Petri Kujala, Trainer des Eishockey-Zweitligisten Bayreuth Tigers, hat die erste Hälfte seines Lebens in Finnland verbracht, seit etwa 25 Jahren lebt und arbeitet der 50-Jährige in Deutschland, was große Auswirkungen auf sein Weihnachtsfest hat. Über Sauna und zwölf Kilo Sau an Heiligabend berichtet der Trainer des Eishockey-Zweitligisten Bayreuth Tigers im neunten Türchen unseres Adventskalenders.

"In Finnland hatten wir anders als in Deutschland zu Weihnachten viel und oft Schnee. Die Finnen gehen eigentlich immer in die Sauna, das darf auch am 24. Dezember vor dem Essen nicht fehlen. Eine Tradition bei uns ist gepökelter Schinken. Wir hatten immer zwölf Kilo für die gesamte Familie. Das hat natürlich für alle Feiertage gereicht. Manche bevorzugen Fisch statt Schwein. Dazu gibt es in der Regel einen Auflauf mit Kartoffeln und Karotten. Der Weihnachtssalat besteht aus roter Beete, Gewürzgurken und einem Sahne-Essig-Dressing. Meine Frau ist Deutsche und ich war schon seit 25 Jahren an Weihnachten nicht mehr in Finnland. Inzwischen bin ich an Heiligabend Würstchen mit Kartoffelsalat gewohnt. Der Vorteil ist der geringere Aufwand. Der größte Unterschied, seitdem ich in Deutschland bin, ist aber, dass ich Weihnachten fast immer mit den Teamkollegen verbringe. In Finnland gibt es zu dieser Zeit zwei Wochen Eishockey-Pause.

Es war für mich ein Schock, dass hierzulande am 2. Feiertag gespielt wird. Als aktiver Profi genauso wie als Trainer braucht man daher viel Verständnis von der Frau und der Familie, sie sind die Leidtragenden. Es ist kaum möglich, die Verwandtschaft über Weihnachten zu besuchen. Daher versuche ich, das im Sommer nachzuholen und etwas zurückzugeben. Auch heuer sind zwischen dem 23. und 30. Dezember für uns vier Spiele angesetzt. Für mich wird Weihnachten also trotz Corona wohl wie immer ausschauen. Für meine Spieler hat dieses Programm den Vorteil, dass sie nicht so sehr auf die Ernährung achten müssen, da sie auf dem Eis hoffentlich viele Kalorien verbrauchen."