Man nehme: Regionale Künstler, regionale Motive und einen örtlichen Drucker. Nach diesem "Rezept" entstehe der jährliche Kalender der Volksbank, sagte Gregor Scheller bei der Präsentation am Donnerstag. Wobei der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Forchheim auf eine Besonderheit hinwies: Erstmals wurden an der Gestaltung des in fünftausendfacher Auflage erscheinenden (und bei der Druckerei Streit produzierten) Kalenders mehrere Künstler beteiligt: Unter ihnen auch die aus Forchheim stammenden Maler Harald Hubl und Kurt Neubauer. Mit von der Partie sind zudem der Künstler und Hochschullehrer Peter Thiele, die Künstlerin Gertrud Aumayr, die Malerin Tania Engelke sowie der Maler und Illustrator Volker Hahn.

Marketingleiterin Anna-Lena Wolff ist zwar geübt in der jährlichen Kunst, die Herstellung eines Kalenders zu koordinieren; doch um die Individualität von sechs Künstlern unter einen Hut zu bringen, musste sie
heuer das ein oder andere zusätzliche Koordinationsgespräch führen. Unterstützt wurde sie von Volker Hahn: Der Nürnberger Maler sagte, er habe Gregor Scheller "schon lange mit dieser Idee bedrängt", mehrere Künstler in einem Kalender zu vereinen.

So einfach war das dann aber nicht, denn jeder der sechs regionalen Künstler brachte bestimmte Motive und Vorlieben mit. "Ich hab mich gleich auf die Winter-Bilder beschränkt, weil ich wusste, die will sowieso keiner haben", scherzte Volker Hahn bei der Präsentation.

Auch sei es gar nicht so leicht zu klären gewesen, wer denn nun das Walberla malen dürfte, denn dieses für die Region klassische Motiv hatte natürlich jeder der sechs Künstler im Hinterkopf. Zwei Walberla-Motive haben es schließlich in den Kalender geschafft: die verspielte Version von Peter Thiele und Gertrud Aumayrs Aquarell, das einen Bick auf den Berg von Kirchehrenbach aus zeigt.

Harald Hubl, dessen Forchheim- und Kellerwald-Bilder seit langem eine eingeschworene Fan-Gemeinde haben, blieb es vorbehalten, das Annafest und einen Blick auf Forchheim auf den Juli- und Oktober-Kalender-Blättern festzuhalten.


Überraschende Kuhaugen

Verspielter Humor ist in den Geschichten erzählenden Bildern von Peter Thiele zu entdecken - und von bewegender Genauigkeit sind die in Acryl auf Baumwolle gemalten Landschaftsstudien Kurt Neubauers: Die Kuh, die er vor der Pretzfelder Kirche in Szene gesetzt hat, wirkt auf den ersten Blick leicht surreal. Doch beteuert Kurt Neubauer, dass er dieses "für die Fränkische Schweiz untypische Motiv" tatsächlich bei einer Wanderung bei Pretzfeld entdeckte habe. "Insofern handelt es sich hier nicht um künstlerische Freiheit."

Exakte Beobachtungsgabe spricht auch aus den Bildern von Tania Engelke: Ihre Schlüsselblume auf dem März-, und die Kirschblüte auf dem Juni-Kalenderblatt fallen zwar insofern aus dem Rahmen, als die Motive nicht in eine Landschaft eingebunden sind und daher der unmittelbare Wiedererkennungswert fehlt, der den großen Reiz dieses Kalender ausmacht. Dennoch passen die Bilder gut in das Konzept; denn wie Kurt Neubauer über die Engelke-Bilder sagte: Die Schlüsselblume sei die wohl typischste Blume der Fränkischen Schweiz - und die Kirschblüte sei hier ohnehin nicht wegzudenken.

Der Spagat zwischen "Kunst und Gefallen" müsse bei der Kalender-Gestaltung jedes Jahr aufs Neue gewagt werden, sagte Gregor Scheller. Im digitalen Zeitalter käme das Problem hinzu, dass manche einen Wand-Kalender für überflüssig halten mögen. Doch in jedem Falle bleibe der Kalender eine "wichtige Plattform für die Künstler", betonte der Vorstandsvorsitzende der Volksbank.