Eine "unendliche Geschichte" neigt sich nun doch dem Ende, oder besser gesagt, dem Anfang entgegen. Denn am Wochenende fand mit großer Beteiligung der Ortsbevölkerung der symbolische Spatenstich für den Neubau eines Feuerwehrhauses gegenüber der Tennisanlagen in Behringersmühle statt.

Kreisbrandrat Oliver Flake zeigte sich dabei sehr glücklich das im Marktgemeinderat die Entscheidung für den Neubau eines Gerätehauses für die strategisch sehr wichtig gelegene Ortsfeuerwehr Behringersmühle getroffen wurde.

Denn die Feuerwehr Behringersmühle, deren Schutzbereich auch die Ortschaften Moritz und Wölm umfasst, sei ein wichtiger Rettungsstandort für die Gefahrenabwehr im gesamten Landkreis Forchheim und darüber hinaus.

Flake verweist dabei auf die Nähe zur Bundesstraße und den zahlreichen Gastronomie- und Beherbergungsbetrieben im Schutzbereich der Feuerwehr
Behringersmühle. Bereits vor 35 Jahren hatte Flakes Vorgänger im Gößweinsteiner Gemeinderat auf die dringende Notwendigkeit eines Neubaus für ein Gerätehaus in Behringersmühle sowie auf die Neubeschaffung eines neuen Feuerwehrautos LF8 mit der Möglichkeit der Unterbringung von Atemschutzgeräten hingewiesen. Seit dem suchte man in Behringersmühle nach einem Standort für den Neubau.


Brand brachte die Wende

Verschiedene Standorte waren dann im Gespräch. Wie der Behringersmühler Bahnhof oder gegen den Willen der Bevölkerung sogar der Bau eines Gerätehauses mitten in den Behringersmühler Kurpark. Nachgedacht wurde auch über eine Sanierung des Gemeindehauses in der Ortsmitte wo das betagte Fahrzeug der Wehr in einer sehr beengten Garage noch immer steht. Bis es im April 2013 im Gemeindehauses brannte und das Obergeschoss unbewohnbar wurde. Seitdem verfällt das Gemeindehaus zusehends und muss wohl über kurz oder lang samt Feuerwehrgarage abgerissen werden. In die inzwischen marode Garage würde ein neues Feuerwehrauto nicht einmal mehr hineinpassen, geschweige denn Umkleiden, Toiletten, ein Lager- oder ein Schulungsraum.

"Damit erfüllt das bestehende Gebäude keinesfalls die Anforderungen im Bereich der Unfallverhütung. Bei etwaigen Unfällen käme mit Sicherheit seitens des Versicherers die Prüfung eines möglichen Organisationsverschuldens auf die Gemeinde zu, da die bestehenden Umstände der Gemeindeverwaltung seit Jahren hinlänglich bekannt sind und keine Verbesserung angestrebt wurde." Heißt es im neuesten Gutachten. Es wurde dann sogar schon diskutiert die Feuerwehr Behringersmühle aufzulösen.

Umso größer war nun die Freude bei den Verantwortlichen der Feuerwehr Behringersmühle um Kommandant und CSU-Marktgemeinderat Dietmar Winkler und den Vorsitzenden des Behringersmühler Feuerwehrvereins Bernhard Haberberger, der die Bauarbeiten vor Ort leiten und überwachen wird.

Denn hinzu kam nun auch der glückliche Umstand das von privat der Bauplatz für das Gerätehaus neben den Tennisanlagen, dem Wunschstandort der Behringersmühler, erworben werden konnte. Nach aktueller Kostenschätzung könnte sich der Neubau inklusive Baugrundstück auf unter 200 000 Euro bewegen. Auf die Gemeinde Gößweinstein selbst sollen aber nur Kosten zwischen 100 000 und 150 000 Euro zukommen. Möglich wird dies durch eine Stellplatzförderung des Freistaats in Höhe von 57 750 Euro und enorme Eigenleistungen der Feuerwehrdienstleistenden.

Da nun feststeht, dass ein neues Gerätehaus gebaut wird und danach auch ein neues Löschfahrzeug angeschafft werden soll, konnte die Motivation der Truppe enorm gesteigert werden. So ist wieder eine ständige Zunahme der Aktivenzahlen, insbesondere durch junge Männer, zu verzeichnen. Die Feuerwehr Behringersmühle zählt derzeit 34 Aktive. Im Vergleich: 2002 hatte sie nur noch 19 aktive Feuerwehrleute in ihren Reihen.