentlich leichten Abstauber über den Ball.

Trotz des Fehlversuchs blieben die Gäste spielbestimmend und kontrollierten das Geschehen, zündende Ideen blieben allerdings Mangelware, so dass die Ausflüge in die Box nur wenig Gefahr ausstrahlten. "Die Oesdorfer waren schon überlegen, aber so viele hundertprozentige Chancen hatten sie gar nicht", bestätigte der scheidende Heroldsbacher Übungsleiter Stefan Hiltl.

Glück hatte seine Mannschaft nach 20 Minuten, denn Phillip Götz hätte nach lupenreiner Ohrfeige an seinem Gegenspieler eigentlich unter die Dusche gehört. Da die Tätlichkeit nicht geahndet wurde, obgleich sie direkt vor den Augen des Linienrichters stattfand, spielten beide Teams mit elf Mann weiter. In der Folge erspielten sich die Oesdorfer gegen harmlose Gastgeber weitere Gelegenheiten, doch die Schüsse von Camuz, Miguel Gonzalez und Johannes Schleicher gingen zumeist neben oder über das Gehäuse, so dass es torlos in die Kabinen ging.

Im zweiten Abschnitt gelang es dem SC, auch den letzten Pass gut anzusetzen und sich gefährliche Chancen zu kreieren. So setzte Sturmspitze Senad Bajric den Ball zunächst knapp über den Querbalken (47.), einen Freistoß zirkelte er eigentlich formvollendet in den Winkel, doch Gügel wischte das Leder aus dem Dreieck (58.). Bei der anschließenden Ecke war der Schlussmann aber machtlos: Alban Nreci knallte das zunächst geklärte Spielgerät aufs Tor, da der Ball noch abgefälscht war, wurde er unhaltbar (59.).

Nach 20 Minuten Leerlauf hätte Oesdorf den Dreier eintüten können, doch Gonzalez scheiterte per Elfmeter (verursacht von Schleicher an Bajric) an Gügel, den Nachschuss setzte Jose Kaluza an den Pfosten (78.). "Insgesamt hat es gut ausgeschaut. Knackpunkt war der Elfmeter. Wenn wir den reinmachen, ist das Spiel gelaufen", konstatierte Gästecoach Florim Nreci. Stattdessen wurde die überwiegend harmlose Heroldsbach-Offensive vom Fehlschuss wachgerüttelt und suchte selbst den Weg nach vorne. Alexander Vogt vollendete einen schnellen Konter, indem er im Eins-gegen-Eins die Nerven behielt und über den herausgelaufenen Keeper Jörg Winkler ins Netz lupfte (82.).

Wenig später hätte Vogt gegen völlig konsternierte Gäste alles klarmachen können, schoss aber aus kurzer Distanz über das Tor. "Der Gegner hat am Schluss mehr daran geglaubt und mehr gekämpft als wir", berichtete Nreci, der in der Nachspielzeit auch noch das 1:2 hinnehmen musste. Götz setzte Fabian Dotzler in Szene, der das Leder aus kurzer Distanz zum umjubelten Siegtreffer in die Maschen wuchtete. "Für meine Nerven war das natürlich nicht so gut", sagte Hiltl chmunzelt über den späten Derby-Erfolg.
SpVgg: Gügel - Hiltl, Feeß, Schleicher, Sommermann (61. Steube) - Safra, Mideck (80. Brandmeier), Baumer, Dotzler, Vogt, Götz (35. Kaube)
DJK-SC: Winkler - Tannigel, Lechner, Schachtner, Hilz (81. Glaser), A. Nreci, Haradinaj, Gonzalez, Camuz (68. Kaluza), Schleicher (46. Martin), Bajric
SR: Johannes Gründel (FC Herzogenaurach) / Zus.: 150 / Tore: 0:1 Alban Nreci (59.) , 1:1 Alexander Vogt (82.), 2:1 Fabian Dotzler (92.)


Christian Martin tritt zurück

Christian Martin ist nicht mehr Trainer des 1. FC Burk. "Ich habe den Verein und die Mannschaft nach dem Spiel offiziell informiert, dass ich mein Amt mit sofortiger Wirkung niederlege", sagte der 48-Jährige am Sonntagabend. Die Entscheidung sei keine Kurzschlussreaktion auf das 0:7 gegen Kersbach gewesen, vielmehr habe er bereits vor einer Woche kurz vor dem Rücktritt gestanden. "Die erste Mannschaft trainiert seit Wochen nur mit vier, fünf Mann. Ich habe angesichts des kleinen Kaders keine Möglichkeit einzugreifen", begründet Martin seinen Schritt. Nach dem 0:3 im Stadtteilderby sei Burk völlig eingebrochen. "Ich bin zu ehrgeizig und erfolgsorientiert, um die Saison so ausklingen zu lassen", erklärte Martin. rup